Scheidenpilz

Scheidenpilz (Vulvovaginalkandidose) ist eine häufige Pilzinfektion der Scheide und der Vulva, meist verursacht durch Hefepilze der Gattung Candida. Typisch sind Juckreiz, Brennen und ein weißlich-krümeliger Ausfluss. In der Video-Sprechstunde kann nach ärztlicher Einschätzung eine antimykotische Behandlung eingeleitet werden – diskret und ohne Wartezimmer.

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Überblick

Scheidenpilz, medizinisch Vulvovaginalkandidose, gehört zu den häufigsten Gründen für gynäkologische Konsultationen. Etwa drei von vier Frauen erleben mindestens einmal im Leben eine solche Infektion, viele mehrfach. Auslöser sind meist Hefepilze der Gattung Candida, die in geringer Zahl zur normalen Scheidenflora gehören können und sich unter bestimmten Bedingungen übermäßig vermehren. Typische Beschwerden sind Juckreiz, Brennen und ein weißlich-krümeliger Ausfluss; der Ausfluss riecht dabei in der Regel nicht unangenehm. Ein unkomplizierter Scheidenpilz ist gut behandelbar und in aller Regel harmlos, kann aber sehr belastend sein. In der Video-Sprechstunde von OpenClinic24 schildern Sie Ihre Beschwerden diskret von zu Hause aus. Nach ärztlicher Einschätzung kann ein Privatrezept über ein geeignetes Antimykotikum ausgestellt werden – als lokale Behandlung oder, wenn medizinisch sinnvoll, in Tablettenform. Bei häufig wiederkehrenden Episoden kann zudem eine ärztlich begleitete Rezidivprophylaxe besprochen werden.

Häufige Ursachen

Eine Candida-Besiedlung der Scheide ist zunächst nichts Krankhaftes. Zu Beschwerden kommt es, wenn das Gleichgewicht der Scheidenflora gestört wird und sich die Pilze stark vermehren. Häufige Auslöser sind Antibiotikabehandlungen, die die schützenden Milchsäurebakterien reduzieren, sowie hormonelle Veränderungen etwa durch Schwangerschaft, Zyklus oder hormonelle Verhütung. Auch ein schlecht eingestellter Diabetes mellitus, ein geschwächtes Immunsystem und die Einnahme bestimmter Medikamente wie Kortisonpräparate begünstigen eine Infektion. Mechanische und chemische Reize spielen ebenfalls eine Rolle: übertriebene Intimhygiene, Scheidenspülungen, parfümierte Pflegeprodukte sowie enge, luftundurchlässige Kleidung oder dauerhaft feuchte Badebekleidung schaffen ein Milieu, in dem Hefepilze gut wachsen. In der Video-Sprechstunde werden diese Faktoren systematisch abgefragt, denn ihre Behandlung oder Vermeidung ist ein wichtiger Baustein, um erneute Episoden zu verhindern.

Wann zum Arzt?

Ärztlichen Rat sollten Sie einholen, wenn Beschwerden erstmalig auftreten, sich nicht eindeutig zuordnen lassen oder nach einer rezeptfreien Behandlung nicht innerhalb weniger Tage bessern. Eine gynäkologische Untersuchung mit Abstrich vor Ort ist erforderlich bei übelriechendem, gelb-grünlichem oder blutigem Ausfluss, bei Fieber, starken Unterbauchschmerzen oder Schmerzen beim Wasserlassen mit Flankenschmerz – solche Zeichen sprechen gegen einen unkomplizierten Scheidenpilz und können auf eine bakterielle Infektion, eine sexuell übertragbare Erkrankung oder eine aufsteigende Infektion hinweisen. Auch in der Schwangerschaft, bei bekanntem Diabetes, geschwächtem Immunsystem sowie bei vier oder mehr Episoden pro Jahr ist eine ärztliche Abklärung wichtig. Bei Zeichen einer schweren Allgemeinreaktion wie Atemnot, Kreislaufkollaps oder hohem Fieber mit Schüttelfrost wählen Sie umgehend den Notruf 112.

Symptome & Indikationen

Juckreiz im Bereich von Scheide und Vulva Brennen, insbesondere beim Wasserlassen Weißlicher, krümeliger Ausfluss (quarkähnlich) Rötung und Schwellung der Schamlippen Wundes oder gereiztes Gefühl im Intimbereich Schmerzen oder Unbehagen beim Geschlechtsverkehr Kleine Einrisse oder wunde Stellen der Haut Wiederkehrende Beschwerden trotz vorheriger Behandlung

Behandlungsmöglichkeiten

  • Lokale Antimykotika als Vaginalzäpfchen oder Creme nach ärztlicher Einschätzung
  • Orale Antimykotika, wenn eine lokale Behandlung nicht ausreicht oder nicht geeignet ist
  • Rezidivprophylaxe mit ärztlich begleiteter Erhaltungstherapie bei häufig wiederkehrenden Infektionen
  • Schonende Intimhygiene mit Wasser oder pH-neutralen Waschlotionen, Verzicht auf Intimsprays und Scheidenspülungen
  • Atmungsaktive Baumwollunterwäsche und Vermeidung von dauerhaft feuchtem, luftdichtem Milieu
  • Überprüfung begünstigender Faktoren wie Antibiotikaeinnahme, Blutzuckereinstellung oder hormoneller Veränderungen
  • Mitbehandlung des Partners nur bei dessen eigenen Beschwerden nach ärztlicher Einschätzung

Wichtige Hinweise

  • Die telemedizinische Einschätzung beruht auf Ihrer Anamnese und ersetzt keine gynäkologische Untersuchung. Bei unklaren, erstmaligen oder trotz Behandlung anhaltenden Beschwerden ist eine Untersuchung mit Abstrich in einer Praxis erforderlich.
  • Bei Fieber, starken Unterbauchschmerzen, übelriechendem oder blutigem Ausfluss sollten Sie zeitnah eine ärztliche Untersuchung vor Ort in Anspruch nehmen – diese Zeichen sprechen gegen einen unkomplizierten Scheidenpilz.
  • In der Schwangerschaft ist eine besondere ärztliche Beratung notwendig; nicht alle Wirkstoffe und Darreichungsformen sind dann geeignet.
  • Bei Zeichen einer schweren Allgemeinreaktion wie Atemnot, Kreislaufkollaps oder hohem Fieber mit Schüttelfrost wählen Sie den Notruf 112.
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Medizinischer Hinweis: Kein Ersatz für eine ärztliche Untersuchung vor Ort. Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Orientierung. Bei Notfällen rufen Sie bitte 112 an.

Häufig gestellte Fragen

Wie läuft die Online-Behandlung bei Scheidenpilz ab?

Sie füllen einen strukturierten medizinischen Fragebogen aus und sprechen anschließend per Video mit einer Ärztin oder einem Arzt. Auf Grundlage Ihrer Angaben wird geprüft, ob das Beschwerdebild zu einem unkomplizierten Scheidenpilz passt. Nach ärztlicher Einschätzung kann ein Privatrezept über ein geeignetes Antimykotikum ausgestellt werden. Ergibt sich der Verdacht auf eine andere Ursache, erhalten Sie eine Empfehlung zur weiteren Abklärung vor Ort.

Was kostet die Behandlung und übernimmt meine Versicherung die Kosten?

Die Abrechnung erfolgt als Privatleistung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Privatversicherte können die Rechnung in der Regel bei ihrer privaten Krankenversicherung einreichen; die Erstattung richtet sich nach dem jeweiligen Tarif. Selbstzahlerinnen tragen die Kosten selbst und erhalten eine transparente GOÄ-Rechnung. Die Kosten für ein verordnetes Medikament in der Apotheke kommen gegebenenfalls hinzu.

Ich habe mehrmals im Jahr Scheidenpilz – was kann ich tun?

Treten vier oder mehr Episoden pro Jahr auf, spricht man von einer rezidivierenden Vulvovaginalkandidose. Nach ärztlicher Einschätzung kann dann eine längerfristige Erhaltungstherapie mit Antimykotika in absteigender Häufigkeit sinnvoll sein. Zusätzlich werden begünstigende Faktoren wie Blutzuckereinstellung, Antibiotikaeinnahmen oder Intimhygiene besprochen. Vor Beginn einer Rezidivprophylaxe sollte die Diagnose mindestens einmal durch einen Abstrich gesichert worden sein.

Reicht ein rezeptfreies Mittel aus der Apotheke nicht aus?

Bei einer eindeutigen, unkomplizierten Episode kann eine rezeptfreie lokale Behandlung ausreichen. Ärztlicher Rat ist jedoch sinnvoll, wenn die Beschwerden erstmalig auftreten, nicht sicher zuzuordnen sind, häufig wiederkehren oder eine lokale Behandlung nicht angeschlagen hat. Hinter ähnlichen Symptomen können auch bakterielle Infektionen oder Hauterkrankungen stecken, die anders behandelt werden müssen.

Kann Scheidenpilz auch in der Video-Sprechstunde sicher beurteilt werden?

Bei typischen Beschwerden und bekannter Vorgeschichte ist eine anamnesebasierte Einschätzung per Video gut möglich und international etabliert. Eine hundertprozentige Sicherheit ohne Untersuchung und Abstrich gibt es jedoch nicht. Deshalb wird Ihnen bei untypischen Zeichen, ausbleibender Besserung oder wiederholten Episoden eine gynäkologische Untersuchung vor Ort empfohlen.