Gürtelrose (Herpes Zoster)

Gürtelrose (Herpes Zoster) entsteht durch die Reaktivierung des Windpocken-Virus und äußert sich durch brennende Schmerzen und einen meist einseitigen, bläschenförmigen Hautausschlag. Eine antivirale Therapie ist am wirksamsten, wenn sie innerhalb von 48 bis 72 Stunden nach Auftreten der ersten Bläschen beginnt. Da die Erkrankung häufig eine Blickdiagnose ist, kann die ärztliche Einschätzung per Foto und Video oft kurzfristig erfolgen.

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Überblick

Gürtelrose (Herpes Zoster) entsteht durch die Reaktivierung des Varizella-Zoster-Virus, das nach einer durchgemachten Windpockenerkrankung lebenslang in den Nervenknoten des Körpers verbleibt. Typisch sind brennende Schmerzen und gruppierte Bläschen, die sich meist einseitig und gürtelförmig entlang eines Hautnervs ausbreiten. Am häufigsten ist der Rumpf betroffen, die Erkrankung kann aber auch an Gesicht, Kopf oder Gliedmaßen auftreten. Entscheidend ist der Zeitfaktor: Eine Behandlung mit Virostatika ist am wirksamsten, wenn sie innerhalb von 48 bis 72 Stunden nach Auftreten der ersten Bläschen begonnen wird. Nach ärztlicher Einschätzung kann sie den Verlauf verkürzen, die Beschwerden lindern und das Risiko für anhaltende Nervenschmerzen senken. Da Gürtelrose in vielen Fällen eine Blickdiagnose ist, eignet sich die telemedizinische Einschätzung per Foto und Video besonders gut, um dieses Zeitfenster zu nutzen. Bei OpenClinic24 erhalten Sie kurzfristig eine ärztliche Videosprechstunde; sofern medizinisch angezeigt, kann ein Privatrezept ausgestellt werden.

Häufige Ursachen

Auslöser der Gürtelrose ist keine Neuansteckung, sondern die Reaktivierung des körpereigenen Varizella-Zoster-Virus. Nach den Windpocken – meist in der Kindheit – zieht sich das Virus in Nervenknoten zurück und kann dort über Jahrzehnte unbemerkt verbleiben. Wird die Immunabwehr geschwächt, kann das Virus erneut aktiv werden und entlang des betroffenen Nervs zur Haut wandern. Häufige begünstigende Faktoren sind höheres Lebensalter, insbesondere ab 50 Jahren, akuter oder chronischer Stress, Schlafmangel, schwere Infektionen oder Operationen sowie Erkrankungen und Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken, etwa eine Chemotherapie oder eine dauerhafte Kortisonbehandlung. Auch starke UV-Belastung und körperliche Erschöpfung werden als mögliche Auslöser diskutiert. In vielen Fällen lässt sich jedoch kein eindeutiger Auslöser feststellen. Wer Windpocken durchgemacht hat, trägt das Virus in sich – eine Gürtelrose kann daher grundsätzlich jeden treffen.

Wann zum Arzt?

Suchen Sie möglichst innerhalb von 72 Stunden nach Auftreten der ersten Bläschen ärztlichen Rat, denn in diesem Zeitfenster ist eine antivirale Therapie am wirksamsten. Eine umgehende persönliche Untersuchung ist erforderlich, wenn der Ausschlag im Gesicht auftritt, insbesondere an Auge, Nase oder Ohr: Hier drohen Komplikationen wie Sehstörungen, Hörminderung oder eine Gesichtslähmung. Auch bei deutlich geschwächtem Immunsystem, in der Schwangerschaft, bei ausgedehntem Ausschlag über mehrere Körperregionen oder bei eitriger Superinfektion der Haut sollte kurzfristig eine Praxis oder Klinik aufgesucht werden. Wählen Sie den Notruf 112 bei hohem Fieber mit Nackensteifigkeit, Verwirrtheit, Bewusstseinsstörungen, plötzlichen Lähmungen oder Atemnot – diese Zeichen können auf eine gefährliche Ausbreitung der Infektion hinweisen. Bei unkompliziertem Verlauf am Rumpf kann die telemedizinische Einschätzung per Foto und Video ein schneller erster Schritt sein.

Symptome & Indikationen

Brennende oder stechende Schmerzen auf einer Körperseite Gruppierte Bläschen auf gerötetem Grund, meist gürtelförmig angeordnet Kribbeln, Juckreiz oder Berührungsempfindlichkeit bereits vor dem Ausschlag Allgemeines Krankheitsgefühl und Abgeschlagenheit Leichtes Fieber Kopfschmerzen Verkrustung der Bläschen im Verlauf von ein bis zwei Wochen

Behandlungsmöglichkeiten

  • Virostatika (antivirale Medikamente) nach ärztlicher Einschätzung, idealerweise begonnen innerhalb von 48 bis 72 Stunden
  • Bedarfsgerechte Schmerztherapie mit geeigneten Analgetika
  • Austrocknende, antiseptische Lokaltherapie der Bläschen
  • Kühle, feuchte Umschläge zur Linderung von Schmerzen und Juckreiz
  • Körperliche Schonung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr
  • Abdecken der Bläschen, um eine Ansteckung ungeschützter Personen zu vermeiden
  • Bei anhaltenden Nervenschmerzen: Medikamente gegen neuropathische Schmerzen nach ärztlicher Einschätzung

Wichtige Hinweise

  • Bei Befall im Gesicht, insbesondere an Auge, Nase oder Ohr, ist eine umgehende persönliche ärztliche Untersuchung erforderlich – hier ersetzt die Telemedizin keine Präsenzuntersuchung.
  • Die Videosprechstunde ersetzt keine körperliche Untersuchung. Bei unklarem Befund, geschwächtem Immunsystem oder in der Schwangerschaft kann eine Vorstellung in einer Praxis oder Klinik notwendig sein.
  • Bei hohem Fieber mit Nackensteifigkeit, Verwirrtheit, Bewusstseinsstörungen, plötzlichen Lähmungen oder ausgedehntem Ausschlag am ganzen Körper wählen Sie den Notruf 112.
  • Ein Privatrezept wird nur ausgestellt, wenn es nach ärztlicher Einschätzung medizinisch angezeigt ist.
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Medizinischer Hinweis: Kein Ersatz für eine ärztliche Untersuchung vor Ort. Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Orientierung. Bei Notfällen rufen Sie bitte 112 an.

Häufig gestellte Fragen

Wie schnell muss die Behandlung bei Gürtelrose beginnen?

Eine antivirale Therapie wirkt am besten, wenn sie innerhalb von 48 bis 72 Stunden nach Auftreten der ersten Bläschen begonnen wird. Nach ärztlicher Einschätzung kann sie den Krankheitsverlauf verkürzen und das Risiko für anhaltende Nervenschmerzen senken. Warten Sie daher nicht ab, sondern lassen Sie den Ausschlag möglichst früh ärztlich beurteilen.

Kann Gürtelrose per Video oder Foto diagnostiziert werden?

In vielen Fällen ist Gürtelrose eine sogenannte Blickdiagnose: Der einseitige, gürtelförmige Bläschenausschlag ist oft gut auf Fotos und im Video erkennbar. Ergänzend erfragt die Ärztin oder der Arzt Ihre Beschwerden und Vorerkrankungen. Bei unklarem Befund oder Warnzeichen wird Ihnen eine persönliche Untersuchung empfohlen.

Was kostet die Videosprechstunde und übernimmt meine Versicherung die Kosten?

Die Abrechnung erfolgt als Privatleistung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Privatversicherte können die Rechnung in der Regel bei ihrer privaten Krankenversicherung einreichen; die Erstattung richtet sich nach Ihrem Tarif. Selbstzahler sehen die Kosten vor der Buchung transparent aufgeführt.

Ist Gürtelrose ansteckend?

Die Bläschenflüssigkeit enthält das Varizella-Zoster-Virus. Personen, die weder Windpocken durchgemacht haben noch dagegen geimpft sind, können sich anstecken und erkranken dann an Windpocken, nicht an Gürtelrose. Decken Sie die Bläschen ab und meiden Sie bis zur Verkrustung den engen Kontakt zu Schwangeren, Säuglingen und immungeschwächten Personen.

Was ist eine Post-Zoster-Neuralgie?

Als Post-Zoster-Neuralgie werden Nervenschmerzen bezeichnet, die nach dem Abheilen des Ausschlags über Wochen bis Monate bestehen bleiben können. Das Risiko steigt mit dem Lebensalter. Ein früher Beginn der antiviralen Therapie kann nach ärztlicher Einschätzung dazu beitragen, dieses Risiko zu verringern.