Mandelentzündung (Tonsillitis)

Die Mandelentzündung (Tonsillitis) ist eine meist durch Viren, seltener durch Bakterien verursachte Entzündung der Gaumenmandeln. Sie äußert sich typischerweise durch Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und Fieber. In der Video-Sprechstunde kann die Wahrscheinlichkeit einer bakteriellen Infektion mithilfe des Centor-Scores und einer Racheninspektion per Kamera eingeschätzt werden.

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Überblick

Eine Mandelentzündung (Tonsillitis) ist eine Entzündung der Gaumenmandeln, die meist durch Viren, seltener durch Bakterien wie A-Streptokokken verursacht wird. Typisch sind Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Fieber und geschwollene Halslymphknoten. Die meisten Mandelentzündungen heilen innerhalb von ein bis zwei Wochen von selbst aus. In der Video-Sprechstunde von OpenClinic24 erhebt die Ärztin oder der Arzt eine strukturierte Anamnese und nutzt dabei unter anderem den Centor-Score, ein etabliertes Bewertungssystem, das die Wahrscheinlichkeit einer Streptokokken-Infektion anhand von Fieber, Belägen auf den Mandeln, geschwollenen Halslymphknoten und fehlendem Husten abschätzt. Ergänzend kann eine Racheninspektion über die Kamera erfolgen. Auf dieser Grundlage wird das weitere Vorgehen mit Ihnen besprochen. Nach ärztlicher Einschätzung kann ein Privatrezept nach GOÄ ausgestellt werden, etwa über schmerzlindernde Wirkstoffe oder bei begründetem Verdacht auf eine bakterielle Infektion über ein Antibiotikum. Besteht Arbeitsunfähigkeit, kann zusätzlich eine Krankschreibung ausgestellt werden.

Häufige Ursachen

Die häufigste Ursache einer akuten Mandelentzündung sind Viren, darunter Erkältungs- und Grippeviren sowie das Epstein-Barr-Virus, der Erreger des Pfeifferschen Drüsenfiebers. Nur ein Teil der Fälle wird durch Bakterien ausgelöst; am bedeutsamsten sind beta-hämolysierende Streptokokken der Gruppe A. Die Übertragung erfolgt überwiegend durch Tröpfchen beim Husten, Niesen oder Sprechen sowie über engen Kontakt. Begünstigende Faktoren sind ein geschwächtes Immunsystem, trockene Schleimhäute, Rauchen und enger Kontakt zu Erkrankten, etwa in Schulen oder Gemeinschaftseinrichtungen. Kinder und junge Erwachsene sind besonders häufig betroffen. Wiederholte Mandelentzündungen können auf eine chronische Tonsillitis hinweisen, die eine weiterführende HNO-ärztliche Abklärung vor Ort erfordert. Die Unterscheidung zwischen viraler und bakterieller Ursache ist wichtig, da Antibiotika nur bei bakteriellen Infektionen sinnvoll sind.

Wann zum Arzt?

Ärztlichen Rat sollten Sie einholen, wenn starke Halsschmerzen länger als drei Tage anhalten, Fieber über 39 °C auftritt oder sich die Beschwerden trotz Selbstbehandlung verschlechtern. Warnzeichen für Komplikationen wie einen Peritonsillarabszess sind einseitig betonte, starke Halsschmerzen, eine kloßige Sprache, Schwierigkeiten beim Mundöffnen (Kieferklemme), zunehmende Schluckunfähigkeit mit Speichelfluss und ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl. In diesen Fällen ist eine umgehende Vorstellung in einer HNO-Praxis oder Notaufnahme erforderlich, da eine Videosprechstunde hier nicht ausreicht. Bei Atemnot, pfeifendem Atemgeräusch, Erstickungsgefühl oder wenn Flüssigkeit gar nicht mehr geschluckt werden kann, wählen Sie sofort den Notruf 112. Auch bei Verdacht auf Scharlach bei Kindern, bei bekannter Immunschwäche oder wenn die Symptome nach einer Antibiotikatherapie nicht abklingen, sollte eine ärztliche Untersuchung vor Ort erfolgen.

Symptome & Indikationen

Halsschmerzen, oft mit Ausstrahlung in die Ohren Schmerzen beim Schlucken Gerötete, geschwollene Mandeln, teils mit weißlichen Belägen Fieber und Schüttelfrost Geschwollene, druckempfindliche Halslymphknoten Mundgeruch Kloßige, belegte Sprache Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen

Behandlungsmöglichkeiten

  • Körperliche Schonung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr
  • Rezeptfreie Schmerz- und Fiebermittel wie nichtsteroidale Antirheumatika, nach ärztlicher Rücksprache
  • Lokal betäubende Lutschtabletten oder Gurgellösungen
  • Weiche, kühle Kost und Halswickel
  • Nach ärztlicher Einschätzung: Antibiotikum bei begründetem Verdacht auf eine Streptokokken-Infektion
  • Nach ärztlicher Einschätzung: Krankschreibung (AU) bei Arbeitsunfähigkeit

Wichtige Hinweise

  • Die Video-Racheninspektion kann eine körperliche Untersuchung mit Abstrich nicht vollständig ersetzen. Bei unklarem Befund wird Ihnen eine Vorstellung in einer Praxis vor Ort empfohlen.
  • Warnzeichen wie einseitig starke Halsschmerzen, Kieferklemme, kloßige Sprache oder zunehmende Schluckunfähigkeit können auf einen Peritonsillarabszess hinweisen und erfordern eine umgehende Untersuchung vor Ort.
  • Bei Atemnot, Erstickungsgefühl oder wenn Sie keine Flüssigkeit mehr schlucken können, wählen Sie sofort den Notruf 112.
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Medizinischer Hinweis: Kein Ersatz für eine ärztliche Untersuchung vor Ort. Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Orientierung. Bei Notfällen rufen Sie bitte 112 an.

Häufig gestellte Fragen

Kann eine Mandelentzündung per Videosprechstunde beurteilt werden?

In vielen Fällen ja. Die Ärztin oder der Arzt erhebt eine strukturierte Anamnese anhand des Centor-Scores und führt eine Racheninspektion über die Kamera durch. Bei guter Ausleuchtung lassen sich Rötung, Schwellung und Beläge der Mandeln oft ausreichend beurteilen. Ist der Befund unklar oder bestehen Warnzeichen, wird Ihnen eine Untersuchung vor Ort empfohlen.

Bekomme ich ein Antibiotikum verschrieben?

Das hängt von der ärztlichen Einschätzung ab. Die meisten Mandelentzündungen sind durch Viren verursacht, gegen die Antibiotika nicht wirken. Sprechen der Centor-Score und der Untersuchungsbefund für eine bakterielle Streptokokken-Infektion, kann nach ärztlicher Einschätzung ein Privatrezept über ein Antibiotikum ausgestellt werden. Ein Anspruch auf ein bestimmtes Rezept besteht nicht.

Kann ich bei einer Mandelentzündung eine Krankschreibung erhalten?

Ja, das ist möglich. Stellt die Ärztin oder der Arzt in der Videosprechstunde eine Arbeitsunfähigkeit fest, kann eine AU-Bescheinigung ausgestellt und Ihnen digital zur Verfügung gestellt werden. Die Dauer richtet sich nach dem Krankheitsverlauf und der ärztlichen Einschätzung.

Was kostet die Behandlung und übernimmt meine Versicherung die Kosten?

Die Abrechnung erfolgt als Privatleistung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Privatversicherte können die Rechnung in der Regel bei ihrer Krankenversicherung einreichen; die Erstattung richtet sich nach dem jeweiligen Tarif. Gesetzlich Versicherte können die Leistung als Selbstzahler in Anspruch nehmen. Die Kosten sehen Sie transparent vor der Buchung.

Wie lange dauert eine Mandelentzündung und wie lange bin ich ansteckend?

Eine akute Mandelentzündung klingt meist innerhalb von ein bis zwei Wochen ab. Solange Symptome wie Fieber und Halsschmerzen bestehen, sollten Sie engen Kontakt zu anderen meiden und auf Hände- und Hustenhygiene achten. Bei anhaltenden oder wiederkehrenden Beschwerden ist eine weiterführende HNO-ärztliche Abklärung sinnvoll.