Bakterielle Vaginose

Die bakterielle Vaginose ist eine Störung des natürlichen Gleichgewichts der Scheidenflora, bei der schützende Milchsäurebakterien von anderen Bakterien verdrängt werden. Typisch sind vermehrter, dünnflüssiger Ausfluss und ein unangenehmer, fischartiger Geruch. Nach ärztlicher Einschätzung kann eine Behandlung mit Antibiotika wie Clindamycin oder Metronidazol per Privatrezept eingeleitet werden.

12 Ärzt:innen jetzt verfügbar

Überblick

Die bakterielle Vaginose ist die häufigste mikrobielle Störung der Scheidenflora bei Frauen im gebärfähigen Alter. Dabei geraten die natürlichen Milchsäurebakterien (Laktobazillen) aus dem Gleichgewicht und werden von anderen Bakterien, vor allem Gardnerella vaginalis, verdrängt. Typisch sind ein vermehrter, dünnflüssiger, grau-weißer Ausfluss und ein unangenehmer, fischartiger Geruch, der nach dem Geschlechtsverkehr oft stärker wahrnehmbar ist. Etwa die Hälfte der Betroffenen bemerkt jedoch keine oder nur geringe Beschwerden. Eine bakterielle Vaginose ist keine klassische Geschlechtskrankheit, sexuelle Aktivität kann ihre Entstehung aber begünstigen. Unbehandelt kann sie das Risiko für aufsteigende Infektionen und für Komplikationen in der Schwangerschaft erhöhen. Die Behandlung erfolgt in der Regel mit Antibiotika wie Metronidazol oder Clindamycin, als Tabletten oder zur vaginalen Anwendung. Bei OpenClinic24 schildern Sie Ihre Beschwerden in einer strukturierten Anamnese und besprechen sie anschließend in einer Video-Sprechstunde. Nach ärztlicher Einschätzung kann ein Privatrezept ausgestellt werden, sofern die Behandlung telemedizinisch vertretbar ist.

Häufige Ursachen

Eine bakterielle Vaginose entsteht, wenn das saure Milieu der Scheide gestört wird und die schützenden Laktobazillen abnehmen. Begünstigende Faktoren sind häufige oder neue Sexualpartner, ungeschützter Geschlechtsverkehr, übertriebene Intimhygiene mit Scheidenspülungen oder parfümierten Produkten sowie hormonelle Veränderungen, etwa während der Menstruation, in der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren. Auch eine Kupferspirale, Rauchen, anhaltender Stress und eine Antibiotikabehandlung aus anderem Anlass können das Gleichgewicht der Scheidenflora beeinträchtigen. Steigt der pH-Wert der Scheide an, können sich Bakterien wie Gardnerella vaginalis stark vermehren und einen Biofilm an der Scheidenwand bilden. Dieser Biofilm erklärt auch, warum die bakterielle Vaginose nach zunächst erfolgreicher Behandlung bei einem Teil der Betroffenen erneut auftritt. Eine Ansteckung im engeren Sinne, etwa über Toiletten oder Schwimmbäder, gilt dagegen als sehr unwahrscheinlich.

Wann zum Arzt?

Suchen Sie ärztlichen Rat, wenn Sie erstmals veränderten Ausfluss mit unangenehmem Geruch bemerken, wenn Beschwerden trotz Behandlung fortbestehen oder wiederholt auftreten. Eine gynäkologische Praxis sollten Sie insbesondere dann aufsuchen, wenn Sie schwanger sind, Fieber entwickeln, Schmerzen im Unterbauch haben, Zwischenblutungen oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr bestehen oder der Verdacht auf eine sexuell übertragbare Infektion besteht. Diese Situationen erfordern eine körperliche Untersuchung und lassen sich telemedizinisch nicht abschließend beurteilen. Warnzeichen für eine ernsthafte Komplikation sind hohes Fieber mit Schüttelfrost, starke oder zunehmende Unterbauchschmerzen, eitriger Ausfluss und ein deutliches Krankheitsgefühl; in diesen Fällen sollten Sie sich noch am selben Tag ärztlich untersuchen lassen. Bei Zeichen eines Kreislaufversagens, etwa Verwirrtheit, sehr schnellem Herzschlag oder drohender Bewusstlosigkeit, wählen Sie sofort den Notruf 112.

Symptome & Indikationen

Dünnflüssiger, grau-weißer Ausfluss Unangenehmer, fischartiger Geruch, oft verstärkt nach dem Geschlechtsverkehr Vermehrter Ausfluss Leichtes Brennen oder Juckreiz im Scheidenbereich Rötung oder Reizung der Vulva Brennen beim Wasserlassen Missempfindungen beim Geschlechtsverkehr Teilweise auch gar keine spürbaren Beschwerden

Behandlungsmöglichkeiten

  • Nach ärztlicher Einschätzung kann eine antibiotische Behandlung mit Wirkstoffen wie Metronidazol oder Clindamycin erfolgen, als Tabletten oder zur vaginalen Anwendung
  • Milchsäure- oder Laktobazillen-Präparate zur Unterstützung des Wiederaufbaus der Scheidenflora
  • Verzicht auf Scheidenspülungen und parfümierte Intimpflegeprodukte
  • Schonende Intimhygiene mit Wasser oder milden, pH-angepassten Waschlotionen
  • Atmungsaktive Unterwäsche aus Baumwolle und Verzicht auf dauerhaft eng anliegende Kleidung
  • Kondome können das Risiko eines erneuten Auftretens verringern
  • Ärztliche Verlaufskontrolle bei anhaltenden oder wiederkehrenden Beschwerden

Wichtige Hinweise

  • Die Video-Sprechstunde ersetzt keine gynäkologische Untersuchung. Bei Schwangerschaft, Fieber, Unterbauchschmerzen, Zwischenblutungen oder Verdacht auf eine sexuell übertragbare Infektion ist eine Vorstellung in einer Praxis erforderlich.
  • Ein Rezept wird nicht garantiert. Ob eine Verordnung möglich ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt nach der strukturierten Anamnese und dem Gespräch in der Video-Sprechstunde.
  • Bei hohem Fieber mit Schüttelfrost, starken Unterbauchschmerzen oder ausgeprägtem Krankheitsgefühl sollten Sie noch am selben Tag ärztlich untersucht werden.
  • Bei Zeichen eines Kreislaufversagens wie Verwirrtheit, sehr schnellem Herzschlag oder drohender Bewusstlosigkeit wählen Sie sofort den Notruf 112.
SO FUNKTIONIERT ES

Ablauf bei OpenClinic24

SCHRITT 01

Fragebogen ausfüllen

Kurze Angaben zu Ihren Beschwerden

SCHRITT 02

Ärzt:in verbindet sich

Video-Sprechstunde in wenigen Minuten

SCHRITT 03

Dokumente erhalten

Rezept, Krankschreibung oder Überweisung digital

Geschätzte Wartezeit

~ Min. Wartezeit

Verwandte Behandlungen

Weitere Beschwerden, die wir per Video-Sprechstunde behandeln.

JETZT VERFÜGBAR

Video-Sprechstunde — meist <15 min Wartezeit

Medizinischer Hinweis: Kein Ersatz für eine ärztliche Untersuchung vor Ort. Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Orientierung. Bei Notfällen rufen Sie bitte 112 an.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich per Video-Sprechstunde ein Rezept gegen bakterielle Vaginose erhalten?

Sie schildern Ihre Beschwerden zunächst in einer strukturierten Anamnese und besprechen sie anschließend mit einer Ärztin oder einem Arzt per Video. Nach ärztlicher Einschätzung kann ein Privatrezept über ein geeignetes Antibiotikum wie Metronidazol oder Clindamycin ausgestellt werden, wenn das Beschwerdebild eindeutig ist und keine Warnzeichen vorliegen. In unklaren Fällen wird Ihnen eine Untersuchung in einer gynäkologischen Praxis empfohlen.

Was kostet die Behandlung und übernimmt meine Versicherung die Kosten?

Die Abrechnung erfolgt als Privatleistung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Privat Versicherte können die Rechnung in der Regel bei ihrer Krankenversicherung einreichen, die Erstattung richtet sich nach dem jeweiligen Tarif. Selbstzahler erhalten eine transparente GOÄ-Rechnung; die Kosten für ein verordnetes Medikament in der Apotheke kommen gegebenenfalls hinzu.

Wie unterscheidet sich eine bakterielle Vaginose von einer Pilzinfektion?

Bei der bakteriellen Vaginose steht ein dünnflüssiger, grau-weißer Ausfluss mit fischartigem Geruch im Vordergrund, während Juckreiz meist gering ausgeprägt ist. Eine Pilzinfektion verursacht dagegen typischerweise starken Juckreiz und einen weißlichen, bröckeligen Ausfluss ohne auffälligen Geruch. Da sich die Behandlung grundlegend unterscheidet, ist die genaue Einordnung durch eine Ärztin oder einen Arzt wichtig.

Muss mein Partner oder meine Partnerin mitbehandelt werden?

Die bakterielle Vaginose gilt nicht als klassische sexuell übertragbare Infektion, eine routinemäßige Mitbehandlung männlicher Partner wird derzeit nicht allgemein empfohlen. Bei häufigen Rückfällen kann die Ärztin oder der Arzt im Einzelfall dennoch eine Untersuchung oder Mitbehandlung besprechen. Bei Partnerinnen kann eine Abklärung sinnvoll sein, wenn ebenfalls Beschwerden bestehen.

Was gilt in der Schwangerschaft?

In der Schwangerschaft kann eine unbehandelte bakterielle Vaginose das Risiko für Komplikationen wie eine Frühgeburt erhöhen. Schwangere sollten Beschwerden deshalb nicht telemedizinisch, sondern direkt in ihrer gynäkologischen Praxis abklären lassen. Dort können Untersuchung, Diagnose und eine für die Schwangerschaft geeignete Behandlung sicher erfolgen.