Überblick
Die gutartige Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie, BPH) zählt zu den häufigsten Erkrankungen des älteren Mannes. Etwa die Hälfte der Männer über 60 Jahren hat eine vergrößerte Prostata, viele davon mit spürbaren Beschwerden beim Wasserlassen. Da die Prostata die Harnröhre direkt unterhalb der Blase umschließt, kann ihr Wachstum den Harnfluss behindern: Der Strahl wird schwächer, das Wasserlassen dauert länger, und die Blase entleert sich unvollständig. Viele Betroffene stehen nachts mehrmals auf, was Schlaf und Lebensqualität erheblich beeinträchtigen kann. Die Erkrankung ist gutartig und in der Regel gut behandelbar. Bei vielen Patienten lassen sich die Beschwerden mit Medikamenten – vor allem Alpha-1-Rezeptorblockern wie Tamsulosin – dauerhaft stabil kontrollieren. Für Männer, die bereits gut eingestellt sind, kann nach ärztlicher Einschätzung ein Folgerezept auch in der Video-Sprechstunde ausgestellt werden – diskret, ohne Wartezimmer und ohne lange Anfahrt.
Häufige Ursachen
Die genaue Ursache der gutartigen Prostatavergrößerung ist nicht abschließend geklärt. Als gesichert gilt, dass hormonelle Veränderungen im Alter eine zentrale Rolle spielen: Mit zunehmenden Lebensjahren verschiebt sich das Verhältnis der Geschlechtshormone, was das Wachstum des Prostatagewebes anregen kann. Das Alter ist damit der wichtigste Risikofaktor – die Häufigkeit steigt ab dem 50. Lebensjahr deutlich an. Daneben werden erbliche Veranlagung, Übergewicht, Bewegungsmangel und Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus als begünstigende Faktoren diskutiert. Auch der Lebensstil beeinflusst die Beschwerden: Alkohol, Koffein und große Trinkmengen am Abend können den Harndrang verstärken, ebenso bestimmte Medikamente. Wichtig zu wissen: Die gutartige Vergrößerung ist keine Vorstufe von Prostatakrebs; beide Erkrankungen können jedoch unabhängig voneinander gleichzeitig bestehen.
Wann zum Arzt?
Lassen Sie neu aufgetretene Beschwerden beim Wasserlassen grundsätzlich einmal urologisch abklären, bevor eine Dauerbehandlung beginnt. Suchen Sie zeitnah einen Arzt auf, wenn sich Ihre Beschwerden trotz Behandlung verschlechtern, wenn Sie Blut im Urin bemerken, wiederholt Harnwegsinfekte auftreten oder das Wasserlassen schmerzhaft wird. Auch Fieber in Verbindung mit Flankenschmerzen ist ein Warnzeichen und kann auf eine Beteiligung der Nieren hinweisen. Ein Notfall ist der akute Harnverhalt: Die Blase ist prall gefüllt, aber trotz starken Harndrangs gelingt kein Wasserlassen, meist begleitet von zunehmenden Unterbauchschmerzen. Wählen Sie in diesem Fall den Notruf 112 oder lassen Sie sich unverzüglich in eine Notaufnahme bringen. Sind Sie dagegen seit Längerem stabil auf Ihre Medikation eingestellt, ist die Video-Sprechstunde ein geeigneter Weg für Verlaufsbesprechung und Folgerezept.