Akne

Akne ist eine der häufigsten Hauterkrankungen und betrifft vor allem Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 30 Jahren. Sie entsteht durch verstopfte Talgdrüsen und Entzündungen, meist im Gesicht sowie an Rücken und Brust. Nach ärztlicher Einschätzung per Foto- oder Video-Blickdiagnose kann eine topische Rezepttherapie eingeleitet und langfristig begleitet werden.

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Überblick

Akne (Acne vulgaris) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Talgdrüsenfollikel und zählt zu den häufigsten Hauterkrankungen überhaupt. Besonders betroffen sind Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 30 Jahren; die Erkrankung kann jedoch in jedem Alter auftreten. Typisch sind Mitesser sowie entzündete Papeln und Pusteln, vor allem im Gesicht, aber auch an Rücken, Schultern und Brust. Der Schweregrad reicht von einzelnen Mitessern bis zu tiefen, schmerzhaften Knoten mit Narbenrisiko. Akne ist medizinisch gut behandelbar. Da die Diagnose in erster Linie eine Blickdiagnose ist, eignet sie sich besonders für die telemedizinische Versorgung: Anhand von Fotos und einem Videogespräch kann die Ärztin oder der Arzt das Hautbild beurteilen. Nach ärztlicher Einschätzung kann eine topische Rezepttherapie eingeleitet werden, die über regelmäßige Kontrolltermine langfristig begleitet wird. Ziel der Behandlung ist es, Entzündungen zu verringern, neuen Läsionen vorzubeugen und bleibende Narben möglichst zu vermeiden.

Häufige Ursachen

Akne entsteht durch ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Im Zentrum stehen eine vermehrte Talgproduktion, eine Verhornungsstörung der Follikelausgänge und die Besiedlung mit dem Hautbakterium Cutibacterium acnes, die gemeinsam Entzündungen begünstigen. Hormonelle Einflüsse spielen eine wesentliche Rolle: Die in der Pubertät ansteigenden Androgenspiegel erklären die Häufung im Jugend- und jungen Erwachsenenalter; auch der Zyklus, hormonelle Umstellungen oder das Absetzen hormoneller Verhütungsmittel können das Hautbild beeinflussen. Eine familiäre Veranlagung erhöht das Risiko zusätzlich. Darüber hinaus können komedogene Kosmetika, mechanische Reizung durch enge Kleidung oder Helme, starkes Schwitzen sowie bestimmte Medikamente eine Akne verschlechtern. Die Rolle der Ernährung wird wissenschaftlich diskutiert; bei manchen Betroffenen scheinen Milchprodukte oder stark zuckerhaltige Lebensmittel Schübe zu begünstigen. Entgegen einer verbreiteten Annahme ist Akne keine Folge mangelnder Hygiene.

Wann zum Arzt?

Eine ärztliche Beurteilung ist sinnvoll, wenn frei verkäufliche Pflegeprodukte nach sechs bis acht Wochen keine Besserung bringen, sich entzündete Pusteln ausbreiten oder erste Narben beziehungsweise dunkle Flecken entstehen. Auch bei erheblicher seelischer Belastung durch das Hautbild sollten Sie ärztlichen Rat einholen — je früher eine wirksame Therapie beginnt, desto geringer ist das Narbenrisiko. Warnzeichen, die zeitnah abgeklärt werden sollten, sind: tiefe, schmerzhafte Knoten oder Abszesse, großflächig entzündete und verhärtete Areale, eine plötzliche Verschlechterung unter laufender Therapie sowie eine Akne, die erstmals im Erwachsenenalter zusammen mit Zyklusstörungen oder vermehrter Körperbehaarung auftritt. Treten hohes Fieber und ausgeprägtes Krankheitsgefühl zusammen mit schmerzhaften, rasch zunehmenden Hautveränderungen auf oder kommt es nach einem neuen Präparat zu Atemnot oder Schwellungen von Gesicht oder Rachen, wählen Sie den Notruf 112.

Symptome & Indikationen

Mitesser (offene und geschlossene Komedonen) Entzündete Papeln und eitrige Pusteln Fettige, glänzende Haut (Seborrhö) Schmerzhafte Knoten unter der Haut Rötung und Druckempfindlichkeit betroffener Areale Hautveränderungen an Gesicht, Rücken, Schultern und Brust Abheilende Stellen mit dunklen Flecken oder Narben Seelische Belastung durch das Hautbild

Behandlungsmöglichkeiten

  • Topisches Benzoylperoxid — per Privatrezept nach ärztlicher Einschätzung
  • Topische Retinoide zur Normalisierung der Verhornung
  • Azelainsäure bei entzündlicher Akne und Pigmentflecken
  • Topische Antibiotika, in der Regel in fester Kombination
  • Nicht-komedogene Hautpflege und milde Reinigung
  • Anpassung von Pflegeroutine, Sonnenschutz und möglichen Auslösern
  • Langfristige Verlaufskontrolle mit Foto-Dokumentation

Wichtige Hinweise

  • Die Foto- und Video-Blickdiagnose hat Grenzen: Schwere oder vernarbende Verlaufsformen (z. B. Acne conglobata) sollten zusätzlich in einer dermatologischen Praxis untersucht werden.
  • Eine systemische Therapie mit Isotretinoin erfordert regelmäßige Laborkontrollen und bei Frauen eine sichere Verhütung; sie ist nicht rein telemedizinisch möglich.
  • Ein Rezept wird nur ausgestellt, wenn die ärztliche Einschätzung eine Behandlung medizinisch begründet — ein Anspruch darauf besteht nicht.
  • Bei hohem Fieber mit schmerzhaften, rasch zunehmenden Hautveränderungen oder Zeichen einer schweren allergischen Reaktion (Atemnot, Schwellung von Gesicht oder Rachen) wählen Sie den Notruf 112.
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Medizinischer Hinweis: Kein Ersatz für eine ärztliche Untersuchung vor Ort. Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Orientierung. Bei Notfällen rufen Sie bitte 112 an.

Häufig gestellte Fragen

Kann Akne per Foto- oder Video-Sprechstunde beurteilt werden?

Ja, Akne eignet sich gut für die Blickdiagnose. Anhand aussagekräftiger Fotos und eines Videogesprächs kann die Ärztin oder der Arzt Schweregrad und Verteilung der Hautveränderungen einschätzen. Nach ärztlicher Einschätzung kann eine topische Therapie eingeleitet und der Verlauf über Kontrolltermine langfristig begleitet werden. Bei unklaren oder schweren Befunden wird eine Vorstellung in einer Praxis empfohlen.

Was kostet die Video-Sprechstunde und wer übernimmt die Kosten?

Die Abrechnung erfolgt als Privatleistung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Privatversicherte können die Rechnung in der Regel bei ihrer privaten Krankenversicherung einreichen; die Erstattung richtet sich nach dem individuellen Tarif. Selbstzahler erhalten eine transparente GOÄ-Rechnung, und die Kosten werden vor der Buchung angezeigt.

Bekomme ich in jedem Fall ein Rezept?

Nein. Ob ein Privatrezept ausgestellt wird, entscheidet die Ärztin oder der Arzt nach der Blickdiagnose. Nach ärztlicher Einschätzung kann zum Beispiel ein Rezept über topische Retinoide, Benzoylperoxid oder Azelainsäure ausgestellt werden. Ist eine telemedizinische Behandlung nicht geeignet, erhalten Sie eine Empfehlung für das weitere Vorgehen.

Wie schnell bessert sich Akne unter der Behandlung?

Topische Therapien brauchen Geduld: Eine sichtbare Besserung zeigt sich häufig erst nach mehreren Wochen konsequenter Anwendung. Zu Beginn kann die Haut vorübergehend gereizt reagieren oder sich das Hautbild zunächst verschlechtern. Deshalb sind Verlaufskontrollen sinnvoll, um die Therapie bei Bedarf anzupassen.

Was kann ich selbst zusätzlich tun?

Verwenden Sie milde, nicht-komedogene Reinigungs- und Pflegeprodukte und vermeiden Sie das Ausdrücken von Pickeln, da dies Entzündungen und Narben fördern kann. Sonnenschutz ist wichtig, besonders unter der Behandlung mit topischen Retinoiden. Notieren Sie mögliche Auslöser wie bestimmte Kosmetika und besprechen Sie diese im Termin.