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Krankschreibung rückwirkend: wie viele Tage erlaubt sind und was online möglich ist

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Illustration: Mann blickt nachdenklich auf drei farbige Tagesfelder zurück, ein gepunkteter Pfeil zeigt nach hinten (KI-generiert)
Symbolbild, mit KI erstellt. Zeigt keine reale Person.

Kurzantwort

Eine rückwirkende Krankschreibung ist nur ausnahmsweise erlaubt: Die Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie lässt in einer Praxis vor Ort nach gewissenhafter Prüfung eine Rückdatierung von in der Regel bis zu drei Tagen zu. Per Video gilt bei OpenClinic24 derselbe Maßstab: Beginn in der Regel am Tag des Gesprächs, Rückdatierung um bis zu drei Tage nur ausnahmsweise nach gewissenhafter Prüfung mit Begründung. Wer sich am ersten Krankheitstag meldet, vermeidet jede Lücke.

Das Wichtigste in Kürze

  • § 5 Abs. 3 der AU-Richtlinie: Die Feststellung der Arbeitsunfähigkeit für eine vor dem Arztkontakt liegende Zeit ist nur ausnahmsweise und in der Regel bis zu drei Tage zulässig.
  • Per Video bescheinigt OpenClinic24 in der Regel ab dem Tag der Videosprechstunde, höchstens drei Kalendertage; eine Rückdatierung um bis zu drei Tage ist nur ausnahmsweise nach ärztlicher Prüfung möglich, rückdatierte Tage zählen mit.
  • Die ärztliche Bescheinigung muss spätestens am vierten Kalendertag der Erkrankung vorliegen (§ 5 EntgFG); die Krankmeldung beim Arbeitgeber ist am ersten Tag fällig.
  • Eine Folgebescheinigung sollte spätestens am nächsten Werktag nach Ablauf der vorigen ausgestellt sein, sonst droht eine Lücke bei Krankengeld oder Entgeltfortzahlung.
  • Eine Bescheinigung ohne ärztlichen Kontakt oder mit falschem Datum ist ein unrichtiges Gesundheitszeugnis (§ 278 StGB) und kann die Kündigung rechtfertigen.

Was „rückwirkend“ bei einer Krankschreibung bedeutet

Rückwirkend heißt: Die Ärztin oder der Arzt bescheinigt eine Arbeitsunfähigkeit für Tage, die vor dem Kontakt liegen. Typischer Fall: Sie erkranken am Samstag, bleiben am Montag zu Hause und sitzen erst am Dienstag in der Sprechstunde. Die Frage ist dann, ob die Bescheinigung ab Samstag, ab Montag oder erst ab Dienstag gilt.

Rechtlich ist die Antwort klar geregelt und enger, als viele denken. Die Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (AU-RL), die für alle Kassenpraxen gilt, sagt in § 5 Abs. 3: Die Arbeitsunfähigkeit soll für eine vor dem Arztbesuch liegende Zeit grundsätzlich nicht bescheinigt werden. Eine Rückdatierung ist nur ausnahmsweise und nach gewissenhafter Prüfung zulässig, in der Regel bis zu drei Tage. Für privatärztliche Bescheinigungen gilt die Richtlinie nicht wörtlich; sie beschreibt aber den Sorgfaltsmaßstab, an den sich auch Privatärztinnen und Privatärzte halten, weil die Berufsordnung dieselbe Gewissenhaftigkeit verlangt.

Entscheidend ist das Wort „ausnahmsweise“. Die Rückdatierung ist kein Anspruch, den Sie geltend machen könnten, sondern eine ärztliche Entscheidung im Einzelfall. Die Ärztin oder der Arzt muss aus Ihrer Schilderung, dem Verlauf und dem aktuellen Befund überzeugt sein, dass Sie schon in den Vortagen nicht arbeiten konnten.

Die Drei-Tage-Regel: was sie erlaubt und was nicht

Die Richtlinie nennt drei Tage als Obergrenze „in der Regel“. Das sind Kalendertage, nicht Werktage. Wer am Freitag erkrankt und am Montag in die Praxis geht, liegt innerhalb der Frist. Wer am Montag erkrankt und am Freitag kommt, nicht mehr. Die Zählung beginnt mit dem ersten Tag der Erkrankung und endet mit dem Tag vor dem Arztkontakt.

Erkrankt amArztkontakt amRückdatierung in der Praxis möglich?
SamstagMontagja, zwei Tage, nach Prüfung
FreitagMontagja, drei Tage, nach Prüfung
DonnerstagMontagnur noch für drei Tage, also ab Freitag; Donnerstag bleibt offen
MontagMontag daraufnein, Rückdatierung über drei Tage ist nicht vorgesehen

Zwei Dinge sollten Sie wissen. Erstens: Auch innerhalb der drei Tage ist die Rückdatierung keine Selbstverständlichkeit. Die Ärztin oder der Arzt kann sie ablehnen, wenn der Befund die frühere Arbeitsunfähigkeit nicht trägt. Zweitens: Die Nachweispflicht nach § 5 Entgeltfortzahlungsgesetz beginnt ohnehin erst am vierten Kalendertag. Für bis zu drei Tage ohne Bescheinigung brauchen Sie gesetzlich keinen Nachweis, es sei denn, Ihr Arbeitgeber hat die Vorlage ab dem ersten Tag angeordnet.

Lücken vermeiden: am ersten Tag melden

Schildern Sie Ihre Beschwerden, sobald sie beginnen. Eine Ärztin oder ein Arzt beurteilt sie per Video und stellt die Bescheinigung ab dem Tag des Gesprächs aus, wenn Arbeitsunfähigkeit vorliegt.

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Rückwirkend per Video: wann OpenClinic24 rückdatiert und wann nicht

In der Videosprechstunde sieht die Ärztin oder der Arzt Sie meist zum ersten Mal, kennt keine Vorbefunde und kann keine Untersuchung nachholen. Deshalb gilt bei OpenClinic24 derselbe Maßstab wie in der Praxis, nur besonders streng angelegt: Die privatärztliche Bescheinigung beginnt in der Regel am Tag der Videosprechstunde und gilt für höchstens drei Kalendertage. Eine Rückdatierung um bis zu drei Tage ist nur ausnahmsweise möglich, wenn die Ärztin oder der Arzt nach gewissenhafter Prüfung von Schilderung, Verlauf und Befund überzeugt ist, dass die Arbeitsunfähigkeit schon vorher bestand; die Begründung wird dokumentiert, und rückdatierte Tage zählen zur Höchstdauer von drei Kalendertagen. Einen Anspruch darauf gibt es nicht. Per Video verlängert wird die Bescheinigung nicht.

Das ist keine Schikane, sondern Schutz für beide Seiten. Eine sauber datierte Bescheinigung hat vollen Beweiswert gegenüber dem Arbeitgeber. Das Bundesarbeitsgericht hat 2021 klargestellt, dass der Beweiswert erschüttert werden kann, wenn Umstände Zweifel wecken, etwa eine Bescheinigung, die passgenau eine Kündigungsfrist abdeckt. Eine Bescheinigung, deren Datum nicht zur ärztlichen Feststellung passt, wäre ein solcher Zweifelsgrund und im schlimmsten Fall ein unrichtiges Gesundheitszeugnis nach § 278 StGB.

Praktisch heißt das: Nutzen Sie die Videosprechstunde am ersten Krankheitstag. Die Anfrage ist rund um die Uhr möglich, das Gespräch findet statt, sobald eine Ärztin oder ein Arzt online ist. Wer am Wochenende erkrankt, stellt die Anfrage am Samstag und bekommt die Bescheinigung ab dem Tag des Gesprächs. Für die Tage davor gilt Ihre Krankmeldung beim Arbeitgeber.

Montag für Freitag: der häufigste Sonderfall

Die meisten Fragen zur Rückdatierung entstehen am Wochenende. Sie fühlen sich am Freitagabend krank, bleiben Samstag und Sonntag im Bett und sind am Montag noch nicht fit. Drei Wege sind möglich.

Erstens: Sie melden sich am Montag in Ihrer Hausarztpraxis. Dort kann die Ärztin oder der Arzt nach Prüfung ausnahmsweise ab Freitag oder Samstag bescheinigen, weil die Rückdatierung innerhalb von drei Tagen liegt. Zweitens: Sie nutzen am Montag die Videosprechstunde bei OpenClinic24. Dann beginnt die Bescheinigung in der Regel am Montag; hält die Ärztin oder der Arzt nach gewissenhafter Prüfung eine frühere Arbeitsunfähigkeit für plausibel, kann sie ausnahmsweise ab Freitag oder Samstag beginnen. Samstag und Sonntag sind für die meisten Beschäftigten ohnehin keine Arbeitstage, und für den Freitag gilt Ihre Krankmeldung. Drittens, und das ist der beste Weg: Sie stellen die Anfrage schon am Freitag oder Samstag. Dann liegt die Bescheinigung ab dem ersten Tag vor und am Montag müssen Sie nichts nachholen.

Für Schichtarbeit, Pflege, Gastronomie und Handel, wo Samstag und Sonntag Arbeitstage sind, zählt die frühe Anfrage doppelt. Hier kann ein unbescheinigtes Wochenende sonst zu einer Lücke werden, wenn der Arbeitgeber die Vorlage ab dem ersten Tag verlangt.

Folgebescheinigung: die zweite Lücke, die oft übersehen wird

Rückwirkung wird auch dann zum Thema, wenn eine Bescheinigung ausläuft und Sie weiter krank sind. Die Folgebescheinigung sollte spätestens am nächsten Werktag nach Ablauf der vorigen ausgestellt werden; das Bundessozialgericht hat diese Toleranz für das Krankengeld anerkannt. Endet Ihre Bescheinigung am Freitag, reicht die neue Feststellung am Montag. Endet sie am Mittwoch, brauchen Sie die neue Bescheinigung am Donnerstag.

Wer die Frist versäumt, riskiert zweierlei. Gesetzlich Versicherte können den Anspruch auf Krankengeld für die Lückentage verlieren, weil die Kasse eine durchgehende ärztliche Feststellung verlangt. Und der Arbeitgeber darf für nicht bescheinigte Tage die Entgeltfortzahlung zurückhalten, bis der Nachweis vorliegt (§ 5 i. V. m. § 7 EntgFG).

Nach einer ersten Video-Bescheinigung ist die Verlängerung bei OpenClinic24 per Video nicht vorgesehen. Halten die Beschwerden an, hat sich der Verlauf verändert, und dann gehört die Einschätzung in eine Praxis vor Ort, wo untersucht und bei Bedarf Labor oder Bildgebung veranlasst werden kann. Planen Sie den Termin so, dass er spätestens am Werktag nach Ablauf stattfindet.

Was rechtlich nicht geht und welche Folgen drohen

Eine Bescheinigung ohne ärztlichen Kontakt, etwa aus einem Online-Fragebogen, ist keine Krankschreibung. Das Landesarbeitsgericht Hamm hat 2025 die fristlose Kündigung eines Arbeitnehmers bestätigt, der eine solche Fragebogen-AU vorgelegt hatte, weil er den Eindruck eines ärztlichen Kontakts erweckte, der nie stattgefunden hatte. Die Arbeitsunfähigkeit darf nur aufgrund ärztlicher Untersuchung festgestellt werden, persönlich, telefonisch oder per Video.

Eine Bescheinigung mit gefälligem Datum ist ein unrichtiges Gesundheitszeugnis (§ 278 StGB). Für Ärztinnen und Ärzte drohen Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren und berufsrechtliche Verfahren; für Beschäftigte, die ein solches Zeugnis gebrauchen, der Verlust des Beweiswerts, die Rückforderung der Entgeltfortzahlung und im Ernstfall die Kündigung.

Seriöse Anbieter erkennen Sie daran, dass sie die Grenzen offen nennen: ärztliches Gespräch, Beginn in der Regel am Tag des Gesprächs, Rückdatierung nur ausnahmsweise nach Prüfung und höchstens um drei Tage, keine Verlängerung per Video. Genau so arbeitet OpenClinic24.

Wann in die Praxis, wann Notruf

In eine Praxis vor Ort gehören Sie, wenn eine Rückdatierung über die ärztliche Ausnahme per Video hinausgeht, wenn eine Bescheinigung verlängert werden muss, wenn Beschwerden länger als eine Woche anhalten oder wenn eine Untersuchung nötig ist, etwa bei Bauchschmerzen, Fieber über drei Tage, Atemwegsbeschwerden mit Auswurf oder Verletzungen. Außerhalb der Sprechzeiten vermittelt der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117 eine Praxis in Ihrer Nähe.

Den Notruf 112 wählen Sie bei lebensbedrohlichen Zeichen: Atemnot, Brustschmerz, Bewusstseinsstörung, Krampfanfall, plötzliche Lähmung oder Sprachstörung, starke Blutung. In diesen Fällen steht die Behandlung im Vordergrund; die Bescheinigung stellt die behandelnde Einrichtung aus.

Checkliste: so entsteht keine Lücke

Melden Sie sich am ersten Krankheitstag vor Arbeitsbeginn beim Arbeitgeber. Stellen Sie die Anfrage für die Videosprechstunde am selben Tag, auch am Wochenende. Reichen Sie die Arbeitgeber-Ausfertigung der Bescheinigung sofort ein. Notieren Sie den letzten bescheinigten Tag und vereinbaren Sie bei anhaltenden Beschwerden spätestens für den Werktag danach einen Termin in einer Praxis. Und prüfen Sie Ihren Arbeitsvertrag: Steht dort die Vorlagepflicht ab dem ersten Tag, ist der frühe Arztkontakt keine Option, sondern Pflicht.

Stand: Oktober 2026. Die angekündigte Reform der Nachweispflichten kann die Fristen ändern; wir aktualisieren diesen Artikel, sobald ein Gesetz beschlossen ist.

Wann Sie sofort Hilfe brauchen

  • Brustschmerz, Atemnot oder Bewusstseinsstörung: Notruf 112, keine Bescheinigungsfrage
  • Hohes Fieber über 39,5 °C mit steifem Nacken oder Ausschlag
  • Plötzliche Lähmung, Sprachstörung oder stärkste Kopfschmerzen
  • Anhaltendes Erbrechen oder Durchfall mit Zeichen der Austrocknung

Bei diesen Warnzeichen wählen Sie den Notruf 112. Außerhalb der Sprechzeiten erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117. Eine Videosprechstunde ersetzt in diesen Fällen keine Untersuchung vor Ort.

Quellen

  1. Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie (AU-RL) des Gemeinsamen Bundesausschusses, § 5 Abs. 3 (rückwirkende Feststellung). Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA), 2024. Leitlinie
  2. § 5 Entgeltfortzahlungsgesetz (EntgFG): Anzeige- und Nachweispflichten. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de, 2026. Gesetz
  3. § 3 Entgeltfortzahlungsgesetz (EntgFG): Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de, 2026. Gesetz
  4. § 278 Strafgesetzbuch: Ausstellen unrichtiger Gesundheitszeugnisse. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de, 2026. Gesetz
  5. Urteil 5 AZR 149/21: Beweiswert einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Bundesarbeitsgericht, 2021. Gesetz
  6. (Muster-)Berufsordnung für die in Deutschland tätigen Ärztinnen und Ärzte (MBO-Ä), § 7 Abs. 4 und § 25. Bundesärztekammer, 2024. Leitlinie
  7. Dorsey ER, Topol EJ. Telemedicine 2020 and the next decade. The Lancet, 2020. DOI: 10.1016/S0140-6736(20)30424-4 Übersichtsarbeit

Alle Quellen wurden bei der ärztlichen Prüfung abgerufen. Studien sind mit DOI verlinkt, Leitlinien und Gesetze in der aktuellen Fassung.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Tage darf eine Krankschreibung rückwirkend ausgestellt werden?

In der Regel höchstens drei Tage, und nur ausnahmsweise nach gewissenhafter ärztlicher Prüfung. So steht es in § 5 Abs. 3 der Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses. Die Ärztin oder der Arzt muss sich davon überzeugen, dass die Arbeitsunfähigkeit tatsächlich schon vorher bestand. Längere Rückdatierungen sind nicht vorgesehen.

Kann ich mich online rückwirkend krankschreiben lassen?

Nur ausnahmsweise. Die privatärztliche Bescheinigung per Video beginnt in der Regel am Tag der Videosprechstunde und gilt für höchstens drei Kalendertage. Eine Rückdatierung um bis zu drei Tage ist nach § 5 Abs. 3 AU-RL nur nach gewissenhafter Prüfung möglich; die Ärztin oder der Arzt muss aus Ihrer Schilderung und dem Befund überzeugt sein, dass Sie schon vorher arbeitsunfähig waren, und dokumentiert die Begründung. Rückdatierte Tage zählen zur Höchstdauer. Melden Sie sich am ersten Krankheitstag, dann entsteht keine Lücke.

Ich war Freitag krank und komme erst Montag zum Arzt. Was gilt?

In einer Praxis vor Ort kann die Ärztin oder der Arzt die Arbeitsunfähigkeit nach gewissenhafter Prüfung ausnahmsweise ab Freitag bescheinigen, weil drei Tage im Rahmen der Richtlinie liegen. Per Video bei OpenClinic24 beginnt die Bescheinigung am Montag. Für Freitag gilt Ihre Krankmeldung beim Arbeitgeber; eine Bescheinigung ist gesetzlich erst ab dem vierten Tag Pflicht, sofern Ihr Vertrag nichts anderes sagt.

Muss ich die Krankschreibung ab dem ersten Tag haben?

Gesetzlich erst, wenn die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Kalendertage dauert; dann ist die Bescheinigung am vierten Tag fällig. Der Arbeitgeber darf sie aber ab dem ersten Tag verlangen, etwa im Arbeitsvertrag oder nach wiederholten Fehlzeiten. Die Krankmeldung selbst, also die Mitteilung, dass Sie fehlen, ist immer am ersten Tag fällig.

Was passiert, wenn die Folgebescheinigung zu spät kommt?

Dann kann eine Lücke entstehen. Für das Krankengeld gesetzlich Versicherter verlangt die Kasse eine lückenlose Feststellung; das Bundessozialgericht lässt die Folgebescheinigung am nächsten Werktag nach Ablauf zu. Für die Entgeltfortzahlung kann der Arbeitgeber für nicht bescheinigte Tage die Zahlung verweigern. Lassen Sie sich deshalb am letzten bescheinigten Tag oder am Werktag danach erneut beurteilen.

Darf die Ärztin eine Krankschreibung auf Wunsch rückdatieren?

Nein. Eine Bescheinigung mit einem Datum, das nicht der ärztlichen Feststellung entspricht, ist ein unrichtiges Gesundheitszeugnis nach § 278 StGB. Ärztinnen und Ärzte riskieren berufsrechtliche und strafrechtliche Folgen, Beschäftigte den Verlust des Beweiswerts und im Ernstfall die Kündigung. Die Rückdatierung bleibt eine begründete Ausnahme nach Prüfung, keine Gefälligkeit.

Zählen Wochenende und Feiertage bei der rückwirkenden Frist mit?

Ja, die Richtlinie spricht von Tagen, nicht von Werktagen. Wer am Samstag erkrankt und am Dienstag in die Praxis kommt, liegt mit drei Tagen noch im Rahmen der Ausnahme. Wer bis Donnerstag wartet, nicht mehr. Per Video gilt bei OpenClinic24 ohnehin der Tag des Gesprächs.

Was kann ich tun, wenn mir für die ersten Tage die Bescheinigung fehlt?

Erklären Sie dem Arbeitgeber die Situation und reichen Sie die Bescheinigung ab dem Tag des Arztkontakts ein. Für bis zu drei Kalendertage ohne Bescheinigung besteht nach § 5 EntgFG keine Nachweispflicht, es sei denn, Ihr Arbeitgeber verlangt sie früher. In diesem Fall entscheidet er, ob er die Fehlzeit ohne Nachweis anerkennt; im Zweifel hilft die Praxis vor Ort mit der Ausnahmeregelung.

Über den Autor

Adi Zoabi MD

Arzt. Approbation als Arzt.

Adi Zoabi MD ist approbierter Arzt und behandelt bei OpenClinic24 per Videosprechstunde.

  • Videosprechstunde

Medizinisch geprüft von Adi Zoabi MD, Approbation als Arzt, am 22. Oktober 2026.

Hinweis: Dieser Artikel informiert allgemein und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden wenden Sie sich an eine Ärztin oder einen Arzt, in Notfällen an den Notruf 112.

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