Kurzantwort
Bei einem akuten Magen-Darm-Infekt mit Erbrechen und Durchfall sind Betroffene meist zwei bis vier Tage arbeitsunfähig; wer mit Lebensmitteln arbeitet oder in Gemeinschaftseinrichtungen tätig ist, darf erst 48 Stunden nach den letzten Beschwerden zurück. Die Beschwerden lassen sich gut per Video beurteilen: Bei OpenClinic24 stellt die Ärztin oder der Arzt die privatärztliche Krankschreibung für höchstens drei Kalendertage als PDF aus, wenn Arbeitsunfähigkeit vorliegt.
Das Wichtigste in Kürze
Noroviren sind die häufigste Ursache akuter Magen-Darm-Infekte bei Erwachsenen; die Beschwerden beginnen 6 bis 50 Stunden nach Ansteckung und dauern meist 12 bis 48 Stunden.
Arbeitsunfähigkeit: in der Regel 2 bis 4 Tage; per Video bei OpenClinic24 höchstens drei Kalendertage, in der Regel ab dem Tag des Gesprächs.
§ 42 Infektionsschutzgesetz: Wer mit Lebensmitteln umgeht, darf bei infektiösem Durchfall oder Erbrechen nicht arbeiten; üblich sind 48 Stunden Beschwerdefreiheit vor der Rückkehr.
Wichtigste Maßnahme ist Flüssigkeit: 2 bis 3 Liter pro Tag in kleinen Schlucken, bei stärkerem Verlust orale Rehydratationslösung nach WHO-Rezeptur.
Warnzeichen für die Praxis oder den Notruf: Blut im Stuhl, Fieber über 39 °C, starke Bauchschmerzen, Zeichen der Austrocknung, Beschwerden länger als drei Tage.
Magen-Darm-Infekt: was dahintersteckt und wie lange er dauert
Ein akuter Magen-Darm-Infekt, medizinisch Gastroenteritis, ist eine Entzündung der Schleimhaut von Magen und Darm, meist durch Viren. Bei Erwachsenen sind Noroviren die häufigste Ursache, bei Kindern Rotaviren; seltener stecken Bakterien wie Campylobacter oder Salmonellen dahinter, vor allem nach Lebensmitteln oder Reisen. Die Ansteckung erfolgt über winzige Mengen Stuhl oder Erbrochenes, über Hände, Oberflächen und Lebensmittel, bei Noroviren auch über Tröpfchen beim Erbrechen.
Der Verlauf ist bei Noroviren typisch: Sechs bis fünfzig Stunden nach der Ansteckung beginnt es plötzlich mit Übelkeit, schwallartigem Erbrechen und wässrigem Durchfall, oft mit Bauchkrämpfen, Kopfschmerzen und leichtem Fieber. Nach zwölf bis 48 Stunden ist das Schlimmste vorbei. Dann bleibt meist noch ein Tag mit Schwäche und empfindlichem Magen. Bakterielle Infekte dauern oft länger, gehen mit höherem Fieber einher und können blutigen Durchfall verursachen.
Wichtig für die Ansteckungsgefahr: Noroviren werden nach dem Abklingen noch Tage bis zwei Wochen ausgeschieden, in den ersten 48 Stunden in großer Menge. Deshalb ist nicht das Ende der Beschwerden der Zeitpunkt, an dem Sie andere nicht mehr anstecken, sondern erst zwei Tage später.
Wie lange krankgeschrieben? Richtwerte und Berufsregeln
Arbeitsunfähig sind Sie, solange Erbrechen, Durchfall, Kreislaufschwäche oder Bauchkrämpfe die Arbeit unmöglich machen und solange Sie andere anstecken würden. Das sind in der Regel zwei bis vier Tage. Für bestimmte Berufe gelten darüber hinaus gesetzliche Vorgaben.
| Situation | Übliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit | Grundlage |
|---|---|---|
| Büro, Homeoffice, Handwerk ohne Lebensmittelkontakt | 2 bis 3 Tage | ärztliche Einschätzung |
| Lebensmittelverarbeitung, Küche, Gastronomie, Verkauf offener Lebensmittel | bis 48 Stunden nach den letzten Beschwerden, oft 3 bis 4 Tage | § 42 IfSG, RKI-Empfehlung |
| Pflege, Kita, Schule, Gemeinschaftseinrichtungen | bis 48 Stunden nach den letzten Beschwerden | § 34 IfSG, RKI-Empfehlung |
| Bakterieller Infekt mit Fieber oder blutigem Durchfall | nach Untersuchung, oft länger | Praxis vor Ort |
§ 42 des Infektionsschutzgesetzes verbietet Personen mit infektiöser Gastroenteritis, Lebensmittel herzustellen, zu behandeln oder in Verkehr zu bringen und in Küchen von Gemeinschaftseinrichtungen zu arbeiten. Für Norovirus empfiehlt das Robert Koch-Institut, frühestens 48 Stunden nach Abklingen der Beschwerden zurückzukehren und danach noch für vier bis sechs Wochen besonders auf Händehygiene zu achten. Wer in einem solchen Beruf arbeitet, sagt das im Videogespräch; die Ärztin oder der Arzt berücksichtigt es bei der Dauer.
Per Video stellt OpenClinic24 die privatärztliche Bescheinigung in der Regel ab dem Tag des Gesprächs für höchstens drei Kalendertage aus, rückdatiert nur ausnahmsweise nach ärztlicher Prüfung und per Video nicht verlängerbar. Dauern die Beschwerden länger, gehört die erneute Beurteilung in eine Praxis vor Ort, die dann auch eine Stuhlprobe veranlassen kann.
Krankschreibung ohne Wartezimmer
Bei Magen-Darm-Beschwerden steckt der Weg in die Praxis andere an. Schildern Sie Ihre Beschwerden, eine Ärztin oder ein Arzt beurteilt sie per Video und stellt die Bescheinigung als PDF aus, wenn Arbeitsunfähigkeit vorliegt.
Krankschreibung online anfragenWarum Magen-Darm gut per Video beurteilbar ist
Für die Einschätzung einer unkomplizierten Gastroenteritis braucht die Ärztin oder der Arzt vor allem Ihre Schilderung: Beginn, Häufigkeit von Erbrechen und Durchfall, Fieber, Blut im Stuhl, Bauchschmerzen und ihre Lage, Trinkmenge und Urinmenge, Reisen, Kontaktpersonen mit gleichen Beschwerden, Vorerkrankungen und Medikamente. Dazu kommt der Blick auf Sie: Wirken Sie ausgetrocknet, blass, schwach? Das alles geht per Video. Eine körperliche Untersuchung ändert bei typischem Verlauf ohne Warnzeichen selten etwas an der Behandlung, die ohnehin aus Flüssigkeit und Schonung besteht.
Der zweite Grund ist der Infektionsschutz: Eine Person mit Norovirus im Wartezimmer kann eine ganze Praxis anstecken. Die Videosprechstunde hält Sie zu Hause und schützt andere.
Wo das Video an Grenzen stößt, verweist die Ärztin oder der Arzt weiter: bei Blut im Stuhl, hohem Fieber, starken oder einseitigen Bauchschmerzen, Austrocknungszeichen, Beschwerden über drei Tage, nach Tropenreisen, in der Schwangerschaft, bei Säuglingen, älteren Menschen und Menschen mit Immunschwäche. Dann sind Untersuchung, Labor oder Stuhlprobe nötig, bei schweren Verläufen auch eine Infusion.
Was hilft: Flüssigkeit zuerst, dann Essen
Die wichtigste Behandlung ist der Ausgleich von Flüssigkeit und Salzen. Trinken Sie zwei bis drei Liter am Tag in kleinen Schlucken, auch wenn Ihnen übel ist: Wasser, verdünnte Säfte, Kräutertee, klare Brühe. Bei stärkerem Verlust, also häufigem Erbrechen oder mehr als sechs wässrigen Stühlen am Tag, ist eine orale Rehydratationslösung aus der Apotheke sinnvoll; sie enthält Glukose und Salze im richtigen Verhältnis nach der Rezeptur der Weltgesundheitsorganisation. Cola und Salzstangen sind dafür kein Ersatz, weil Cola zu viel Zucker und zu wenig Natrium enthält.
Essen Sie, sobald Sie Appetit haben, und beginnen Sie mit leicht Verdaulichem: Zwieback, Weißbrot, Reis, Kartoffeln, Haferschleim, Banane, geriebener Apfel. Fettes, stark Gewürztes, Alkohol und Kaffee warten, bis der Darm sich beruhigt hat. Eine strenge Diät ist nach den Leitlinien nicht nötig; früh wieder zu essen verkürzt den Verlauf eher.
Medikamente spielen eine kleine Rolle. Ein Mittel gegen Übelkeit kann helfen, wenn Sie sonst nichts bei sich behalten; Loperamid kann bei wässrigem Durchfall ohne Fieber und ohne Blut für eine Reise oder einen Termin die Stuhlfrequenz senken, sollte aber nicht länger als zwei Tage und nicht bei Fieber oder blutigem Stuhl eingesetzt werden. Antibiotika helfen bei viralen Infekten nicht und sind nach der Leitlinie nur bei bestimmten bakteriellen Infekten mit schwerem Verlauf angezeigt, die in der Praxis diagnostiziert werden. Probiotika können die Dauer leicht verkürzen, die Evidenz ist uneinheitlich.
Andere schützen: Hygiene in der Wohnung
Waschen Sie die Hände mit Seife nach jedem Toilettengang und vor jedem Essen; Wasser und Seife entfernen Noroviren mechanisch besser als die meisten Desinfektionsmittel. Nutzen Sie eigene Handtücher und möglichst eine eigene Toilette; reinigen Sie Toilette, Spülung, Türklinken und Waschbecken täglich. Wäsche mit Erbrochenem oder Stuhl bei mindestens 60 °C waschen. Bereiten Sie kein Essen für andere zu, solange Sie Beschwerden haben und 48 Stunden danach. Alkoholische Handdesinfektionsmittel wirken gegen Noroviren nur, wenn sie als „viruzid“ oder „begrenzt viruzid PLUS“ gekennzeichnet sind.
Wann in die Praxis, wann Notruf
In eine Praxis vor Ort gehören Sie, wenn die Beschwerden länger als drei Tage anhalten, bei Fieber über 39 °C, nach Fernreisen, in der Schwangerschaft, bei chronischen Darmerkrankungen, bei Säuglingen und Kleinkindern, über 65 Jahren, bei Immunschwäche oder wenn Sie Medikamente nehmen, deren Wirkung durch Erbrechen und Durchfall gefährdet ist, etwa Gerinnungshemmer, Diabetesmedikamente oder die Pille. Dort können Stuhlprobe, Labor und bei Bedarf eine Infusion erfolgen.
Den Notruf 112 wählen Sie bei Blut im Stuhl oder Erbrochenen, bei schwerer Austrocknung mit Verwirrtheit oder Kreislaufschwäche, bei starken Bauchschmerzen mit hartem Bauch und bei Fieber mit steifem Nacken. Bei Säuglingen und sehr alten Menschen zählt jede Stunde, weil der Flüssigkeitsverlust schnell gefährlich wird.
Checkliste für die ersten Tage
Krankmeldung beim Arbeitgeber am ersten Tag. Anfrage für die Videosprechstunde am selben Tag, auch am Wochenende. Beruf mit Lebensmittelkontakt oder in einer Gemeinschaftseinrichtung im Gespräch nennen. Trinken in kleinen Schlucken, Rehydratationslösung bei stärkerem Verlust. Essen, sobald Appetit da ist. Händewaschen, eigenes Handtuch, Toilette reinigen. Rückkehr frühestens 48 Stunden nach den letzten Beschwerden, wenn Ihr Beruf das verlangt. Bei Warnzeichen oder Beschwerden über drei Tage in die Praxis oder zum Bereitschaftsdienst.
Stand: Oktober 2026.
Wann Sie sofort Hilfe brauchen
- Blut im Stuhl oder im Erbrochenen, schwarzer Teerstuhl
- Starke, anhaltende oder einseitige Bauchschmerzen mit hartem Bauch
- Zeichen schwerer Austrocknung: Verwirrtheit, kaum Urin, Kreislaufschwäche, eingesunkene Augen
- Fieber über 39,5 °C mit Schüttelfrost oder steifem Nacken
- Erbrechen oder Durchfall bei Säuglingen, Schwangeren, über 65-Jährigen oder Menschen mit Immunschwäche mit rascher Verschlechterung
Bei diesen Warnzeichen wählen Sie den Notruf 112. Außerhalb der Sprechzeiten erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117. Eine Videosprechstunde ersetzt in diesen Fällen keine Untersuchung vor Ort.
Quellen
- Noroviren: RKI-Ratgeber. Robert Koch-Institut, 2025. Behörde
- § 42 Infektionsschutzgesetz (IfSG): Tätigkeits- und Beschäftigungsverbote beim Umgang mit Lebensmitteln. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de, 2026. Gesetz
- § 34 Infektionsschutzgesetz (IfSG): Gesundheitliche Anforderungen in Gemeinschaftseinrichtungen. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de, 2026. Gesetz
- Norovirus. Clinical Microbiology Reviews, 2015. DOI: 10.1128/CMR.00075-14 Übersichtsarbeit
- ACG Clinical Guideline: Diagnosis, Treatment, and Prevention of Acute Diarrheal Infections in Adults. American Journal of Gastroenterology, 2016. DOI: 10.1038/ajg.2016.126 Leitlinie
- S2k-Leitlinie Gastrointestinale Infektionen (AWMF 021-024). Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS), 2023. Leitlinie
- Durchfall: Ursachen, Behandlung, wann zum Arzt. IQWiG, gesundheitsinformation.de, 2024. Behörde
- § 5 Entgeltfortzahlungsgesetz (EntgFG): Anzeige- und Nachweispflichten. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de, 2026. Gesetz
Alle Quellen wurden bei der ärztlichen Prüfung abgerufen. Studien sind mit DOI verlinkt, Leitlinien und Gesetze in der aktuellen Fassung.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange wird man bei Magen-Darm krankgeschrieben?
Meist zwei bis vier Tage. Norovirus-Infekte klingen nach 12 bis 48 Stunden ab, danach bleibt oft noch ein Tag Schwäche. Wer mit Lebensmitteln arbeitet, in der Pflege oder in Kitas tätig ist, darf erst 48 Stunden nach den letzten Beschwerden zurück. Per Video bescheinigt OpenClinic24 beim Erstkontakt höchstens drei Kalendertage.
Kann ich mich bei Magen-Darm online krankschreiben lassen?
Ja. Erbrechen, Durchfall, Übelkeit und Bauchkrämpfe lassen sich im Videogespräch gut beurteilen, und der Weg in die Praxis würde andere anstecken. Die Ärztin oder der Arzt fragt nach Beginn, Häufigkeit, Fieber, Blut im Stuhl, Trinkmenge und Reisen. Liegt Arbeitsunfähigkeit vor, erhalten Sie die privatärztliche Bescheinigung als PDF ab dem Tag des Gesprächs.
Darf ich mit Magen-Darm arbeiten gehen?
Mit akutem Erbrechen oder Durchfall nicht: Sie sind ansteckend und in der Regel nicht arbeitsfähig. In Lebensmittelberufen verbietet § 42 Infektionsschutzgesetz die Arbeit bei infektiöser Gastroenteritis. Im Homeoffice ohne Fieber und mit leichten Beschwerden kann Arbeit möglich sein; die Krankschreibung ist kein Arbeitsverbot.
Was soll ich bei Magen-Darm essen und trinken?
Trinken ist wichtiger als Essen: Wasser, verdünnte Säfte, Tee, Brühe in kleinen Schlucken, bei stärkerem Verlust eine Elektrolytlösung aus der Apotheke. Essen Sie, sobald Appetit da ist, leicht Verdauliches wie Zwieback, Reis, Kartoffeln, Banane, Haferschleim. Cola und Salzstangen sind kein Ersatz für eine Rehydratationslösung, weil das Zucker-Salz-Verhältnis nicht stimmt.
Wann muss ich mit Magen-Darm zum Arzt?
Bei Blut im Stuhl oder im Erbrochenen, Fieber über 39 °C, starken oder einseitigen Bauchschmerzen, anhaltendem Erbrechen, bei dem nichts mehr bleibt, Zeichen der Austrocknung wie Schwindel, wenig dunklem Urin, trockenem Mund, bei Beschwerden länger als drei Tage, nach Fernreisen, in der Schwangerschaft, bei Säuglingen, über 65 Jahren oder bei chronischen Erkrankungen.
Brauche ich Antibiotika bei Magen-Darm?
Fast nie. Die meisten Infekte sind viral, Antibiotika wirken dann nicht und können den Verlauf verlängern. Bakterielle Infekte mit Fieber und blutigem Durchfall oder nach Reisen können eine gezielte Behandlung brauchen; das entscheidet die Ärztin oder der Arzt nach Untersuchung und gegebenenfalls Stuhlprobe in der Praxis.
Was sagt das Infektionsschutzgesetz zu Magen-Darm und Arbeit?
§ 42 verbietet Personen mit infektiöser Gastroenteritis das Herstellen, Behandeln und Inverkehrbringen von Lebensmitteln sowie Küchentätigkeiten in Gemeinschaftseinrichtungen. § 34 regelt Besuchsverbote für Gemeinschaftseinrichtungen bei bestimmten Erregern. Üblich sind 48 Stunden ohne Beschwerden vor der Rückkehr, bei Norovirus empfiehlt das Robert Koch-Institut diese Frist ausdrücklich.
Kann ich Kolleginnen und Familie anstecken, wenn ich mich besser fühle?
Ja. Bei Norovirus werden Viren noch bis zu zwei Wochen nach Abklingen ausgeschieden, in den ersten 48 Stunden danach in großer Menge. Händewaschen mit Seife, eigene Handtücher, Toilettenreinigung und Abstand beim Essen schützen. Alkoholische Desinfektionsmittel wirken gegen Noroviren nur, wenn sie als viruzid gekennzeichnet sind.
Hinweis: Dieser Artikel informiert allgemein und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden wenden Sie sich an eine Ärztin oder einen Arzt, in Notfällen an den Notruf 112.
