Krätze (Skabies)

Krätze (Skabies) ist eine ansteckende Hauterkrankung, die durch die Krätzmilbe Sarcoptes scabiei verursacht wird. Typisch sind starker, vor allem nächtlicher Juckreiz und feine Milbengänge in der Haut. Nach ärztlicher Einschätzung anhand von Fotos und Anamnese kann eine Behandlung mit einem topischen Antiskabiosum, etwa einer permethrinhaltigen Creme, per Privatrezept verordnet werden.

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Überblick

Krätze (medizinisch: Skabies) ist eine durch die Krätzmilbe Sarcoptes scabiei verursachte, ansteckende Hauterkrankung. Die weiblichen Milben graben feine Gänge in die oberste Hautschicht und legen dort ihre Eier ab. Die Reaktion des Immunsystems auf Milben, Eier und Ausscheidungen führt zu dem charakteristischen, quälenden Juckreiz, der sich nachts und in Bettwärme deutlich verstärkt. Skabies ist kein Zeichen mangelnder Hygiene und tritt in allen Bevölkerungsgruppen auf; in den letzten Jahren werden in Deutschland wieder deutlich mehr Fälle registriert. Viele Betroffene zögern aus Scham den Arztbesuch hinaus – dabei ist die Erkrankung gut behandelbar. Bei OpenClinic24 schildern Sie Ihre Beschwerden diskret per strukturiertem Fragebogen und laden Fotos der betroffenen Hautstellen hoch. Nach ärztlicher Einschätzung kann ein topisches Antiskabiosum, etwa eine permethrinhaltige Creme, per Privatrezept verordnet werden. Bei unklarem Befund erhalten Sie eine klare Empfehlung für die weitere Abklärung vor Ort.

Häufige Ursachen

Skabies wird fast ausschließlich durch längeren, direkten Haut-zu-Haut-Kontakt übertragen – kurze Berührungen wie Händeschütteln reichen dafür in der Regel nicht aus. Typische Übertragungswege sind das Zusammenleben im selben Haushalt, gemeinsames Schlafen in einem Bett, enger Körperkontakt beim Kuscheln mit Kindern sowie sexuelle Kontakte. Auch in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kitas, Schulen, Pflegeheimen oder Gemeinschaftsunterkünften kommt es immer wieder zu Ausbrüchen. Eine indirekte Übertragung über Kleidung, Bettwäsche oder Polstermöbel ist seltener, aber möglich, da die Milben außerhalb des Körpers einige Tage überleben können. Von der Ansteckung bis zu den ersten Beschwerden vergehen bei einer Erstinfektion meist zwei bis fünf Wochen; bei einer erneuten Ansteckung tritt der Juckreiz oft schon nach wenigen Tagen auf. In dieser Zeit können Betroffene bereits ansteckend sein, ohne es zu wissen.

Wann zum Arzt?

Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll, sobald der Verdacht auf Skabies besteht – insbesondere bei nächtlich betontem Juckreiz, sichtbaren Milbengängen oder wenn mehrere Personen im Haushalt betroffen sind. Ohne Behandlung heilt die Erkrankung in der Regel nicht von selbst aus. Zeitnah persönlich untersuchen lassen sollten Sie sich bei Warnzeichen einer bakteriellen Superinfektion wie Fieber, sich rasch ausbreitender Rötung, Überwärmung, Eiterbildung oder starken Schmerzen der Haut. Auch großflächig verkrustete Hautveränderungen (Verdacht auf Scabies crustosa), Beschwerden bei Säuglingen, Schwangeren oder immungeschwächten Personen sowie eine ausbleibende Besserung trotz korrekt durchgeführter Behandlung gehören in eine Praxis vor Ort. Bei Zeichen einer schweren Allgemeinreaktion – etwa Atemnot, Bewusstseinsstörung, Verwirrtheit oder Kreislaufkollaps – wählen Sie sofort den Notruf 112.

Symptome & Indikationen

Starker Juckreiz, der sich nachts und in Bettwärme verstärkt Feine, unregelmäßig gewundene Linien in der Haut (Milbengänge) Kleine rötliche Knötchen, Bläschen oder Pusteln Befall typischer Stellen: Fingerzwischenräume, Handgelenke, Achseln, Brustwarzen, Genitalbereich Kratzspuren, Krusten und aufgekratzte Hautstellen Ekzemartige, flächige Hautveränderungen Juckreiz bei mehreren Personen im selben Haushalt Schlafstörungen durch den anhaltenden Juckreiz

Behandlungsmöglichkeiten

  • Topische Antiskabiosa (z. B. permethrinhaltige Creme) nach ärztlicher Verordnung
  • In bestimmten Fällen orale Antiskabiosa nach ärztlicher Einschätzung
  • Antihistaminika zur Linderung des Juckreizes
  • Rückfettende Basispflege zur Beruhigung der gereizten Haut
  • Hygienemaßnahmen: Wäsche und Bettzeug bei mindestens 60 °C waschen, nicht waschbare Textilien mehrere Tage in Plastiksäcken lagern
  • Zeitgleiche Mitbehandlung enger Kontaktpersonen nach ärztlicher Einschätzung
  • Ärztliche Nachkontrolle des Behandlungserfolgs nach etwa zwei Wochen

Wichtige Hinweise

  • Die Foto-Diagnose hat Grenzen: Wenn der Hautbefund unklar ist oder eine Untersuchung mit dem Dermatoskop nötig erscheint, verweisen unsere Ärztinnen und Ärzte an eine Praxis vor Ort.
  • Bei Fieber, sich ausbreitender Rötung, Eiterbildung oder stark verkrusteten, großflächigen Hautveränderungen (Verdacht auf Scabies crustosa) sollte zeitnah eine ärztliche Untersuchung vor Ort erfolgen.
  • Für Säuglinge, Schwangere und Menschen mit geschwächtem Immunsystem ist eine persönliche ärztliche Vorstellung meist der sicherere Weg.
  • Bei Anzeichen einer schweren Allgemeinreaktion wie Atemnot, Bewusstseinsstörung oder Kreislaufkollaps wählen Sie sofort den Notruf 112.
  • Wer eine Gemeinschaftseinrichtung (z. B. Kita, Schule, Pflegeeinrichtung) besucht oder dort arbeitet, muss die Einrichtung bei Skabies informieren; der Besuch ist erst nach begonnener Behandlung wieder zulässig (§ 34 Infektionsschutzgesetz).
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Medizinischer Hinweis: Kein Ersatz für eine ärztliche Untersuchung vor Ort. Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Orientierung. Bei Notfällen rufen Sie bitte 112 an.

Häufig gestellte Fragen

Kann Krätze wirklich per Foto diagnostiziert werden?

In vielen Fällen ja: Milbengänge, die typische Verteilung der Hautveränderungen und die Schilderung des nächtlichen Juckreizes ergeben zusammen oft ein aussagekräftiges Bild. Sie laden dazu scharfe Fotos der betroffenen Hautstellen hoch und beantworten gezielte Fragen. Bleibt der Befund unklar, empfiehlt die Ärztin oder der Arzt eine Untersuchung vor Ort – eine sichere Diagnose geht immer vor Schnelligkeit.

Bekomme ich ein Privatrezept für eine Permethrin-Creme?

Nach ärztlicher Einschätzung kann ein Privatrezept für ein topisches Antiskabiosum, etwa eine permethrinhaltige Creme, ausgestellt werden. Ein Rezept wird nicht automatisch ausgestellt, sondern nur, wenn die Ärztin oder der Arzt die Diagnose für hinreichend gesichert hält und keine Gründe dagegensprechen. Das Rezept erhalten Sie digital und können es in jeder Apotheke einlösen.

Was kostet die Behandlung und übernimmt meine Versicherung die Kosten?

Die Abrechnung erfolgt als Privatleistung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ); den genauen Preis sehen Sie transparent vor der Buchung. Privat Versicherte können die Rechnung in der Regel bei ihrer privaten Krankenversicherung einreichen; die Erstattung richtet sich nach dem jeweiligen Tarif. Gesetzlich Versicherte können die Leistung als Selbstzahler nutzen, eine Erstattung durch die gesetzliche Kasse ist dabei üblicherweise nicht vorgesehen. Die Kosten für das Medikament in der Apotheke kommen hinzu.

Ist Krätze ein Zeichen mangelnder Hygiene?

Nein. Krätze wird durch längeren Haut-zu-Haut-Kontakt übertragen und kann jeden Menschen treffen, unabhängig von Körperpflege oder Lebensumständen. Häufiges Waschen verhindert eine Ansteckung nicht, da die Milben in tieferen Hautschichten leben. Es gibt daher keinen Grund für Scham – wichtig ist eine frühzeitige, konsequente Behandlung, auch der engen Kontaktpersonen.

Wie lange bin ich ansteckend und was muss ich im Haushalt beachten?

Bei gewöhnlicher Skabies gilt man in der Regel bereits nach der ersten korrekt durchgeführten Behandlung als nicht mehr ansteckend. Enge Kontaktpersonen sollten nach ärztlicher Einschätzung zeitgleich mitbehandelt werden, um gegenseitige Wiederansteckung zu vermeiden. Kleidung, Bettwäsche und Handtücher sollten bei mindestens 60 °C gewaschen oder mehrere Tage in verschlossenen Plastiksäcken gelagert werden. Der Juckreiz kann nach erfolgreicher Behandlung noch einige Wochen anhalten, ohne dass dies eine fortbestehende Infektion bedeutet.