Neurodermitis (Atopische Dermatitis)

Neurodermitis ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die in Schüben verläuft und mit trockener Haut, Ekzemen und starkem Juckreiz einhergeht. Sie ist nicht ansteckend und lässt sich mit einer konsequenten Basistherapie und schubgerechter Behandlung bei den meisten Betroffenen gut kontrollieren. In der Video-Sprechstunde können Ärztinnen und Ärzte den Hautzustand per Foto-Verlaufskontrolle beurteilen und nach ärztlicher Einschätzung Folgerezepte für Kortikoid- und Pflegepräparate ausstellen.

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Überblick

Neurodermitis, auch atopische Dermatitis genannt, ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die in Schüben verläuft. Typisch sind trockene Haut, starker Juckreiz und gerötete Ekzeme, bei Erwachsenen häufig in den Ellenbeugen, Kniekehlen, am Hals und an den Händen. Die Erkrankung ist nicht ansteckend und verläuft individuell sehr unterschiedlich: Phasen mit weitgehend ruhiger Haut wechseln sich mit akuten Schüben ab. Grundlage jeder Behandlung ist die konsequente Basistherapie mit rückfettenden Pflegepräparaten. In Schubphasen können nach ärztlicher Einschätzung zusätzlich entzündungshemmende Wirkstoffklassen wie topische Kortikosteroide oder Calcineurininhibitoren zum Einsatz kommen. In der Video-Sprechstunde von OpenClinic24 können Ärztinnen und Ärzte den Hautzustand anhand von Fotos und im Gespräch beurteilen, den Verlauf über eine strukturierte Foto-Dokumentation kontrollieren und, sofern medizinisch vertretbar, Folgerezepte für bewährte Kortikoid- und Pflegepräparate als Privatrezept nach GOÄ ausstellen. Eine Heilung ist nach heutigem Kenntnisstand nicht möglich, die Beschwerden lassen sich jedoch bei den meisten Betroffenen durch ein gutes Schubmanagement deutlich verringern.

Häufige Ursachen

Der Neurodermitis liegt eine genetisch bedingte Störung der Hautbarriere zugrunde: Die Haut verliert vermehrt Feuchtigkeit und ist durchlässiger für Reizstoffe und Allergene. Häufig besteht eine familiäre Veranlagung zur sogenannten Atopie, zu der auch Heuschnupfen und allergisches Asthma zählen. Auf dieser Grundlage können verschiedene Auslöser einen Schub begünstigen. Dazu gehören trockene Haut und trockene Heizungsluft, häufiges Waschen mit entfettenden Reinigungsmitteln, kratzende Textilien wie Wolle, Schwitzen, Infekte sowie psychischer Stress. Auch Allergene wie Hausstaubmilben, Pollen oder Tierhaare können eine Rolle spielen; bei einem Teil der Betroffenen, vor allem bei Kindern, zusätzlich bestimmte Nahrungsmittel. Welche Faktoren im Einzelfall relevant sind, ist individuell verschieden. Ein Symptomtagebuch und die Foto-Verlaufskontrolle können helfen, persönliche Auslöser zu erkennen und gezielt zu meiden.

Wann zum Arzt?

Ärztlichen Rat sollten Sie einholen, wenn Juckreiz und Ekzeme trotz konsequenter Basispflege zunehmen, ein Schub sich nicht wie gewohnt bessert oder Ihr Schlaf durch den Juckreiz erheblich gestört ist. Kurzfristig ärztlich abklären lassen sollten Sie Zeichen einer bakteriellen Superinfektion, etwa honiggelbe Krusten, zunehmende Schmerzen, Überwärmung oder eitrige Absonderungen. Besondere Vorsicht gilt beim Ekzema herpeticum: Breiten sich rasch gruppierte Bläschen auf ekzematöser Haut aus und kommen Fieber oder ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl hinzu, suchen Sie umgehend eine Praxis oder Notaufnahme auf. Auch bei Ekzemen im Bereich der Augen oder bei unklaren, neu aufgetretenen Hautveränderungen ist eine ärztliche Beurteilung sinnvoll. Bei Notfallzeichen wie Atemnot, Schwellung von Gesicht, Lippen oder Zunge oder Kreislaufbeschwerden wählen Sie sofort den Notruf 112.

Symptome & Indikationen

Starker, oft quälender Juckreiz Trockene, empfindliche und schuppende Haut Gerötete, entzündete Hautstellen (Ekzeme) Ekzeme in Ellenbeugen, Kniekehlen, an Hals und Händen Nässende oder verkrustete Hautareale im akuten Schub Verdickte, vergröberte Haut bei längerem Verlauf (Lichenifikation) Kratzspuren und kleine Hauteinrisse Schlafstörungen durch nächtlichen Juckreiz

Behandlungsmöglichkeiten

  • Konsequente Basistherapie mit rückfettenden Pflegepräparaten (Emollienzien)
  • Topische Kortikosteroide im akuten Schub – nach ärztlicher Einschätzung als Folgerezept möglich
  • Topische Calcineurininhibitoren als kortisonfreie Alternative, etwa für Gesicht und empfindliche Areale
  • Antihistaminika zur Linderung des Juckreizes, insbesondere bei gestörtem Schlaf
  • Erkennen und Meiden individueller Auslöser (z. B. Wolle, Schwitzen, reizende Reinigungsmittel, Stress)
  • Strukturiertes Schubmanagement mit Foto-Verlaufskontrolle und schriftlichem Behandlungsplan
  • Rückfettende Bade- und Duschzusätze sowie angepasste Hautreinigung

Wichtige Hinweise

  • Die telemedizinische Beurteilung erfolgt anhand von Fotos und Ihrer Schilderung. Bei unklaren Hautbefunden, ausbleibender Besserung oder Verdacht auf eine andere Erkrankung kann eine persönliche dermatologische Untersuchung erforderlich sein.
  • Suchen Sie zeitnah eine Praxis oder Notaufnahme auf, wenn sich rasch gruppierte Bläschen ausbreiten und Fieber oder ausgeprägtes Krankheitsgefühl hinzukommen – dies kann auf ein Ekzema herpeticum hinweisen, das umgehend behandelt werden muss.
  • Honiggelbe Krusten, zunehmende Schmerzen, Überwärmung oder eitrige Absonderungen können auf eine bakterielle Superinfektion hinweisen und sollten kurzfristig ärztlich beurteilt werden.
  • Bei Atemnot, Schwellung von Gesicht, Lippen oder Zunge oder Kreislaufbeschwerden wählen Sie sofort den Notruf 112.
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Medizinischer Hinweis: Kein Ersatz für eine ärztliche Untersuchung vor Ort. Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Orientierung. Bei Notfällen rufen Sie bitte 112 an.

Häufig gestellte Fragen

Kann Neurodermitis per Video-Sprechstunde behandelt werden?

Ja, Neurodermitis eignet sich in vielen Fällen gut für die Telemedizin, da der Verlauf über Fotos dokumentiert und im Gespräch eingeordnet werden kann. Ärztinnen und Ärzte können Ihre Basistherapie überprüfen, das Schubmanagement anpassen und offene Fragen klären. Bei unklaren Befunden oder ausbleibender Besserung wird Ihnen eine persönliche Vorstellung in einer dermatologischen Praxis empfohlen.

Bekomme ich mein Kortikoid- oder Pflege-Folgerezept online?

Wenn Ihre Neurodermitis bereits ärztlich diagnostiziert wurde und Sie mit einer Therapie gut eingestellt sind, kann nach ärztlicher Einschätzung ein Folgerezept für Ihr topisches Kortikosteroid oder Ihre Basispflege als Privatrezept ausgestellt werden. Grundlage sind Ihre Angaben, aktuelle Fotos der betroffenen Hautstellen und das Gespräch in der Video-Sprechstunde. Ein Anspruch auf ein Rezept besteht nicht; die Entscheidung trifft immer die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt.

Wie funktioniert die Foto-Verlaufskontrolle?

Sie laden vor dem Termin Fotos der betroffenen Hautstellen hoch, idealerweise bei Tageslicht und aus gleichbleibendem Abstand. Bei Folgeterminen werden neue Aufnahmen mit den früheren verglichen, sodass sich Besserung oder Verschlechterung objektiver einschätzen lässt. Auf dieser Grundlage kann die Behandlung – etwa Intensität der Pflege oder Einsatz entzündungshemmender Präparate – angepasst werden.

Was kostet die Behandlung und übernimmt meine Versicherung die Kosten?

Die Abrechnung erfolgt als Privatleistung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Privat Versicherte können die Rechnung in der Regel bei ihrer privaten Krankenversicherung einreichen; die Erstattung richtet sich nach dem individuellen Tarif. Selbstzahler erhalten eine transparente GOÄ-Rechnung, deren Höhe vor der Behandlung ersichtlich ist. Gesetzlich Versicherte können das Angebot als Selbstzahler nutzen, eine Erstattung durch die GKV ist jedoch üblicherweise nicht vorgesehen.

Ist die längere Anwendung von Kortisonpräparaten auf der Haut bedenklich?

Topische Kortikosteroide sind bei sachgerechter, ärztlich begleiteter Anwendung ein bewährter Bestandteil der Schubtherapie. Entscheidend sind die passende Wirkstärke für die jeweilige Körperregion, eine zeitlich begrenzte Anwendung und die konsequente Basispflege zwischen den Schüben. In der Video-Sprechstunde wird Ihre Anwendung regelmäßig überprüft, um Nutzen und mögliche Nebenwirkungen im Blick zu behalten.