Überblick
Asthma bronchiale ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen der Atemwege. Die Bronchien sind dauerhaft entzündet und reagieren überempfindlich auf bestimmte Reize. Typisch sind anfallsartige Atemnot, trockener Husten, ein Engegefühl in der Brust und pfeifende Atemgeräusche, häufig nachts oder in den frühen Morgenstunden. Zwischen den Episoden können die Beschwerden vollständig fehlen. Mit einer konsequenten Inhalationstherapie lässt sich Asthma bei den meisten Betroffenen gut kontrollieren, sodass ein weitgehend normales Leben möglich ist. Für stabil eingestellte Patientinnen und Patienten bietet die Video-Sprechstunde eine unkomplizierte Möglichkeit, die laufende Behandlung zu besprechen: Nach ärztlicher Einschätzung kann ein Folgerezept für die bestehende Inhalationstherapie als Privatrezept ausgestellt werden. Wichtig zu wissen: Die Online-Sprechstunde ergänzt die Versorgung, ersetzt aber weder die regelmäßige Kontrolle mit Lungenfunktionsmessung noch die Behandlung akuter Verschlechterungen. Bei Zeichen eines schweren Asthmaanfalls wählen Sie sofort den Notruf 112.
Häufige Ursachen
Asthma entsteht durch ein Zusammenspiel aus erblicher Veranlagung und Umweltfaktoren. Beim allergischen Asthma lösen Allergene wie Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare oder Schimmelpilzsporen die Entzündungsreaktion aus; es beginnt häufig bereits im Kindes- oder Jugendalter und tritt oft gemeinsam mit Heuschnupfen oder Neurodermitis auf. Beim nicht-allergischen Asthma stehen andere Auslöser im Vordergrund, etwa Atemwegsinfekte, kalte Luft, körperliche Anstrengung, Tabakrauch, Luftschadstoffe oder bestimmte Schmerzmittel. Viele Betroffene haben Mischformen, bei denen mehrere Auslöser eine Rolle spielen. Auch berufliche Belastungen wie Mehlstaub oder Chemikalien können Asthma verursachen oder verschlechtern. Unabhängig von der Ursache gilt: Wer seine persönlichen Auslöser kennt und meidet, kann die Beschwerden oft deutlich reduzieren. Die ärztliche Beratung hilft dabei, Auslöser einzugrenzen und die Therapie entsprechend anzupassen.
Wann zum Arzt?
Wählen Sie sofort den Notruf 112, wenn Warnzeichen eines schweren Asthmaanfalls auftreten: ausgeprägte Atemnot in Ruhe, Unfähigkeit, in ganzen Sätzen zu sprechen, bläulich verfärbte Lippen oder Fingernägel, ausbleibende Wirkung der Bedarfsmedikation oder zunehmende Erschöpfung bis hin zu Benommenheit. Eine zeitnahe ärztliche Vorstellung – in der Praxis oder zunächst per Video-Sprechstunde – ist sinnvoll, wenn Sie Ihre Bedarfsmedikation häufiger als gewohnt benötigen, nachts wiederholt wegen Atemnot oder Husten aufwachen, Ihre körperliche Belastbarkeit spürbar abnimmt oder Ihre Peak-Flow-Werte fallen. Auch wenn Ihr Inhalator zur Neige geht, sollten Sie sich rechtzeitig um ein Folgerezept kümmern, damit keine Behandlungslücke entsteht. Bei unklaren Atembeschwerden ohne gesicherte Diagnose gehört die Abklärung mit Lungenfunktionsprüfung in eine Praxis.