Überblick
Lippenherpes (Herpes labialis) gehört zu den häufigsten Virusinfektionen der Haut. Ausgelöst wird er in den meisten Fällen durch das Herpes-simplex-Virus Typ 1, seltener durch Typ 2. Ein großer Teil der Erwachsenen trägt das Virus in sich; nicht alle entwickeln jedoch sichtbare Schübe. Ein typischer Schub beginnt oft mit Kribbeln, Brennen oder einem Spannungsgefühl an der Lippe. Innerhalb weniger Stunden bis Tage entstehen gruppiert stehende, flüssigkeitsgefüllte Bläschen, die aufplatzen, nässen und anschließend verkrusten. Ohne Behandlung heilt ein unkomplizierter Schub meist innerhalb von ein bis zwei Wochen ab. Da das Erscheinungsbild sehr charakteristisch ist, eignet sich Lippenherpes gut für die telemedizinische Blickdiagnose: In der Video-Sprechstunde kann die Ärztin oder der Arzt den Befund beurteilen, Fragen zum Verlauf klären und nach ärztlicher Einschätzung ein Privatrezept über virushemmende Wirkstoffe ausstellen. Gerade im akuten Schub zählt Zeit, denn eine früh begonnene Behandlung kann Dauer und Ausprägung der Beschwerden günstig beeinflussen.

