Überblick
Fieber gehört zu den häufigsten Gründen, aus denen Eltern ärztlichen Rat suchen. Von Fieber spricht man bei Kindern in der Regel ab einer Körpertemperatur von 38,5 °C, bei Säuglingen unter drei Monaten bereits ab 38,0 °C. Fieber ist zunächst keine Krankheit, sondern eine sinnvolle Abwehrreaktion: Der Körper erhöht die Temperatur, um Krankheitserreger besser zu bekämpfen. Für Eltern stellt sich vor allem abends, nachts und am Wochenende die Frage, ob eine ärztliche Vorstellung notwendig ist. Genau hier setzt die Video-Sprechstunde an: Eine Ärztin oder ein Arzt fragt gezielt Warnzeichen ab, beurteilt den Allgemeinzustand Ihres Kindes und bespricht mit Ihnen das weitere Vorgehen – von der Betreuung zu Hause über die Vorstellung in einer Praxis bis zur sofortigen Notfallversorgung. Nach ärztlicher Einschätzung kann bei Bedarf ein Privatrezept ausgestellt werden. Die Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) für Privatversicherte und Selbstzahler.
Häufige Ursachen
In den meisten Fällen wird Fieber bei Kindern durch virale Infekte ausgelöst, etwa Erkältungen, grippale Infekte oder Magen-Darm-Infektionen. Auch das Drei-Tage-Fieber, eine typische Viruserkrankung des Kleinkindalters, beginnt mit hohem Fieber über mehrere Tage. Daneben kommen Mittelohrentzündungen, Mandelentzündungen und Harnwegsinfekte als Ursache infrage – Letztere insbesondere dann, wenn kein Atemwegsinfekt erkennbar ist. Nach Impfungen kann es vorübergehend zu einer Temperaturerhöhung kommen; sie ist in der Regel harmlos und klingt innerhalb von ein bis zwei Tagen ab. Seltener stecken bakterielle Erkrankungen wie eine Lungenentzündung oder – sehr selten, aber ernst – eine Hirnhautentzündung hinter dem Fieber. Die Höhe des Fiebers sagt dabei wenig über die Schwere der Erkrankung aus. Entscheidend ist der Allgemeinzustand des Kindes: Trinkt es ausreichend, lässt es sich beruhigen und reagiert es auf Ansprache?
Wann zum Arzt?
Bei Säuglingen unter drei Monaten gilt: Jedes Fieber ab 38,0 °C sollte umgehend ärztlich abgeklärt werden. Bei älteren Kindern sollten Sie ärztlichen Rat einholen, wenn das Fieber länger als drei Tage anhält, wiederholt über 40 °C steigt, das Kind kaum trinkt, deutlich weniger nasse Windeln hat oder auffallend schläfrig und teilnahmslos wirkt. Auch anhaltendes Erbrechen, starke Ohren- oder Bauchschmerzen sowie Fieber ohne erkennbare Ursache sind Gründe für eine ärztliche Einschätzung – gerade außerhalb der Praxiszeiten zunächst gut per Video möglich. Bei Notfallzeichen wählen Sie sofort den Notruf 112: Dazu zählen Atemnot oder schnelle, angestrengte Atmung, nicht wegdrückbare punktförmige Hauteinblutungen, Nackensteifigkeit, ein erstmaliger oder länger als wenige Minuten anhaltender Fieberkrampf, graue oder bläuliche Hautfarbe sowie ein Kind, das kaum noch erweckbar ist.