Krankschreibung und Atteste

Krankschreibung online: So erhalten Sie die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung per Video

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Junge Frau sitzt mit Smartphone aufrecht im Bett, daneben Tee und ein zugeklappter Laptop (KI-generiert)
Symbolbild, mit KI erstellt. Zeigt keine reale Person.

Kurzantwort

Ja, eine Krankschreibung per Videosprechstunde ist in Deutschland rechtlich zulässig und gilt gegenüber dem Arbeitgeber wie jede ärztliche Bescheinigung. Bei OpenClinic24 schildern Sie Ihre Beschwerden, sprechen per Video mit einer Ärztin oder einem Arzt und erhalten die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung digital, wenn sie medizinisch begründet ist. Die Ärztin oder der Arzt entscheidet im Einzelfall über Dauer und Ausstellung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Rechtsgrundlage: § 5 Entgeltfortzahlungsgesetz verlangt eine ärztliche Bescheinigung, nicht eine bestimmte Untersuchungsform; Fernbehandlung ist nach § 7 Abs. 4 der ärztlichen Berufsordnung im Einzelfall erlaubt.
  • Der Arbeitgeber sieht nur Beginn, voraussichtliche Dauer und ob es sich um Erst- oder Folgebescheinigung handelt. Die Diagnose bleibt vertraulich.
  • Per Video werden in der Regel wenige Tage bescheinigt; bei erstem Kontakt orientieren sich Ärztinnen und Ärzte an bis zu drei Kalendertagen, Verlängerungen setzen eine erneute Einschätzung voraus.
  • Rückwirkend ist eine Krankschreibung nur ausnahmsweise und in der Regel bis zu drei Tage möglich. Eine Bescheinigung ohne ärztliches Gespräch ist unzulässig.
  • Bei OpenClinic24 werden 10,72 € vorgemerkt (GOÄ Nr. 1); die Bescheinigung wird nach GOÄ Nr. 70 abgerechnet. Jede Position steht auf der Rechnung.

Ist eine Krankschreibung per Video rechtlich gültig?

Ja. Das Gesetz kennt keine „Online-Krankschreibung“ als eigene Kategorie, sondern nur die ärztliche Bescheinigung über die Arbeitsunfähigkeit. § 5 Abs. 1 des Entgeltfortzahlungsgesetzes verlangt, dass Sie dem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit unverzüglich mitteilen und spätestens am vierten Kalendertag eine ärztliche Bescheinigung vorlegen. Wie die Ärztin oder der Arzt zu ihrer Einschätzung kommt, regelt das Gesetz nicht.

Den ärztlichen Rahmen setzt die Berufsordnung. Seit 2018 erlaubt § 7 Abs. 4 der (Muster-)Berufsordnung eine Behandlung ausschließlich über Kommunikationsmedien, wenn dies ärztlich vertretbar ist, die Sorgfalt gewahrt bleibt und Sie darüber aufgeklärt wurden. § 25 verpflichtet dazu, Bescheinigungen nur mit der notwendigen Sorgfalt und nach bestem Wissen auszustellen. Eine Videosprechstunde, in der die Ärztin oder der Arzt Ihre Beschwerden erfragt, Sie sieht und die Einschätzung dokumentiert, erfüllt diese Anforderungen.

Für gesetzlich Versicherte präzisiert die Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses seit 2020, dass Vertragsärztinnen und Vertragsärzte die Arbeitsunfähigkeit per Videosprechstunde feststellen dürfen. Diese Richtlinie bindet Kassenpraxen; privatärztliche Anbieter wie OpenClinic24 richten sich nach der Berufsordnung und orientieren sich an denselben Sorgfaltsmaßstäben.

Kurz: Eine Bescheinigung ist nicht deshalb gültig oder ungültig, weil sie online entstanden ist. Entscheidend ist, dass eine approbierte Ärztin oder ein approbierter Arzt sie nach einem echten ärztlichen Kontakt ausgestellt hat.

So läuft die Krankschreibung per Video bei OpenClinic24 ab

  1. Anliegen schildern. Sie beantworten online Fragen zu Ihren Beschwerden, seit wann sie bestehen und welche Vorerkrankungen oder Medikamente relevant sind. Das dauert wenige Minuten und ist rund um die Uhr möglich.
  2. Konto und Vormerkung. Sie legen ein Konto an und hinterlegen eine Karte. Vorgemerkt werden 10,72 €, das entspricht der Beratung nach GOÄ Nr. 1. Abgebucht wird, sobald die Sprechstunde begonnen hat.
  3. Videosprechstunde. Eine Ärztin oder ein Arzt meldet sich per Video, stellt Rückfragen und beurteilt, ob und für wie lange Arbeitsunfähigkeit besteht. Halten Sie Ihre Beschwerden, Ihr Fieberthermometer und Ihre Medikamentenliste bereit.
  4. Bescheinigung erhalten. Ist die Arbeitsunfähigkeit medizinisch begründet, finden Sie die Bescheinigung als PDF in Ihrem Patientenkonto: eine Ausfertigung für den Arbeitgeber ohne Diagnose, eine für Sie, bei gesetzlich Versicherten zusätzlich eine für die Krankenkasse. Dazu kommt die GOÄ-Rechnung mit allen Positionen.
  5. Weiterleiten. Sie senden die Arbeitgeber-Ausfertigung an Ihre Personalabteilung, so wie Sie es mit einer Papierbescheinigung tun würden.

Ärztliche Einschätzung per Video

Schildern Sie Ihre Beschwerden, eine Ärztin oder ein Arzt meldet sich per Video. Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung erhalten Sie digital, wenn sie medizinisch begründet ist.

Krankschreibung online anfragen

Für wie viele Tage kann online krankgeschrieben werden?

Es gibt keine gesetzliche Höchstdauer für eine Krankschreibung, wohl aber ärztliche Sorgfaltsregeln. Die Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie gibt für Kassenpraxen vor: Bei Patientinnen und Patienten, die der Praxis nicht bekannt sind, soll die Arbeitsunfähigkeit per Video für bis zu drei Kalendertage festgestellt werden, bei bekannten für bis zu sieben. Eine Folgebescheinigung per Video ist dort nur vorgesehen, wenn die vorherige Bescheinigung nach einer Untersuchung vor Ort ausgestellt wurde. Privatärztlich gelten diese Fristen nicht wörtlich, sie beschreiben aber gut, was ärztlich vertretbar ist: kurze, klar begrenzte Zeiträume bei leichten, selbstlimitierenden Erkrankungen.

Was das praktisch bedeutet:

SituationÜbliche Dauer per VideoWas Sie erwarten können
Erkältung, leichter Infekt, Magen-Darm-Beschwerden beim Erstkontakt1 bis 3 KalendertageBescheinigung, wenn die Beschwerden Arbeitsunfähigkeit begründen
Verlängerung nach erster Video-BescheinigungErneute Einschätzung nötigOft Empfehlung zur Untersuchung vor Ort, wenn Beschwerden anhalten
Länger andauernde oder unklare BeschwerdenNicht per Video alleinEmpfehlung zur Untersuchung, Labor oder Facharzt
Psychische Belastung, ErschöpfungEinzelfallentscheidung, meist kurzGespräch, Einschätzung, Hinweis auf weitere Versorgung

Die Richtlinie sieht außerdem vor, dass eine Arbeitsunfähigkeit nicht für mehr als zwei Wochen im Voraus bescheinigt werden soll; nur wenn der Verlauf absehbar ist, bis zu einem Monat. Wie viele Tage Ihnen die Ärztin oder der Arzt bescheinigt, hängt allein von der medizinischen Einschätzung ab. Eine Wunschdauer gibt es nicht.

Was der Arbeitgeber sieht und was er verlangen darf

Auf der Ausfertigung für den Arbeitgeber stehen Ihr Name, das Ausstellungsdatum, der Beginn der Arbeitsunfähigkeit, ihre voraussichtliche Dauer und die Angabe, ob es sich um eine Erst- oder Folgebescheinigung handelt. Die Diagnose steht dort nicht. Sie sind auch nicht verpflichtet, Ihrem Arbeitgeber zu sagen, woran Sie erkrankt sind.

Der Arbeitgeber darf verlangen, dass Sie die Bescheinigung früher als am vierten Tag vorlegen, im Extremfall ab dem ersten Krankheitstag (§ 5 Abs. 1 Satz 3 EntgFG). Er darf den Beweiswert einer Bescheinigung anzweifeln, braucht dafür aber konkrete Anhaltspunkte. Das Bundesarbeitsgericht hat 2021 entschieden, dass der Beweiswert erschüttert sein kann, wenn eine Krankschreibung passgenau die Kündigungsfrist abdeckt (5 AZR 149/21). In solchen Fällen müssen Sie im Streit belegen können, dass Sie tatsächlich arbeitsunfähig waren. Eine sorgfältig dokumentierte Videosprechstunde mit klarer Anamnese hilft dabei.

Eine Bescheinigung, die ohne jedes ärztliche Gespräch ausgestellt wird, etwa nach dem bloßen Anklicken von Symptomen, ist dagegen wertlos und kann strafrechtliche Folgen haben (§ 278 und § 279 StGB, unrichtige Gesundheitszeugnisse). Seriöse Anbieter erkennen Sie daran, dass immer eine Ärztin oder ein Arzt mit Ihnen spricht und die Entscheidung trifft.

Online-Krankschreibung und Krankenkasse: eAU, Privatversicherte, Krankengeld

Seit 2023 läuft die Meldung an den Arbeitgeber für gesetzlich Versicherte elektronisch: Die Kassenpraxis übermittelt die Daten an die Krankenkasse, der Arbeitgeber ruft sie dort ab (§ 5 Abs. 1a EntgFG). Dieses eAU-Verfahren gilt nur für Vertragsärztinnen und Vertragsärzte. Privatärztliche Bescheinigungen, auch die von OpenClinic24, werden nicht elektronisch übermittelt. Sie erhalten die Bescheinigung als PDF und reichen die Arbeitgeber-Ausfertigung selbst ein. Für den Anspruch auf Entgeltfortzahlung ist das ohne Nachteil: Der Arbeitgeber zahlt in den ersten sechs Wochen der Arbeitsunfähigkeit das Gehalt weiter (§ 3 EntgFG), unabhängig davon, wie die Bescheinigung zu ihm gelangt.

Privatversicherte und Beihilfeberechtigte waren nie Teil des eAU-Verfahrens; für sie ändert sich nichts.

Dauert eine Erkrankung länger als sechs Wochen, springt bei gesetzlich Versicherten das Krankengeld der Krankenkasse ein. Dafür braucht die Kasse lückenlose ärztliche Feststellungen. Wer absehbar länger erkrankt ist, ist in der Hausarztpraxis oder bei der zuständigen Fachärztin besser aufgehoben; die Videosprechstunde ist für kurze, klar umrissene Arbeitsunfähigkeiten gedacht.

Rückwirkend, Wochenende, Verlängerung: die häufigsten Sonderfälle

Rückwirkend. Die Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie erlaubt eine Rückdatierung nur ausnahmsweise, nach gewissenhafter Prüfung und in der Regel für höchstens drei Tage. Typischer Fall: Sie erkranken am Samstag und sprechen am Montag mit der Ärztin. Dann kann die Arbeitsunfähigkeit ab Samstag bescheinigt werden, wenn Ihre Schilderung das trägt. Wer erst nach einer Woche kommt, bekommt keine Bescheinigung für die zurückliegenden Tage.

Wochenende und Feiertage. Anfragen bei OpenClinic24 sind jederzeit möglich, die Sprechstunde findet statt, sobald eine Ärztin oder ein Arzt online ist. Wochenendtage zählen bei der Dauer als Kalendertage mit. Wer am Freitag krankgeschrieben ist und am Montag noch krank, braucht eine Folgebescheinigung, die spätestens am nächsten Arbeitstag nach Ablauf ausgestellt sein sollte, damit keine Lücke entsteht.

Verlängerung. Eine Folgebescheinigung setzt eine neue ärztliche Einschätzung voraus. Halten Beschwerden nach einer ersten Video-Bescheinigung an, empfiehlt die Ärztin oder der Arzt oft eine Untersuchung vor Ort, weil sich der Verlauf verändert hat oder Befunde nötig sind.

Kinder. Eine Bescheinigung für die Betreuung eines kranken Kindes (Kinderkrankengeld nach § 45 SGB V) stellen Kinderärztinnen und Kinderärzte aus; sie ist nicht Gegenstand der Videosprechstunde für Erwachsene bei OpenClinic24.

Für welche Beschwerden eignet sich die Video-Krankschreibung, und wann nicht

Gut geeignet sind Erkrankungen, die sich aus dem Gespräch und der Sichtung beurteilen lassen und in der Regel von selbst ausheilen: Erkältung und grippaler Infekt, Husten und Halsschmerzen, Magen-Darm-Infekt, Kopfschmerz- oder Migräneattacken, Rückenschmerzen ohne Warnzeichen, Regelschmerzen, akute Belastungsreaktionen. In diesen Fällen bringt der Weg in die Praxis wenig zusätzliche Information, dafür Ansteckungsrisiko für andere.

Nicht geeignet ist die Videosprechstunde, wenn eine körperliche Untersuchung, ein Abstrich, eine Blutabnahme oder eine Bildgebung nötig ist, um die Ursache zu klären: Bauchschmerzen mit Abwehrspannung, Atemnot, Brustschmerz, Verletzungen, hohes oder anhaltendes Fieber, neurologische Ausfälle, Schwangerschaftsbeschwerden. Dann wird Sie die Ärztin oder der Arzt an eine Praxis, den Bereitschaftsdienst oder den Notruf verweisen. Diese Grenze ist kein Mangel der Telemedizin, sondern Teil der ärztlichen Sorgfalt.

Die internationale Evidenz stützt diesen Zuschnitt: Übersichtsarbeiten zeigen für Videosprechstunden vergleichbare Ergebnisse wie für Präsenzkontakte bei klar umrissenen Anliegen, während der Nutzen bei komplexen oder unklaren Beschwerden von der Möglichkeit zur Untersuchung abhängt.

Was kostet die Online-Krankschreibung?

OpenClinic24 arbeitet privatärztlich. Abgerechnet wird nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ), jede Leistung mit Ziffer, Faktor und Betrag auf der Rechnung. Bei der Buchung werden 10,72 € vorgemerkt; das ist die Beratung nach GOÄ Nr. 1 beim 2,3-fachen Satz. Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ist eine kurze Bescheinigung nach GOÄ Nr. 70. Den Gesamtbetrag sehen Sie vor der Bestätigung. Gesetzliche Krankenkassen erstatten privatärztliche Rechnungen in der Regel nicht; Privatversicherte und Beihilfeberechtigte können sie je nach Tarif einreichen.

Kostenlos ist eine ärztliche Krankschreibung nur in der vertragsärztlichen Versorgung, also in Ihrer Kassenpraxis. Angebote, die eine „Krankschreibung ohne Arztgespräch“ gegen Pauschale versprechen, erfüllen die ärztlichen Anforderungen nicht.

Seriöse Anbieter erkennen

Achten Sie auf vier Punkte: Es spricht immer eine Ärztin oder ein Arzt mit Ihnen, die Person ist namentlich genannt und in Deutschland approbiert. Die Entscheidung über die Bescheinigung fällt individuell und kann auch negativ ausfallen. Die Rechnung weist GOÄ-Ziffern aus. Und die Plattform nennt im Impressum eine verantwortliche Stelle in Deutschland. OpenClinic24 wird von der Drylabs GmbH in Ludwigsfelde betrieben; die behandelnden Ärztinnen und Ärzte sind Mitglieder ihrer Landesärztekammer.

Wann Sie sofort Hilfe brauchen

  • Atemnot, Brustschmerz oder Engegefühl in der Brust
  • Hohes Fieber über 39,5 °C, das auf fiebersenkende Mittel nicht anspricht, oder Fieber mit steifem Nacken und Ausschlag
  • Plötzliche Lähmungen, Sprachstörungen, Sehverlust oder stärkste Kopfschmerzen
  • Anhaltendes Erbrechen mit Zeichen von Austrocknung, Blut im Stuhl oder im Erbrochenen
  • Verwirrtheit, Bewusstseinsstörung oder Krampfanfall

Bei diesen Warnzeichen wählen Sie den Notruf 112. Außerhalb der Sprechzeiten erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117. Eine Videosprechstunde ersetzt in diesen Fällen keine Untersuchung vor Ort.

Quellen

  1. § 5 Entgeltfortzahlungsgesetz (EntgFG): Anzeige- und Nachweispflichten. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de, 2026. Gesetz
  2. § 3 Entgeltfortzahlungsgesetz (EntgFG): Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de, 2026. Gesetz
  3. Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie (AU-RL) des Gemeinsamen Bundesausschusses, §§ 4 und 5. Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA), 2024. Leitlinie
  4. (Muster-)Berufsordnung für die in Deutschland tätigen Ärztinnen und Ärzte (MBO-Ä), § 7 Abs. 4 und § 25. Bundesärztekammer, 2024. Leitlinie
  5. Urteil 5 AZR 149/21: Beweiswert einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nach Kündigung. Bundesarbeitsgericht, 2021. Gesetz
  6. Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ), Nr. 1 und Nr. 70. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de, 2026. Gesetz
  7. Dorsey ER, Topol EJ. Telemedicine 2020 and the next decade. The Lancet, 2020. DOI: 10.1016/S0140-6736(20)30424-4 Übersichtsarbeit
  8. Flodgren G, Rachas A, Farmer AJ, Inzitari M, Shepperd S. Interactive telemedicine: effects on professional practice and health care outcomes. Cochrane Database of Systematic Reviews, 2015. DOI: 10.1002/14651858.CD002098.pub2 Übersichtsarbeit

Alle Quellen wurden bei der ärztlichen Prüfung abgerufen. Studien sind mit DOI verlinkt, Leitlinien und Gesetze in der aktuellen Fassung.

Häufig gestellte Fragen

Ist eine Online-Krankschreibung gültig und legal?

Ja. Das Entgeltfortzahlungsgesetz verlangt eine ärztliche Bescheinigung über die Arbeitsunfähigkeit, schreibt aber keine Untersuchung vor Ort vor. Seit der Berufsordnung 2018 dürfen Ärztinnen und Ärzte im Einzelfall ausschließlich über Video behandeln. Eine per Video ausgestellte Bescheinigung ist deshalb genauso gültig wie eine aus der Praxis, sofern eine Ärztin oder ein Arzt sie nach einem echten Gespräch ausstellt.

Muss mein Arbeitgeber eine Online-Krankschreibung akzeptieren?

Ja. Für den Arbeitgeber zählt, dass eine approbierte Ärztin oder ein approbierter Arzt die Arbeitsunfähigkeit bescheinigt hat. Ob das Gespräch per Video oder in der Praxis stattfand, steht nicht auf der Bescheinigung und spielt rechtlich keine Rolle. Zweifel am Beweiswert kann der Arbeitgeber nur mit konkreten Anhaltspunkten begründen, etwa wenn die Bescheinigung exakt eine Kündigungsfrist abdeckt.

Was sieht der Arbeitgeber auf der Krankschreibung?

Nur den Beginn der Arbeitsunfähigkeit, ihre voraussichtliche Dauer, das Ausstellungsdatum und ob es eine Erst- oder Folgebescheinigung ist. Die Diagnose steht ausschließlich auf der Ausfertigung für die Krankenkasse und auf Ihrem Exemplar. Sie müssen Ihrem Arbeitgeber nicht sagen, welche Erkrankung vorliegt.

Wie lange kann ein Online-Arzt krankschreiben?

Per Video werden meist wenige Tage bescheinigt. Die Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie sieht bei Patientinnen und Patienten, die der Praxis nicht bekannt sind, bis zu drei Kalendertage vor, bei bekannten bis zu sieben. Privatärztlich entscheidet die Ärztin oder der Arzt nach Sorgfaltspflicht im Einzelfall; längere oder wiederholte Zeiträume setzen eine erneute Einschätzung und oft eine Untersuchung vor Ort voraus.

Kann eine Online-Krankschreibung rückwirkend ausgestellt werden?

Nur ausnahmsweise. Nach der Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie ist eine Rückdatierung nur nach gewissenhafter Prüfung und in der Regel bis zu drei Tage zulässig, etwa wenn Sie am Wochenende erkrankt sind und am Montag die Videosprechstunde nutzen. Melden Sie sich deshalb am ersten Krankheitstag, dann entsteht keine Lücke.

Geht eine Krankschreibung auch am Wochenende oder ohne Video?

Anfragen bei OpenClinic24 sind rund um die Uhr möglich, die Videosprechstunde findet statt, sobald eine Ärztin oder ein Arzt verfügbar ist. Eine Bescheinigung ohne jedes ärztliche Gespräch, etwa nur per Formular, ist nicht zulässig. Die telefonische Krankschreibung ist gesetzlich Versicherten in ihrer bekannten Praxis vorbehalten.

Was kostet die Online-Krankschreibung bei OpenClinic24?

Die Videosprechstunde ist eine privatärztliche Leistung nach der Gebührenordnung für Ärzte. Bei der Buchung werden 10,72 € vorgemerkt (GOÄ Nr. 1, Beratung, Faktor 2,3). Die Bescheinigung selbst wird nach GOÄ Nr. 70 berechnet. Den Endbetrag sehen Sie vor der Bestätigung, jede Position steht mit Ziffer und Betrag auf der Rechnung.

Zahlt die Krankenkasse die Online-Krankschreibung?

Gesetzliche Krankenkassen erstatten privatärztliche Leistungen in der Regel nicht. Privatversicherte und Beihilfeberechtigte können die GOÄ-Rechnung je nach Tarif einreichen. Unabhängig davon gilt die Bescheinigung gegenüber dem Arbeitgeber; für die Entgeltfortzahlung zahlt der Arbeitgeber, nicht die Kasse.

Kann ich mich trotz Krankschreibung im Ausland aufhalten oder arbeiten?

Eine Krankschreibung ist kein Arbeitsverbot und keine Hausarrestanordnung. Erlaubt ist, was die Genesung nicht gefährdet. Wer sich im Ausland aufhält, muss dies dem Arbeitgeber und gesetzlich Versicherte auch der Krankenkasse mitteilen. Wer sich vor Ablauf gesund fühlt, darf wieder arbeiten; eine Gesundschreibung ist nicht nötig.

Über den Autor

Adi Zoabi MD

Arzt. Approbation als Arzt.

Adi Zoabi MD ist approbierter Arzt und behandelt bei OpenClinic24 per Videosprechstunde.

  • Videosprechstunde

Medizinisch geprüft von Adi Zoabi MD, Approbation als Arzt, am 23. September 2026.

Hinweis: Dieser Artikel informiert allgemein und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden wenden Sie sich an eine Ärztin oder einen Arzt, in Notfällen an den Notruf 112.

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