Hexenschuss (Lumbago)

Ein Hexenschuss (Lumbago, akute Lumbalgie) ist ein plötzlich einschießender Schmerz im unteren Rücken, der meist durch eine ungünstige Bewegung ausgelöst wird. In der Video-Sprechstunde beurteilen unsere Ärztinnen und Ärzte Ihre Beschwerden und können nach ärztlicher Einschätzung eine kurzzeitige Schmerztherapie, etwa mit nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR), als Privatrezept verordnen.

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Überblick

Ein Hexenschuss – medizinisch Lumbago oder akute Lumbalgie – bezeichnet plötzlich einsetzende, meist einseitige Schmerzen im unteren Rücken. Typisch ist ein einschießender Schmerz bei einer alltäglichen Bewegung, etwa beim Bücken, beim Heben oder bei einer Drehung des Oberkörpers. Viele Betroffene nehmen unwillkürlich eine gebeugte Schonhaltung ein und können sich kaum noch aufrichten. In den meisten Fällen liegt eine schmerzhafte Funktionsstörung der Muskulatur und der kleinen Wirbelgelenke zugrunde; ein struktureller Schaden besteht in der Regel nicht. Ein unkomplizierter Hexenschuss bessert sich häufig innerhalb weniger Tage bis Wochen deutlich. In der Video-Sprechstunde von OpenClinic24 besprechen Sie Ihre Beschwerden mit einer Ärztin oder einem Arzt. Nach ärztlicher Einschätzung kann eine kurzzeitige Schmerztherapie, zum Beispiel mit nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR), als Privatrezept verordnet werden. Halten die Beschwerden länger als zwölf Wochen an, spricht man von chronischen Rückenschmerzen, die gesondert abgeklärt werden sollten und auf einer eigenen Seite behandelt werden.

Häufige Ursachen

Ein Hexenschuss entsteht meist durch ein Zusammenwirken mehrerer Faktoren. Häufige Auslöser sind ruckartige oder ungewohnte Bewegungen, das Heben schwerer Lasten aus gebeugter Haltung, abrupte Drehbewegungen des Rumpfes sowie längeres Arbeiten in ungünstiger Position. Begünstigend wirken eine wenig trainierte Rumpfmuskulatur, langes Sitzen, Bewegungsmangel und Übergewicht. Auch Kälte, Zugluft und muskuläre Verspannungen, etwa durch Stress, können eine Rolle spielen. Bei der Mehrzahl der Betroffenen handelt es sich um sogenannte unspezifische Rückenschmerzen, bei denen keine ernsthafte strukturelle Ursache vorliegt. Seltener stecken ein Bandscheibenvorfall, Verschleißerscheinungen der Wirbelsäule oder – sehr selten – entzündliche Erkrankungen, Knochenbrüche oder Tumoren hinter den Beschwerden. Eine sorgfältige ärztliche Befragung hilft, Hinweise auf solche selteneren Ursachen zu erkennen und gegebenenfalls eine weiterführende Untersuchung vor Ort zu veranlassen.

Wann zum Arzt?

Ein unkomplizierter Hexenschuss kann in vielen Fällen zunächst gut telemedizinisch beurteilt werden. Ärztlichen Rat sollten Sie einholen, wenn die Schmerzen sehr stark sind, sich nach wenigen Tagen nicht bessern oder immer wiederkehren. Eine zeitnahe Untersuchung in einer Praxis ist ratsam bei Schmerzen, die in das Bein unterhalb des Knies ausstrahlen, bei Kribbeln oder Taubheitsgefühlen, nach einem Sturz oder Unfall, bei Fieber, ungewolltem Gewichtsverlust, nächtlichen Ruheschmerzen sowie bei bekannter Osteoporose oder Tumorerkrankung. Rufen Sie sofort den Notruf 112, wenn Lähmungen in den Beinen auftreten, Sie ein Taubheitsgefühl im Genital- oder Gesäßbereich bemerken oder Blase oder Darm nicht mehr kontrolliert werden können. Dies können Zeichen eines Kauda-Syndroms sein, das umgehend notfallmäßig behandelt werden muss.

Symptome & Indikationen

Plötzlich einschießender Schmerz im unteren Rücken Deutliche Bewegungseinschränkung, oft gebeugte Schonhaltung Verhärtung und Verspannung der Lendenmuskulatur Schmerzverstärkung beim Bücken, Aufrichten oder Drehen Schmerzen beim Husten, Niesen oder Pressen Ausstrahlung in das Gesäß, in der Regel nicht unterhalb des Knies Schwierigkeiten beim Aufstehen aus dem Sitzen oder Liegen

Behandlungsmöglichkeiten

  • Nach ärztlicher Einschätzung Privatrezept über nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) zur kurzzeitigen Schmerztherapie
  • Topische Schmerzmittel wie schmerzlindernde Salben oder Gele
  • Wärmeanwendungen, zum Beispiel Wärmepflaster oder Wärmflasche, zur Muskelentspannung
  • Frühzeitige, an die Schmerzen angepasste Bewegung statt strenger Bettruhe
  • Kurzfristige Entlastung durch Stufenlagerung
  • Anleitung zu rückenschonendem Verhalten im Alltag
  • Bei anhaltenden Beschwerden Empfehlung zu Physiotherapie und aktiver Rumpfkräftigung

Wichtige Hinweise

  • Die Video-Sprechstunde ersetzt keine körperliche Untersuchung und keine Bildgebung; bei unklaren oder anhaltenden Beschwerden kann eine Vorstellung in einer Praxis erforderlich sein.
  • Rufen Sie sofort den Notruf 112 bei Lähmungen der Beine, Taubheitsgefühl im Genital- oder Gesäßbereich oder wenn Blase oder Darm nicht mehr kontrolliert werden können.
  • Bei Fieber, ungewolltem Gewichtsverlust, nächtlichen Ruheschmerzen oder Beschwerden nach einem Sturz sollte zeitnah eine ärztliche Untersuchung vor Ort erfolgen.
  • Betäubungsmittel und andere stark wirksame Schmerzmittel werden über die Video-Sprechstunde nicht verordnet.
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Medizinischer Hinweis: Kein Ersatz für eine ärztliche Untersuchung vor Ort. Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Orientierung. Bei Notfällen rufen Sie bitte 112 an.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einem Hexenschuss und einem Bandscheibenvorfall?

Ein Hexenschuss ist meist eine schmerzhafte Funktionsstörung von Muskulatur und kleinen Wirbelgelenken ohne Beteiligung der Nervenwurzeln; die Schmerzen bleiben überwiegend auf den unteren Rücken begrenzt. Bei einem Bandscheibenvorfall strahlen die Schmerzen dagegen häufig ins Bein aus und können von Kribbeln, Taubheit oder Muskelschwäche begleitet sein. Bestehen solche Zeichen, ist eine körperliche Untersuchung vor Ort erforderlich.

Kann ich in der Video-Sprechstunde ein Rezept gegen die Schmerzen erhalten?

Nach ärztlicher Einschätzung kann Ihnen die Ärztin oder der Arzt ein Privatrezept ausstellen, zum Beispiel über nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) zur kurzzeitigen Schmerztherapie. Ob ein Medikament für Sie geeignet ist, hängt von Ihren Vorerkrankungen und Ihrer aktuellen Medikation ab und wird im Gespräch geprüft. Ein Anspruch auf ein bestimmtes Rezept besteht nicht; stark wirksame Schmerzmittel werden telemedizinisch nicht verordnet.

Was kostet die Behandlung und übernimmt meine private Krankenversicherung die Kosten?

Die Abrechnung erfolgt als Privatleistung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Sie erhalten eine transparente Rechnung, die Sie bei Ihrer privaten Krankenversicherung oder Beihilfe einreichen können; die Erstattung richtet sich nach Ihrem Tarif. Selbstzahler mit gesetzlicher Versicherung können die Leistung ebenfalls in Anspruch nehmen und tragen die Kosten selbst.

Wie lange dauert ein Hexenschuss und was kann ich selbst tun?

Ein unkomplizierter Hexenschuss bessert sich häufig innerhalb weniger Tage, spätestens nach einigen Wochen. Bewegung im schmerzarmen Rahmen, Wärme und eine kurzzeitige Schmerztherapie nach ärztlicher Einschätzung unterstützen die Erholung; strenge Bettruhe wird nicht empfohlen. Bessern sich die Beschwerden nicht oder verschlimmern sie sich, sollten Sie erneut ärztlichen Rat einholen.

Wann spricht man von chronischen Rückenschmerzen?

Von chronischen Rückenschmerzen spricht man, wenn die Beschwerden länger als zwölf Wochen anhalten; bei sechs bis zwölf Wochen gelten sie als subakut. Der akute Hexenschuss ist davon abzugrenzen und hat meist eine gute Prognose. Für länger bestehende Beschwerden finden Sie auf unserer Seite zu Rückenschmerzen weiterführende Informationen.