Überblick
Vorzeitiger Samenerguss ist die häufigste sexuelle Funktionsstörung des Mannes: Schätzungsweise 20 bis 30 Prozent aller Männer sind zumindest zeitweise betroffen. Medizinisch spricht man von einer Ejaculatio praecox, wenn der Samenerguss wiederholt sehr früh eintritt – häufig innerhalb von etwa einer Minute nach Beginn des Geschlechtsverkehrs –, die Kontrolle über den Zeitpunkt fehlt und daraus ein deutlicher Leidensdruck entsteht. Unterschieden werden eine lebenslange Form, die seit den ersten sexuellen Erfahrungen besteht, und eine erworbene Form, die später neu auftritt. Vorzeitiger Samenerguss ist keine Frage der Willensstärke, sondern eine anerkannte und gut behandelbare Störung. Da die Diagnose in erster Linie auf dem ärztlichen Gespräch beruht, eignet sich die Video-Sprechstunde gut für die Abklärung. Nach ärztlicher Einschätzung kann eine rezeptpflichtige Behandlung – etwa mit einem dafür zugelassenen Serotonin-Wiederaufnahmehemmer oder einem lokal betäubenden Spray – auf Privatrezept eingeleitet werden.

