Überblick
Genitalherpes gehört zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen. Ausgelöst wird er durch Herpes-simplex-Viren, meist vom Typ 2, zunehmend auch vom Typ 1. Nach der Erstinfektion verbleiben die Viren lebenslang in Nervenzellen und können in Abständen erneut aktiv werden. Ein Schub beginnt oft mit Kribbeln oder Brennen, gefolgt von schmerzhaften Bläschen, die aufplatzen und verkrusten. Die Beschwerden heilen in der Regel innerhalb von ein bis drei Wochen ab, bei Rezidiven meist schneller. Viele Betroffene erleben wiederkehrende Schübe, deren Häufigkeit im Lauf der Jahre oft abnimmt. Eine Heilung ist nach heutigem Kenntnisstand nicht möglich, die Erkrankung lässt sich jedoch gut kontrollieren: Nach ärztlicher Einschätzung können Virostatika einen akuten Schub verkürzen, und bei häufigen Rezidiven kann eine tägliche Suppressionstherapie erwogen werden. In der Videosprechstunde werden Ihre Beschwerden anhand von Anamnese und Fotos beurteilt; bei Eignung kann ein Privatrezept ausgestellt werden.
Häufige Ursachen
Die Übertragung erfolgt vor allem über direkten Haut- und Schleimhautkontakt beim vaginalen, analen oder oralen Geschlechtsverkehr. Auch ohne sichtbare Bläschen können Viren ausgeschieden und weitergegeben werden; ein großer Teil der Ansteckungen geschieht in beschwerdefreien Phasen. Herpes-simplex-Virus Typ 1, der klassische Erreger des Lippenherpes, kann durch Oralverkehr ebenfalls Genitalherpes verursachen. Nach der Erstinfektion ruhen die Viren in Nervenknoten. Bestimmte Auslöser können Rezidive begünstigen, darunter fieberhafte Infekte, psychischer Stress, Schlafmangel, intensive UV-Exposition, mechanische Reizung der Haut, hormonelle Schwankungen etwa im Rahmen der Menstruation sowie ein geschwächtes Immunsystem. Die individuellen Auslöser unterscheiden sich von Person zu Person; ein Beschwerdetagebuch kann helfen, eigene Muster zu erkennen und mit der Ärztin oder dem Arzt zu besprechen.
Wann zum Arzt?
Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll, wenn erstmals Bläschen oder Geschwüre im Genitalbereich auftreten, wenn Schübe häufig wiederkehren oder wenn die Beschwerden trotz Behandlung nicht innerhalb weniger Tage besser werden. Auch bei starken Schmerzen, ausgedehnten Hautveränderungen, eitriger Sekretion oder gleichzeitigem Fieber sollten Sie zeitnah ärztlichen Rat einholen. Schwangere mit Verdacht auf Genitalherpes sollten umgehend ihre Frauenärztin oder ihren Frauenarzt informieren, da eine Übertragung auf das Kind unter der Geburt möglich ist. Menschen mit geschwächtem Immunsystem benötigen ebenfalls eine engmaschige Betreuung. Warnzeichen für einen Notfall sind hohes Fieber mit schwerem Krankheitsgefühl, Nackensteifigkeit, Verwirrtheit, Krampfanfälle oder die Unfähigkeit, Wasser zu lassen. Bei solchen Zeichen zögern Sie nicht: Wählen Sie den Notruf 112 oder suchen Sie sofort eine Notaufnahme auf.