Heuschnupfen & Pollenallergie

Heuschnupfen (saisonale allergische Rhinitis) ist eine allergische Reaktion der Nasen- und Augenschleimhäute auf Pollen von Bäumen, Gräsern oder Kräutern. Typisch sind Niesattacken, eine laufende oder verstopfte Nase sowie juckende, tränende Augen während der Pollensaison. Nach ärztlicher Einschätzung kann eine symptomatische Behandlung, etwa mit Antihistaminika oder einem kortisonhaltigen Nasenspray, rein anamnesebasiert in der Video-Sprechstunde eingeleitet werden.

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Überblick

Heuschnupfen, medizinisch saisonale allergische Rhinitis, gehört zu den häufigsten allergischen Erkrankungen in Deutschland. Das Immunsystem reagiert dabei überempfindlich auf eigentlich harmlose Pollen von Bäumen, Gräsern oder Kräutern. Typische Beschwerden sind Niesattacken, eine laufende oder verstopfte Nase sowie juckende, tränende Augen. Viele Betroffene fühlen sich während der Pollensaison zudem müde und in ihrer Konzentration eingeschränkt, was Alltag, Arbeit und Schlaf spürbar beeinträchtigen kann. Die Beschwerden treten je nach auslösender Pollenart zu bestimmten Jahreszeiten auf – von Frühblühern wie Hasel und Erle im Spätwinter über Birke im Frühjahr bis zu Gräsern und Kräutern im Sommer. Ein typischer Heuschnupfen lässt sich in vielen Fällen gut anhand der Krankengeschichte einordnen. In der Video-Sprechstunde erhebt die Ärztin oder der Arzt eine strukturierte Anamnese und kann nach individueller Einschätzung eine symptomatische Behandlung einleiten, etwa mit Antihistaminika oder einem kortisonhaltigen Nasenspray per Privatrezept nach GOÄ.

Häufige Ursachen

Ursache des Heuschnupfens ist eine Überreaktion des Immunsystems auf Eiweißbestandteile von Pollen. Beim Kontakt mit der Nasen- und Augenschleimhaut wird unter anderem der Botenstoff Histamin freigesetzt, der die typischen Beschwerden auslöst. Zu den häufigsten Auslösern in Deutschland zählen Baumpollen wie Hasel, Erle und Birke, Gräser- und Getreidepollen sowie Kräuterpollen wie Beifuß und das zunehmend verbreitete Traubenkraut (Ambrosia). Eine erbliche Veranlagung erhöht das Risiko: Sind Eltern von Allergien betroffen, entwickeln Kinder häufiger ebenfalls einen Heuschnupfen. Auch Umweltfaktoren wie Luftschadstoffe können die Schleimhäute zusätzlich reizen und allergische Reaktionen begünstigen. Durch mildere Winter und längere Blühphasen beginnt die Pollensaison zunehmend früher und dauert länger, sodass viele Betroffene über mehrere Monate im Jahr Beschwerden haben.

Wann zum Arzt?

Ein leichter Heuschnupfen lässt sich oft gut behandeln. Ärztlichen Rat sollten Sie einholen, wenn die Beschwerden Ihren Alltag oder Schlaf deutlich beeinträchtigen, frei verkäufliche Mittel nicht ausreichen oder die Symptome erstmals auftreten und unklar sind. Warnzeichen, die eine Untersuchung vor Ort erfordern, sind unter anderem pfeifende Atmung, Engegefühl in der Brust oder anhaltender Husten als mögliche Hinweise auf allergisches Asthma sowie einseitige Nasenbeschwerden, blutiges Sekret, Fieber oder starke Gesichtsschmerzen als mögliche Hinweise auf eine Nasennebenhöhlenentzündung. Rufen Sie sofort den Notruf 112, wenn akute Atemnot, Schwellungen von Gesicht, Lippen oder Zunge, Schluckbeschwerden, Kreislaufprobleme oder Bewusstseinsstörungen auftreten – dies können Zeichen einer schweren allergischen Reaktion (Anaphylaxie) sein. In allen anderen Fällen ist die Video-Sprechstunde ein geeigneter erster Schritt zur ärztlichen Einschätzung.

Symptome & Indikationen

Anfallsartiger Niesreiz und Niesattacken Laufende Nase mit klarem, wässrigem Sekret Verstopfte Nase und behinderte Nasenatmung Juckende, gerötete und tränende Augen Juckreiz an Gaumen, Nase und Rachen Müdigkeit und Konzentrationsstörungen während der Pollensaison Druckgefühl über den Nasennebenhöhlen Verstärkung der Beschwerden im Freien und bei Wind

Behandlungsmöglichkeiten

  • Antihistaminika zum Einnehmen – nach ärztlicher Einschätzung per Privatrezept
  • Kortisonhaltige Nasensprays gegen die allergische Entzündung der Nasenschleimhaut
  • Antiallergische Augentropfen bei Beteiligung der Augen
  • Nasenspülungen mit Salzlösung zum Ausspülen der Pollen
  • Pollenkarenz: Fenster geschlossen halten, Pollenflugvorhersage beachten, Haare abends waschen
  • Kleidung nach Aufenthalt im Freien wechseln und nicht im Schlafzimmer ablegen
  • Langfristig: Abklärung einer Hyposensibilisierung bei einer Allergologin oder einem Allergologen vor Ort

Wichtige Hinweise

  • Die Video-Sprechstunde ersetzt keinen Allergietest. Für Haut- oder Bluttests sowie eine Hyposensibilisierung ist ein Termin in einer allergologischen Praxis vor Ort erforderlich.
  • Bei Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion – Atemnot, Schwellung von Gesicht, Lippen oder Zunge, Schluckbeschwerden oder Kreislaufproblemen – wählen Sie sofort den Notruf 112.
  • Ob ein Rezept ausgestellt wird, entscheidet die Ärztin oder der Arzt nach individueller Einschätzung im Gespräch. Es besteht kein Anspruch auf ein bestimmtes Medikament.
  • Bei pfeifender Atmung, anhaltendem Husten oder Verdacht auf allergisches Asthma sollte eine körperliche Untersuchung vor Ort erfolgen.
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Medizinischer Hinweis: Kein Ersatz für eine ärztliche Untersuchung vor Ort. Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Orientierung. Bei Notfällen rufen Sie bitte 112 an.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich ein Rezept gegen Heuschnupfen ohne Praxisbesuch erhalten?

In vielen Fällen ist das möglich. Bei einer typischen saisonalen allergischen Rhinitis kann die Ärztin oder der Arzt nach einer strukturierten Anamnese in der Video-Sprechstunde einschätzen, ob ein Privatrezept – etwa für Antihistaminika oder ein kortisonhaltiges Nasenspray – medizinisch sinnvoll ist. Die Entscheidung liegt immer bei der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt; ein Anspruch auf ein Rezept besteht nicht.

Was kostet die Behandlung und übernimmt meine Versicherung die Kosten?

Die Abrechnung erfolgt als Privatleistung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Privatversicherte können die Rechnung in der Regel bei ihrer privaten Krankenversicherung einreichen; die Erstattung richtet sich nach dem jeweiligen Tarif. Selbstzahler erhalten eine transparente GOÄ-Rechnung. Die Kosten für Medikamente in der Apotheke kommen gegebenenfalls hinzu.

Brauche ich einen Allergietest, bevor ich behandelt werden kann?

Für die symptomatische Behandlung eines typischen Heuschnupfens ist ein Allergietest nicht zwingend erforderlich; die Einschätzung kann häufig anhand der Krankengeschichte erfolgen. Ein Allergietest in einer allergologischen Praxis ist jedoch sinnvoll, wenn die Auslöser unklar sind oder eine Hyposensibilisierung erwogen wird. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt berät Sie dazu in der Video-Sprechstunde.

Machen Antihistaminika müde?

Moderne Antihistaminika der zweiten Generation verursachen deutlich seltener Müdigkeit als ältere Wirkstoffe. Einzelne Personen reagieren dennoch empfindlich darauf. Sprechen Sie mögliche Nebenwirkungen und Ihre individuelle Situation – etwa Autofahren oder Arbeiten an Maschinen – in der Video-Sprechstunde offen an.

Wann sollte ich mit Heuschnupfen persönlich in eine Praxis gehen?

Eine Untersuchung vor Ort ist ratsam, wenn die Beschwerden trotz Behandlung anhalten, pfeifende Atmung oder Atemnot auftreten oder der Verdacht auf allergisches Asthma besteht. Auch bei einseitigen Nasenbeschwerden, blutigem Sekret oder Fieber sollte eine körperliche Untersuchung erfolgen. Bei akuter Atemnot oder Schwellungen im Gesicht wählen Sie sofort den Notruf 112.