Überblick
Die bakterielle Vaginose ist die häufigste mikrobielle Störung der Scheidenflora bei Frauen im gebärfähigen Alter. Dabei geraten die natürlichen Milchsäurebakterien (Laktobazillen) aus dem Gleichgewicht und werden von anderen Bakterien, vor allem Gardnerella vaginalis, verdrängt. Typisch sind ein vermehrter, dünnflüssiger, grau-weißer Ausfluss und ein unangenehmer, fischartiger Geruch, der nach dem Geschlechtsverkehr oft stärker wahrnehmbar ist. Etwa die Hälfte der Betroffenen bemerkt jedoch keine oder nur geringe Beschwerden. Eine bakterielle Vaginose ist keine klassische Geschlechtskrankheit, sexuelle Aktivität kann ihre Entstehung aber begünstigen. Unbehandelt kann sie das Risiko für aufsteigende Infektionen und für Komplikationen in der Schwangerschaft erhöhen. Die Behandlung erfolgt in der Regel mit Antibiotika wie Metronidazol oder Clindamycin, als Tabletten oder zur vaginalen Anwendung. Bei OpenClinic24 schildern Sie Ihre Beschwerden in einer strukturierten Anamnese und besprechen sie anschließend in einer Video-Sprechstunde. Nach ärztlicher Einschätzung kann ein Privatrezept ausgestellt werden, sofern die Behandlung telemedizinisch vertretbar ist.
Häufige Ursachen
Eine bakterielle Vaginose entsteht, wenn das saure Milieu der Scheide gestört wird und die schützenden Laktobazillen abnehmen. Begünstigende Faktoren sind häufige oder neue Sexualpartner, ungeschützter Geschlechtsverkehr, übertriebene Intimhygiene mit Scheidenspülungen oder parfümierten Produkten sowie hormonelle Veränderungen, etwa während der Menstruation, in der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren. Auch eine Kupferspirale, Rauchen, anhaltender Stress und eine Antibiotikabehandlung aus anderem Anlass können das Gleichgewicht der Scheidenflora beeinträchtigen. Steigt der pH-Wert der Scheide an, können sich Bakterien wie Gardnerella vaginalis stark vermehren und einen Biofilm an der Scheidenwand bilden. Dieser Biofilm erklärt auch, warum die bakterielle Vaginose nach zunächst erfolgreicher Behandlung bei einem Teil der Betroffenen erneut auftritt. Eine Ansteckung im engeren Sinne, etwa über Toiletten oder Schwimmbäder, gilt dagegen als sehr unwahrscheinlich.
Wann zum Arzt?
Suchen Sie ärztlichen Rat, wenn Sie erstmals veränderten Ausfluss mit unangenehmem Geruch bemerken, wenn Beschwerden trotz Behandlung fortbestehen oder wiederholt auftreten. Eine gynäkologische Praxis sollten Sie insbesondere dann aufsuchen, wenn Sie schwanger sind, Fieber entwickeln, Schmerzen im Unterbauch haben, Zwischenblutungen oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr bestehen oder der Verdacht auf eine sexuell übertragbare Infektion besteht. Diese Situationen erfordern eine körperliche Untersuchung und lassen sich telemedizinisch nicht abschließend beurteilen. Warnzeichen für eine ernsthafte Komplikation sind hohes Fieber mit Schüttelfrost, starke oder zunehmende Unterbauchschmerzen, eitriger Ausfluss und ein deutliches Krankheitsgefühl; in diesen Fällen sollten Sie sich noch am selben Tag ärztlich untersuchen lassen. Bei Zeichen eines Kreislaufversagens, etwa Verwirrtheit, sehr schnellem Herzschlag oder drohender Bewusstlosigkeit, wählen Sie sofort den Notruf 112.