Chlamydien-Infektion

Chlamydien gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen und verlaufen oft ohne spürbare Beschwerden. Nach einem positiven Testergebnis kann die leitliniengerechte Antibiotika-Behandlung nach ärztlicher Einschätzung vollständig per Videosprechstunde eingeleitet werden – diskret, ohne Wartezimmer und mit digitalem Privatrezept.

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Überblick

Chlamydien zählen zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen in Deutschland. Auslöser ist das Bakterium Chlamydia trachomatis, das vor allem beim ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen wird. Ein großer Teil der Infektionen verläuft ohne spürbare Beschwerden und bleibt daher lange unbemerkt. Unbehandelt kann eine Chlamydien-Infektion jedoch aufsteigen und bei Frauen Entzündungen von Gebärmutter und Eileitern verursachen, bei Männern Entzündungen von Nebenhoden und Prostata. Mögliche Spätfolgen sind chronische Unterbauchschmerzen und Unfruchtbarkeit. Eine nachgewiesene Chlamydien-Infektion lässt sich in der Regel gut mit Antibiotika behandeln. Liegt Ihnen bereits ein positives Testergebnis vor – etwa aus einem Labor oder einem zertifizierten Einsendetest –, kann die ärztliche Beratung und, nach ärztlicher Einschätzung, auch die Ausstellung eines Privatrezepts vollständig per Videosprechstunde erfolgen. Sie müssen dafür kein Wartezimmer aufsuchen: Die Behandlung läuft diskret, verschlüsselt und von zu Hause aus ab. Die Abrechnung erfolgt als privatärztliche Leistung nach GOÄ.

Häufige Ursachen

Chlamydien werden fast ausschließlich durch ungeschützten vaginalen, analen oder oralen Geschlechtsverkehr übertragen. Auch der gemeinsame Gebrauch von Sexspielzeug kann eine Übertragung ermöglichen. Da viele Infizierte keine Symptome bemerken, geben sie die Bakterien unwissentlich weiter – das erklärt die hohe Verbreitung insbesondere bei jüngeren Erwachsenen. Risikofaktoren sind häufig wechselnde Sexualpartner, der Verzicht auf Kondome und eine unbehandelte Infektion des Partners oder der Partnerin. Während der Geburt kann eine infizierte Mutter die Bakterien zudem auf das Neugeborene übertragen, was Augen- und Lungenentzündungen verursachen kann. Eine durchgemachte Infektion hinterlässt keine Immunität: Wer sich nicht schützt oder wessen Partner unbehandelt bleibt, kann sich unmittelbar erneut anstecken. Deshalb gehören die Information und die Mitbehandlung der Sexualpartner fest zur Therapie.

Wann zum Arzt?

Lassen Sie sich ärztlich beraten, wenn Sie Brennen beim Wasserlassen, ungewohnten Ausfluss, Zwischenblutungen oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr bemerken – oder wenn ein Sexualpartner positiv auf Chlamydien getestet wurde. Auch ohne Beschwerden ist nach einem Risikokontakt ein Test sinnvoll. Suchen Sie zeitnah eine Praxis oder Klinik vor Ort auf, wenn starke oder zunehmende Unterbauchschmerzen, Fieber, eine schmerzhafte Schwellung des Hodens oder ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl auftreten: Diese Zeichen können auf eine aufsteigende Infektion hindeuten, die eine körperliche Untersuchung erfordert. Schwangere mit nachgewiesener Infektion benötigen eine gesonderte ärztliche Betreuung. Bei Zeichen eines medizinischen Notfalls – etwa hohem Fieber mit Schüttelfrost und Kreislaufproblemen, heftigsten Bauchschmerzen oder Bewusstseinsstörungen – wählen Sie sofort den Notruf 112.

Symptome & Indikationen

Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen Ungewohnter Ausfluss aus Harnröhre oder Scheide Juckreiz oder Rötung im Genitalbereich Schmerzen oder Ziehen im Unterbauch Zwischenblutungen oder Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr Schmerzen beim Geschlechtsverkehr Schmerzen oder Schwellung im Bereich der Hoden Häufig auch gar keine spürbaren Beschwerden

Behandlungsmöglichkeiten

  • Ärztlich verordnete, leitliniengerechte Antibiotika-Therapie nach positivem Test (z. B. mit Tetracyclin-Antibiotika wie Doxycyclin)
  • Ärztliche Beratung zu Testergebnis, Beschwerden und weiterem Vorgehen per Videosprechstunde
  • Information und Mituntersuchung der Sexualpartner, um eine erneute Ansteckung zu vermeiden
  • Verzicht auf Geschlechtsverkehr bis zum Abschluss der Behandlung
  • Kondomnutzung zur Vorbeugung erneuter Infektionen
  • Kontrolluntersuchung oder Kontrolltest nach ärztlicher Empfehlung

Wichtige Hinweise

  • Die Videosprechstunde ersetzt keine körperliche Untersuchung. Bei starken Unterbauchschmerzen, Fieber oder einer schmerzhaften Hodenschwellung suchen Sie bitte zeitnah eine Praxis oder Klinik vor Ort auf.
  • Ein Rezept wird ausschließlich nach individueller ärztlicher Einschätzung ausgestellt. Ein positives Testergebnis ist Voraussetzung; ein Anspruch auf ein bestimmtes Medikament besteht nicht.
  • In der Schwangerschaft ist eine besondere Therapie erforderlich. Bitte weisen Sie in der Sprechstunde ausdrücklich auf eine bestehende oder mögliche Schwangerschaft hin.
  • Bei Zeichen eines medizinischen Notfalls – etwa hohem Fieber mit Schüttelfrost, heftigsten Bauchschmerzen oder Kreislaufproblemen – wählen Sie sofort den Notruf 112.
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Medizinischer Hinweis: Kein Ersatz für eine ärztliche Untersuchung vor Ort. Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Orientierung. Bei Notfällen rufen Sie bitte 112 an.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich die Chlamydien-Behandlung komplett online erhalten?

Ja, sofern ein positives Testergebnis vorliegt – etwa aus einem Labor, einer Teststelle oder einem zertifizierten Einsendetest. In der Videosprechstunde bespricht die Ärztin oder der Arzt Befund, Beschwerden und Vorerkrankungen mit Ihnen. Nach ärztlicher Einschätzung kann anschließend ein Privatrezept über ein geeignetes Antibiotikum ausgestellt werden, das Sie in jeder Apotheke einlösen können. Die Entscheidung trifft immer die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt.

Was kostet die Behandlung und übernimmt meine private Krankenversicherung die Kosten?

Die Videosprechstunde wird als privatärztliche Leistung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet. Privatversicherte können die Rechnung in der Regel bei ihrer Krankenversicherung oder Beihilfe einreichen; die Erstattung richtet sich nach dem jeweiligen Tarif. Selbstzahler sehen die Kosten vor der Buchung transparent. Die Kosten für das Medikament in der Apotheke kommen gegebenenfalls hinzu.

Muss mein Partner oder meine Partnerin mitbehandelt werden?

Ja, das ist medizinisch dringend empfohlen. Werden Sexualpartner nicht mituntersucht und gegebenenfalls mitbehandelt, kann es zu einer erneuten gegenseitigen Ansteckung kommen, dem sogenannten Ping-Pong-Effekt. Informieren Sie daher aktuelle und zurückliegende Partner, damit auch diese sich testen und ärztlich beraten lassen können.

Wie diskret läuft die Behandlung ab?

Die gesamte Beratung findet als verschlüsselte Videosprechstunde statt – ohne Wartezimmer und ohne persönlichen Kontakt vor Ort. Ihre Angaben unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht und werden nach DSGVO-Standards in Deutschland verarbeitet. Ein Privatrezept erhalten Sie digital und können es in einer Apotheke Ihrer Wahl einlösen.

Wann bin ich nach der Behandlung nicht mehr ansteckend?

Verzichten Sie während der gesamten Antibiotika-Einnahme und in der Regel bis sieben Tage nach Therapieende auf Geschlechtsverkehr. So schützen Sie Ihre Partner und vermeiden eine erneute Ansteckung. Ob ein Kontrolltest sinnvoll ist, bespricht die Ärztin oder der Arzt individuell mit Ihnen – etwa bei anhaltenden Beschwerden oder in der Schwangerschaft.