Bluthochdruck (arterielle Hypertonie)

Arterielle Hypertonie (Bluthochdruck) ist eine dauerhafte Erhöhung des Blutdrucks, die häufig lange unbemerkt bleibt und das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenschäden deutlich erhöht. Bei bereits gut eingestellter Therapie können Ihre Heimmesswerte in der Video-Sprechstunde besprochen werden; nach ärztlicher Einschätzung kann ein Folgerezept für die bestehende Medikation als Privatrezept ausgestellt werden.

12 Ärzt:innen jetzt verfügbar

Überblick

Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) zählt zu den häufigsten chronischen Erkrankungen in Deutschland. Er verursacht meist lange Zeit keine Beschwerden, erhöht unbehandelt aber das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzschwäche und Nierenschäden. Eine dauerhaft gute Blutdruckeinstellung ist daher entscheidend – sie beruht auf Lebensstilmaßnahmen und, wenn erforderlich, blutdrucksenkenden Medikamenten. Für Patientinnen und Patienten, deren Blutdruck bereits medikamentös gut eingestellt ist, eignet sich die Video-Sprechstunde besonders: Ihre Heimmesswerte werden gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt besprochen, und nach ärztlicher Einschätzung kann ein Folgerezept für die bestehende Medikation als Privatrezept nach GOÄ ausgestellt werden. So lassen sich Therapieunterbrechungen vermeiden, ohne dass für jede Wiederverordnung ein Praxisbesuch nötig ist. Die Erstdiagnose, die Ersteinstellung der Medikation sowie regelmäßige körperliche Kontrolluntersuchungen bleiben Aufgabe einer Praxis vor Ort – die Telemedizin ergänzt diese Versorgung, ersetzt sie aber nicht.

Häufige Ursachen

In etwa neun von zehn Fällen liegt eine sogenannte primäre (essentielle) Hypertonie vor, für die keine einzelne Ursache verantwortlich ist. Zu den wichtigsten begünstigenden Faktoren zählen erbliche Veranlagung, zunehmendes Alter, Übergewicht, hoher Kochsalzkonsum, Bewegungsmangel, regelmäßiger Alkoholkonsum, Rauchen und anhaltender Stress. Auch Schlafstörungen wie die obstruktive Schlafapnoe können den Blutdruck erhöhen. Deutlich seltener ist die sekundäre Hypertonie, bei der eine andere Erkrankung zugrunde liegt – etwa Nierenerkrankungen, hormonelle Störungen oder Gefäßveränderungen. Bestimmte Medikamente, zum Beispiel Kortisonpräparate, einige Schmerzmittel oder hormonelle Verhütungsmittel, können den Blutdruck ebenfalls steigern. Bei jungem Erkrankungsalter, sehr hohen Werten oder unzureichendem Ansprechen auf die Therapie sollte eine sekundäre Ursache ärztlich abgeklärt werden; dies erfordert Untersuchungen vor Ort.

Wann zum Arzt?

Vereinbaren Sie zeitnah einen Arzttermin, wenn Ihre Heimmesswerte trotz regelmäßiger Medikamenteneinnahme wiederholt über dem vereinbarten Zielbereich liegen, wenn Sie wiederholt Werte über 160/100 mmHg messen oder wenn neue Beschwerden auftreten – etwa mögliche Nebenwirkungen der Medikamente, Schwindel beim Aufstehen oder zunehmende Wassereinlagerungen. Rufen Sie sofort den Notruf 112, wenn sehr hohe Werte (etwa ab 180/120 mmHg) zusammen mit Warnzeichen auftreten: starke Brustschmerzen oder Engegefühl, Atemnot, plötzliche Lähmungen, Seh- oder Sprachstörungen, sehr starke Kopfschmerzen, nicht stillbares Nasenbluten, Verwirrtheit oder Bewusstseinsstörungen. Solche Zeichen können auf einen hypertensiven Notfall, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall hinweisen und lassen sich nicht per Video behandeln. Auch bei neu erhöhten Blutdruckwerten in der Schwangerschaft sollten Sie sich unverzüglich ärztlich vorstellen.

Symptome & Indikationen

Häufig lange Zeit keine Beschwerden Kopfschmerzen, besonders am Morgen Schwindel oder Benommenheit Ohrensausen Herzklopfen oder unregelmäßiger Herzschlag Kurzatmigkeit bei Belastung Nasenbluten Sehstörungen bei stark erhöhten Werten

Behandlungsmöglichkeiten

  • Regelmäßige Blutdruck-Selbstmessung zu Hause mit validiertem Oberarmgerät und Messprotokoll
  • Lebensstilmaßnahmen: salzarme Ernährung, regelmäßige Bewegung, Gewichtsreduktion
  • Reduktion von Alkohol, Rauchstopp und Stressabbau
  • ACE-Hemmer oder Sartane – nach ärztlicher Einschätzung als Folgerezept bei eingestellter Therapie
  • Kalziumkanalblocker als bewährte Wirkstoffklasse der Dauertherapie
  • Diuretika (harntreibende Mittel), oft in Kombination mit anderen Wirkstoffklassen
  • Betablocker bei bestimmten Begleiterkrankungen, z. B. koronarer Herzkrankheit

Wichtige Hinweise

  • Die Video-Sprechstunde eignet sich für die Verlaufskontrolle und Folgerezepte bei bereits eingestelltem Bluthochdruck – nicht für die Erstdiagnose, die Ersteinstellung der Medikation oder Notfälle.
  • Bei Blutdruckwerten ab etwa 180/120 mmHg zusammen mit Beschwerden wie Brustschmerzen, Atemnot, Lähmungen, Sprach- oder Sehstörungen sofort den Notruf 112 wählen.
  • Ändern Sie die Dosierung Ihrer Blutdruckmedikamente nicht eigenständig und setzen Sie sie nicht ohne ärztliche Rücksprache ab.
  • Regelmäßige körperliche Kontrolluntersuchungen, etwa Blutwerte, Nierenfunktion und EKG, bleiben in einer Praxis vor Ort weiterhin notwendig.
SO FUNKTIONIERT ES

Ablauf bei OpenClinic24

SCHRITT 01

Fragebogen ausfüllen

Kurze Angaben zu Ihren Beschwerden

SCHRITT 02

Ärzt:in verbindet sich

Video-Sprechstunde in wenigen Minuten

SCHRITT 03

Dokumente erhalten

Rezept, Krankschreibung oder Überweisung digital

Geschätzte Wartezeit

~ Min. Wartezeit

Verwandte Behandlungen

Weitere Beschwerden, die wir per Video-Sprechstunde behandeln.

JETZT VERFÜGBAR

Video-Sprechstunde — meist <15 min Wartezeit

Medizinischer Hinweis: Kein Ersatz für eine ärztliche Untersuchung vor Ort. Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Orientierung. Bei Notfällen rufen Sie bitte 112 an.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich mein Folgerezept für Blutdrucksenker per Video-Sprechstunde erhalten?

Wenn Ihr Blutdruck bereits gut eingestellt ist und Sie Ihre bisherige Medikation kennen, ist die Video-Sprechstunde dafür gut geeignet. Die Ärztin oder der Arzt bespricht mit Ihnen Ihre Heimmesswerte und die Verträglichkeit der Medikamente. Nach ärztlicher Einschätzung kann anschließend ein Privatrezept für die bestehende Medikation ausgestellt werden. Ein Anspruch auf eine bestimmte Verordnung besteht nicht – die Entscheidung trifft immer die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt.

Wie messe ich meinen Blutdruck zu Hause richtig?

Messen Sie nach etwa fünf Minuten Ruhe im Sitzen, mit aufgelegtem Arm auf Herzhöhe und einer passenden Manschette. Empfohlen sind Messungen morgens und abends über mindestens drei bis sieben Tage vor dem Termin; notieren Sie alle Werte mit Datum und Uhrzeit. Verwenden Sie möglichst ein validiertes Oberarmmessgerät und halten Sie Ihr Messprotokoll in der Video-Sprechstunde bereit.

Was kostet die Video-Sprechstunde bei Bluthochdruck?

Die Abrechnung erfolgt als Privatleistung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Privatversicherte können die Rechnung in der Regel bei ihrer privaten Krankenversicherung einreichen; die Erstattung richtet sich nach dem jeweiligen Tarif. Selbstzahler erhalten eine transparente GOÄ-Rechnung. Die voraussichtlichen Kosten sehen Sie bereits vor der Buchung.

Kann per Video eine Blutdrucktherapie neu begonnen werden?

Die Erstdiagnose und die Ersteinstellung der Medikation erfordern in der Regel Untersuchungen vor Ort, etwa eine Langzeitblutdruckmessung, Blut- und Urinuntersuchungen sowie ein EKG. Die Video-Sprechstunde eignet sich vor allem für die Verlaufskontrolle und Folgerezepte bei bereits eingestellter Therapie. Bei erstmals auffälligen Werten kann die Ärztin oder der Arzt Sie beraten und an eine geeignete Praxis vor Ort verweisen.

Was tue ich bei plötzlich sehr hohen Blutdruckwerten?

Wiederholen Sie die Messung nach einigen Minuten Ruhe im Sitzen. Bleiben die Werte sehr hoch (etwa ab 180/120 mmHg) und treten zusätzlich Beschwerden wie Brustschmerzen, Atemnot, Lähmungen, Sprach- oder Sehstörungen auf, rufen Sie sofort den Notruf 112. Ohne Beschwerden sollten Sie sich noch am selben Tag ärztlich beraten lassen, statt die Medikamentendosis eigenständig zu verändern.