Reizdarmsyndrom

Das Reizdarmsyndrom ist eine häufige funktionelle Darmerkrankung mit wiederkehrenden Bauchschmerzen, Blähungen und veränderten Stuhlgewohnheiten. Die Diagnose wird nach Ausschluss anderer Ursachen gestellt. In der Video-Sprechstunde begleiten wir Sie langfristig mit Ernährungs-Guidance und – nach ärztlicher Einschätzung – symptomatischer Therapie per Privatrezept.

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Überblick

Das Reizdarmsyndrom (RDS) gehört zu den häufigsten Erkrankungen des Verdauungstrakts. Schätzungen zufolge sind mehrere Prozent der Bevölkerung in Deutschland betroffen, Frauen etwas häufiger als Männer. Typisch sind wiederkehrende Bauchschmerzen, Blähungen und veränderte Stuhlgewohnheiten – Durchfall, Verstopfung oder ein Wechsel von beidem – über mindestens drei Monate. Das Reizdarmsyndrom ist eine funktionelle Störung: Die Beschwerden sind real und können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen, an den Organen selbst findet sich jedoch keine strukturelle Schädigung. Die Diagnose wird als Ausschlussdiagnose gestellt, das heißt erst, nachdem andere Ursachen wie chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Zöliakie oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten abgeklärt wurden. Ist die Diagnose gesichert, steht die langfristige Begleitung im Vordergrund. Genau hier setzt die Video-Sprechstunde an: Ernährungsumstellung, Symptomtagebuch und – nach ärztlicher Einschätzung – symptomatische Medikamente per Privatrezept lassen sich gut aus der Ferne begleiten, ohne dass Sie für jeden Termin eine Praxis aufsuchen müssen.

Häufige Ursachen

Die genauen Ursachen des Reizdarmsyndroms sind nicht abschließend geklärt. Nach heutigem Verständnis wirken mehrere Faktoren zusammen. Eine zentrale Rolle spielt die gestörte Kommunikation zwischen Darm und Gehirn, die sogenannte Darm-Hirn-Achse: Das Nervensystem des Darms reagiert überempfindlich auf normale Dehnungsreize, was Schmerzen und Krämpfe begünstigt. Häufig ist zudem die Darmbewegung verändert – beschleunigt bei Durchfall, verlangsamt bei Verstopfung. Weitere Faktoren sind eine veränderte Zusammensetzung der Darmflora, eine erhöhte Durchlässigkeit der Darmschleimhaut und geringgradige Entzündungsprozesse. Bei einem Teil der Betroffenen beginnt das Reizdarmsyndrom nach einer Magen-Darm-Infektion (postinfektiöses RDS). Psychische Belastungen wie anhaltender Stress, Angst oder depressive Verstimmungen verursachen die Erkrankung nicht allein, können die Beschwerden aber deutlich verstärken. Auch bestimmte Nahrungsbestandteile, insbesondere schwer aufschließbare, vergärbare Kohlenhydrate (FODMAPs), lösen bei vielen Betroffenen Symptome aus.

Wann zum Arzt?

Eine erstmalige Abklärung anhaltender Darmbeschwerden sollte immer ärztlich erfolgen, bevor die Diagnose Reizdarmsyndrom gestellt wird. Suchen Sie zeitnah eine Praxis auf, wenn Warnzeichen auftreten: Blut im Stuhl oder schwarz verfärbter Stuhl, ungewollter Gewichtsverlust, Fieber, nächtliche Durchfälle oder Schmerzen, die Sie aus dem Schlaf wecken, Blutarmut, tastbare Verhärtungen im Bauch sowie ein erstmaliges Auftreten der Beschwerden nach dem 50. Lebensjahr. Auch eine familiäre Vorbelastung mit Darmkrebs, Zöliakie oder chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen ist ein Grund für eine gründliche Untersuchung vor Ort. Bei akut heftigsten Bauchschmerzen mit bretthartem Bauch, anhaltendem Erbrechen, Zeichen von Kreislaufversagen oder massiver Blutung aus dem Darm handelt es sich um einen Notfall – wählen Sie in diesem Fall sofort den Notruf 112. Für die Verlaufskontrolle bei gesicherter Diagnose ist die Video-Sprechstunde dagegen in der Regel gut geeignet.

Symptome & Indikationen

Wiederkehrende Bauchschmerzen oder Bauchkrämpfe Blähungen und sichtbar aufgetriebener Bauch Durchfall, Verstopfung oder ein Wechsel von beidem Besserung oder Verschlechterung der Beschwerden nach dem Stuhlgang Gefühl der unvollständigen Darmentleerung Schleimbeimengungen im Stuhl Völlegefühl und frühes Sättigungsgefühl Verstärkung der Beschwerden durch Stress oder bestimmte Lebensmittel

Behandlungsmöglichkeiten

  • Strukturierte Ernährungsberatung, z. B. Anleitung zu einer Low-FODMAP-Ernährung mit Symptom- und Ernährungstagebuch
  • Ballaststoffanpassung, etwa mit löslichen Ballaststoffen wie Flohsamenschalen
  • Nach ärztlicher Einschätzung krampflösende Medikamente (Spasmolytika) gegen Bauchkrämpfe
  • Nach ärztlicher Einschätzung symptomatische Mittel gegen Durchfall oder Verstopfung (Motilitätshemmer bzw. osmotische Abführmittel)
  • Pfefferminzöl-Präparate in magensaftresistenter Form zur Linderung von Krämpfen und Blähungen
  • Ausgewählte Probiotika als Behandlungsversuch über mehrere Wochen
  • Stressmanagement und Entspannungsverfahren, bei Bedarf Hinweis auf darmbezogene Psychotherapie-Angebote

Wichtige Hinweise

  • Die Diagnose Reizdarmsyndrom ist eine Ausschlussdiagnose. Eine erstmalige Abklärung mit körperlicher Untersuchung, Laborwerten und ggf. Darmspiegelung muss vor Ort erfolgen – die Video-Sprechstunde ersetzt diese Basisdiagnostik nicht, sie eignet sich vor allem für die anschließende Begleitung.
  • Warnzeichen wie Blut im Stuhl, ungewollter Gewichtsverlust, Fieber, nächtliche Beschwerden oder ein Beginn der Symptome nach dem 50. Lebensjahr erfordern immer eine zeitnahe Abklärung in einer Praxis oder Klinik.
  • Bei akut heftigsten Bauchschmerzen mit hartem Bauch, anhaltendem Erbrechen, Kreislaufschwäche oder starker Blutung aus dem Darm wählen Sie sofort den Notruf 112.
  • Betäubungsmittel sowie Benzodiazepine werden über OpenClinic24 grundsätzlich nicht verordnet.
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Medizinischer Hinweis: Kein Ersatz für eine ärztliche Untersuchung vor Ort. Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Orientierung. Bei Notfällen rufen Sie bitte 112 an.

Häufig gestellte Fragen

Kann das Reizdarmsyndrom per Video-Sprechstunde behandelt werden?

Für die langfristige Begleitung eignet sich die Video-Sprechstunde gut, sofern die Diagnose bereits durch eine Ausschlussdiagnostik gesichert wurde. Ärztinnen und Ärzte können Ihre Beschwerden einordnen, die Ernährung mit Ihnen strukturieren und nach ärztlicher Einschätzung symptomatische Medikamente per Privatrezept verordnen. Die erstmalige Abklärung mit Untersuchung und ggf. Darmspiegelung muss jedoch vor Ort erfolgen.

Was kostet die Behandlung und übernimmt meine Versicherung die Kosten?

Die Abrechnung erfolgt als Privatleistung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ); Sie erhalten eine transparente Rechnung. Privat Versicherte können die Rechnung in der Regel bei ihrer privaten Krankenversicherung (PKV) einreichen, die Erstattung richtet sich nach dem jeweiligen Tarif. Gesetzlich Versicherte können das Angebot als Selbstzahler nutzen.

Hilft eine Low-FODMAP-Ernährung wirklich?

Viele Betroffene berichten unter einer zeitlich begrenzten Low-FODMAP-Ernährung über eine deutliche Besserung von Blähungen und Bauchschmerzen. Wichtig ist die strukturierte Durchführung in drei Phasen mit anschließender gezielter Wiedereinführung einzelner Lebensmittel, damit die Ernährung nicht dauerhaft unnötig eingeschränkt bleibt. In der Video-Sprechstunde begleiten wir Sie durch diesen Prozess.

Kann ich über OpenClinic24 ein Rezept für meine Reizdarm-Beschwerden erhalten?

Nach ärztlicher Einschätzung kann ein Privatrezept ausgestellt werden, etwa für krampflösende Medikamente, Mittel gegen Durchfall oder Verstopfung oder Pfefferminzöl-Präparate. Ob eine Verordnung medizinisch sinnvoll ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt im Gespräch mit Ihnen. Ein Anspruch auf ein bestimmtes Medikament besteht nicht.

Wann sollte ich meine Beschwerden erneut vor Ort abklären lassen?

Wenn sich der Charakter Ihrer Beschwerden deutlich verändert, neue Warnzeichen wie Blut im Stuhl, Gewichtsverlust, Fieber oder nächtliche Symptome auftreten oder die Beschwerden trotz Therapie zunehmen, sollte eine erneute Untersuchung in einer Praxis erfolgen. Auch bei erstmaligem Auftreten der Symptome nach dem 50. Lebensjahr ist eine Abklärung vor Ort erforderlich.