Diabetes Typ 2

Diabetes mellitus Typ 2 ist eine chronische Stoffwechselerkrankung mit dauerhaft erhöhten Blutzuckerwerten. In der Video-Sprechstunde erhalten Sie ärztliche Verlaufsbegleitung und – nach ärztlicher Einschätzung – Folgerezepte für Ihre bestehende Medikation, zum Beispiel Metformin. Die Erstdiagnose und regelmäßige körperliche Kontrolluntersuchungen gehören weiterhin in eine Praxis vor Ort.

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Überblick

Diabetes mellitus Typ 2 ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, bei der der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht ist. Ursache ist eine verminderte Wirkung des körpereigenen Insulins (Insulinresistenz), häufig verbunden mit einer nachlassenden Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse. Die Erkrankung entwickelt sich meist über Jahre und verursacht anfangs oft keine oder nur unspezifische Beschwerden. Unbehandelt kann ein dauerhaft erhöhter Blutzucker Gefäße, Nerven, Augen und Nieren schädigen. Grundlage der Behandlung sind eine angepasste Ernährung, regelmäßige Bewegung und – wenn erforderlich – blutzuckersenkende Medikamente. Viele Patientinnen und Patienten mit gut eingestelltem Diabetes Typ 2 benötigen vor allem eine verlässliche Verlaufsbegleitung: die regelmäßige Besprechung von Blutzucker- und Laborwerten sowie Folgerezepte für die bestehende Medikation. Genau hier setzt die Video-Sprechstunde an. Nach ärztlicher Einschätzung kann ein Privatrezept für Ihre laufende Therapie ausgestellt werden, etwa für orale Antidiabetika wie Metformin. Die Video-Sprechstunde ergänzt die hausärztliche oder diabetologische Betreuung, sie ersetzt sie nicht.

Häufige Ursachen

Diabetes Typ 2 entsteht durch ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Eine wesentliche Rolle spielt die erbliche Veranlagung: Tritt die Erkrankung in der Familie auf, ist das eigene Risiko erhöht. Hinzu kommen beeinflussbare Faktoren wie Übergewicht – insbesondere vermehrtes Bauchfett –, Bewegungsmangel und eine energiereiche, ballaststoffarme Ernährung. Auch zunehmendes Alter, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Rauchen und anhaltender Schlafmangel können die Entstehung begünstigen. Bei Frauen gilt ein früherer Schwangerschaftsdiabetes als Risikofaktor. Bestimmte Medikamente, etwa eine längerfristige Kortisonbehandlung, können den Blutzucker zusätzlich erhöhen. Meist geht dem Diabetes eine jahrelange Phase mit grenzwertig erhöhten Blutzuckerwerten (Prädiabetes) voraus, die häufig unbemerkt bleibt. Eine frühzeitige Änderung des Lebensstils kann das Fortschreiten in dieser Phase in vielen Fällen verlangsamen.

Wann zum Arzt?

Suchen Sie ärztlichen Rat, wenn Sie anhaltend vermehrten Durst, häufiges Wasserlassen, ausgeprägte Müdigkeit, Sehstörungen oder schlecht heilende Wunden bemerken – insbesondere, wenn Diabetes in Ihrer Familie vorkommt. Bei bekanntem Diabetes Typ 2 sollten Sie ärztliche Rücksprache halten, wenn Ihre Blutzuckerwerte wiederholt deutlich über oder unter Ihrem Zielbereich liegen, wenn Nebenwirkungen der Medikation auftreten oder wenn eine akute Erkrankung, zum Beispiel ein fieberhafter Infekt, die Blutzuckereinstellung stört. Warnzeichen für eine schwere Stoffwechselentgleisung sind Bewusstseinsstörungen oder Verwirrtheit, sehr tiefe und schnelle Atmung, Azetongeruch der Atemluft, wiederholtes Erbrechen, starke Austrocknung sowie eine schwere Unterzuckerung mit Krampfanfall oder Bewusstlosigkeit. Wählen Sie in diesen Fällen sofort den Notruf 112. Neue Wunden am Fuß, Taubheitsgefühle oder eine plötzliche Sehverschlechterung sollten zeitnah in einer Praxis vor Ort untersucht werden.

Symptome & Indikationen

Vermehrter Durst Häufiges Wasserlassen Müdigkeit und Abgeschlagenheit Sehstörungen Schlecht heilende Wunden Wiederkehrende Infektionen (z. B. Harnwegs- oder Hautinfektionen) Trockene, juckende Haut Ungewollte Gewichtsabnahme

Behandlungsmöglichkeiten

  • Folgerezept für orale Antidiabetika (z. B. Metformin) nach ärztlicher Einschätzung
  • Verlaufsbegleitung bei bestehender Diabetes-Therapie
  • Besprechung von Blutzucker- und Laborwerten (z. B. HbA1c)
  • Beratung zu Ernährung und Bewegung im Alltag
  • Beratung zur Blutzucker-Selbstmessung
  • Empfehlung zur fachärztlichen oder diabetologischen Weiterbetreuung bei Bedarf

Wichtige Hinweise

  • Die Erstdiagnose eines Diabetes sowie die Neueinstellung auf Insulin oder eine Therapieumstellung erfordern eine Untersuchung und Laborwerte in einer Praxis vor Ort.
  • Regelmäßige körperliche Kontrolluntersuchungen (z. B. Augen, Füße, Nierenwerte) können durch die Video-Sprechstunde nicht ersetzt werden.
  • Bei Bewusstseinsstörungen, sehr tiefer und schneller Atmung, Azetongeruch der Atemluft oder schwerer Unterzuckerung mit Bewusstlosigkeit wählen Sie sofort den Notruf 112.
  • Ein Rezept wird nur nach individueller ärztlicher Einschätzung ausgestellt; es besteht kein Anspruch auf eine bestimmte Verordnung.
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Medizinischer Hinweis: Kein Ersatz für eine ärztliche Untersuchung vor Ort. Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Orientierung. Bei Notfällen rufen Sie bitte 112 an.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich mein Folgerezept, zum Beispiel für Metformin, online erhalten?

Wenn Sie bereits stabil auf ein Medikament eingestellt sind, prüft die Ärztin oder der Arzt Ihre Situation in der Video-Sprechstunde. Nach ärztlicher Einschätzung kann ein Privatrezept für Ihre bestehende Medikation ausgestellt werden, etwa für orale Antidiabetika wie Metformin. Hilfreich ist, wenn Sie Ihren Medikationsplan und aktuelle Laborwerte bereithalten. Ein Anspruch auf ein Rezept besteht nicht; die Entscheidung trifft immer die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt.

Was kostet die Video-Sprechstunde und übernimmt meine Versicherung die Kosten?

Die Abrechnung erfolgt als Privatleistung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Privatversicherte können die Rechnung in der Regel bei ihrer privaten Krankenversicherung einreichen; die Erstattung richtet sich nach dem jeweiligen Tarif. Selbstzahler erhalten eine transparente Rechnung nach GOÄ. Gesetzlich Versicherte können das Angebot als Selbstzahlerleistung nutzen.

Kann Diabetes Typ 2 per Video-Sprechstunde festgestellt werden?

Die gesicherte Diagnose erfordert Laboruntersuchungen wie Nüchternblutzucker oder HbA1c und gehört in eine Praxis vor Ort. In der Video-Sprechstunde können jedoch Ihre Beschwerden und bereits vorliegende Befunde ärztlich eingeordnet und das weitere Vorgehen besprochen werden. Bei einem Verdacht wird Ihnen eine gezielte Abklärung empfohlen.

Ersetzt die Video-Sprechstunde meine regelmäßigen Diabetes-Kontrollen?

Nein. Regelmäßige körperliche Untersuchungen – etwa der Augen, der Füße und der Nierenwerte – sind bei Diabetes Typ 2 wichtig, um Folgeschäden früh zu erkennen. Diese Untersuchungen können nur vor Ort erfolgen. Die Video-Sprechstunde ergänzt diese Betreuung, zum Beispiel durch Folgerezepte, die Besprechung von Werten und Fragen zwischen den Terminen.

Ich möchte vor allem abnehmen – bin ich hier richtig?

Diese Seite richtet sich an Patientinnen und Patienten mit bestehendem Diabetes Typ 2, die eine Verlaufsbegleitung oder Folgerezepte für ihre laufende Therapie benötigen. Wenn es Ihnen in erster Linie um eine medizinisch begleitete Gewichtsreduktion geht, finden Sie dafür ein eigenes Angebot in unserem Bereich Gewichtsmanagement. Bei Diabetes Typ 2 kann eine Gewichtsabnahme dennoch Teil des ärztlich besprochenen Behandlungskonzepts sein.