Gutartige Prostatavergrößerung (BPH)

Die gutartige Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie, BPH) ist eine altersbedingte Vergrößerung der Vorsteherdrüse, die den Harnfluss behindern kann. Typisch sind ein abgeschwächter Harnstrahl, nächtlicher Harndrang und das Gefühl unvollständiger Blasenentleerung. Bei stabil eingestellter Medikation kann nach ärztlicher Einschätzung ein Folgerezept auch in der Video-Sprechstunde ausgestellt werden.

12 Ärzt:innen jetzt verfügbar

Überblick

Die gutartige Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie, BPH) zählt zu den häufigsten Erkrankungen des älteren Mannes. Etwa die Hälfte der Männer über 60 Jahren hat eine vergrößerte Prostata, viele davon mit spürbaren Beschwerden beim Wasserlassen. Da die Prostata die Harnröhre direkt unterhalb der Blase umschließt, kann ihr Wachstum den Harnfluss behindern: Der Strahl wird schwächer, das Wasserlassen dauert länger, und die Blase entleert sich unvollständig. Viele Betroffene stehen nachts mehrmals auf, was Schlaf und Lebensqualität erheblich beeinträchtigen kann. Die Erkrankung ist gutartig und in der Regel gut behandelbar. Bei vielen Patienten lassen sich die Beschwerden mit Medikamenten – vor allem Alpha-1-Rezeptorblockern wie Tamsulosin – dauerhaft stabil kontrollieren. Für Männer, die bereits gut eingestellt sind, kann nach ärztlicher Einschätzung ein Folgerezept auch in der Video-Sprechstunde ausgestellt werden – diskret, ohne Wartezimmer und ohne lange Anfahrt.

Häufige Ursachen

Die genaue Ursache der gutartigen Prostatavergrößerung ist nicht abschließend geklärt. Als gesichert gilt, dass hormonelle Veränderungen im Alter eine zentrale Rolle spielen: Mit zunehmenden Lebensjahren verschiebt sich das Verhältnis der Geschlechtshormone, was das Wachstum des Prostatagewebes anregen kann. Das Alter ist damit der wichtigste Risikofaktor – die Häufigkeit steigt ab dem 50. Lebensjahr deutlich an. Daneben werden erbliche Veranlagung, Übergewicht, Bewegungsmangel und Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus als begünstigende Faktoren diskutiert. Auch der Lebensstil beeinflusst die Beschwerden: Alkohol, Koffein und große Trinkmengen am Abend können den Harndrang verstärken, ebenso bestimmte Medikamente. Wichtig zu wissen: Die gutartige Vergrößerung ist keine Vorstufe von Prostatakrebs; beide Erkrankungen können jedoch unabhängig voneinander gleichzeitig bestehen.

Wann zum Arzt?

Lassen Sie neu aufgetretene Beschwerden beim Wasserlassen grundsätzlich einmal urologisch abklären, bevor eine Dauerbehandlung beginnt. Suchen Sie zeitnah einen Arzt auf, wenn sich Ihre Beschwerden trotz Behandlung verschlechtern, wenn Sie Blut im Urin bemerken, wiederholt Harnwegsinfekte auftreten oder das Wasserlassen schmerzhaft wird. Auch Fieber in Verbindung mit Flankenschmerzen ist ein Warnzeichen und kann auf eine Beteiligung der Nieren hinweisen. Ein Notfall ist der akute Harnverhalt: Die Blase ist prall gefüllt, aber trotz starken Harndrangs gelingt kein Wasserlassen, meist begleitet von zunehmenden Unterbauchschmerzen. Wählen Sie in diesem Fall den Notruf 112 oder lassen Sie sich unverzüglich in eine Notaufnahme bringen. Sind Sie dagegen seit Längerem stabil auf Ihre Medikation eingestellt, ist die Video-Sprechstunde ein geeigneter Weg für Verlaufsbesprechung und Folgerezept.

Symptome & Indikationen

Abgeschwächter oder unterbrochener Harnstrahl Häufiges nächtliches Wasserlassen (Nykturie) Verzögerter Beginn des Wasserlassens Gefühl der unvollständigen Blasenentleerung Nachträufeln von Urin Plötzlicher, schwer unterdrückbarer Harndrang Häufige Toilettengänge mit kleinen Urinmengen

Behandlungsmöglichkeiten

  • Alpha-1-Rezeptorblocker (z. B. Tamsulosin) zur Entspannung der Muskulatur von Prostata und Blasenhals
  • 5-Alpha-Reduktase-Hemmer zur langfristigen Verkleinerung der Prostata
  • Pflanzliche Präparate, etwa auf Basis von Sägepalmenfrüchten oder Kürbiskernen
  • Anpassung der Trinkgewohnheiten: abends weniger trinken, Alkohol und Koffein reduzieren
  • Blasentraining und Blasenentleerung nach festem Zeitplan
  • Regelmäßige Bewegung und Gewichtsreduktion bei Übergewicht

Wichtige Hinweise

  • Die Video-Sprechstunde ersetzt keine urologische Untersuchung. Erstdiagnose und regelmäßige Kontrollen (z. B. Tastuntersuchung, Ultraschall, Laborwerte) müssen in einer Praxis vor Ort erfolgen.
  • Suchen Sie zeitnah einen Arzt auf bei Blut im Urin, Fieber mit Flankenschmerzen oder Schmerzen beim Wasserlassen.
  • Ein akuter Harnverhalt – die Blase ist voll, aber es gelingt kein Wasserlassen – ist ein Notfall. Wählen Sie in diesem Fall den Notruf 112 oder suchen Sie sofort eine Notaufnahme auf.
  • Beschwerden beim Wasserlassen können auch andere Ursachen haben, darunter Prostatakrebs. Nehmen Sie daher die urologischen Vorsorge- und Kontrolluntersuchungen wahr.
SO FUNKTIONIERT ES

Ablauf bei OpenClinic24

SCHRITT 01

Fragebogen ausfüllen

Kurze Angaben zu Ihren Beschwerden

SCHRITT 02

Ärzt:in verbindet sich

Video-Sprechstunde in wenigen Minuten

SCHRITT 03

Dokumente erhalten

Rezept, Krankschreibung oder Überweisung digital

Geschätzte Wartezeit

~ Min. Wartezeit

Verwandte Behandlungen

Weitere Beschwerden, die wir per Video-Sprechstunde behandeln.

JETZT VERFÜGBAR

Video-Sprechstunde — meist <15 min Wartezeit

Medizinischer Hinweis: Kein Ersatz für eine ärztliche Untersuchung vor Ort. Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Orientierung. Bei Notfällen rufen Sie bitte 112 an.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich mein Folgerezept für Tamsulosin online erhalten?

Wenn Sie bereits von einem Arzt auf einen Alpha-1-Rezeptorblocker wie Tamsulosin eingestellt sind und die Behandlung gut vertragen, kann nach ärztlicher Einschätzung in der Video-Sprechstunde ein Privatrezept ausgestellt werden. Voraussetzung ist, dass Ihre Beschwerden stabil sind und keine Warnzeichen vorliegen. Ein Anspruch auf ein Rezept besteht nicht; die Entscheidung trifft immer die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt.

Was kostet die Video-Sprechstunde und wer übernimmt die Kosten?

Die Abrechnung erfolgt als Privatleistung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Privatversicherte können die Rechnung in der Regel bei ihrer privaten Krankenversicherung einreichen; die Erstattung richtet sich nach dem jeweiligen Tarif. Selbstzahler erhalten eine transparente GOÄ-Rechnung. Die Kosten für Medikamente in der Apotheke kommen gegebenenfalls hinzu.

Ersetzt die Online-Behandlung den Besuch beim Urologen?

Nein. Die Erstdiagnose einer Prostatavergrößerung sowie regelmäßige Kontrolluntersuchungen – etwa Tastuntersuchung, Ultraschall und Laborwerte – gehören in die urologische Praxis. Die Video-Sprechstunde eignet sich vor allem für die Verlaufsbesprechung und Folgerezepte bei stabil eingestellter Behandlung. Wir empfehlen, die von Ihrem Urologen vorgesehenen Kontrollintervalle einzuhalten.

Ist eine gutartige Prostatavergrößerung gefährlich?

Die benigne Prostatahyperplasie ist definitionsgemäß gutartig und kein Krebs. Unbehandelt kann sie jedoch zu Komplikationen wie Harnwegsinfekten, Blasensteinen oder in seltenen Fällen zu einer Schädigung der Nieren führen. Da ähnliche Beschwerden auch andere Ursachen haben können, sind regelmäßige urologische Kontrollen wichtig.

Wie läuft die Video-Sprechstunde bei OpenClinic24 ab?

Sie buchen online einen Termin, beantworten vorab einen strukturierten medizinischen Fragebogen und sprechen anschließend per Video mit einer Ärztin oder einem Arzt. Nach ärztlicher Einschätzung kann ein Privatrezept ausgestellt werden, das Sie digital erhalten und in jeder Apotheke einlösen können. Die Videoverbindung ist Ende-zu-Ende-verschlüsselt.