Überblick
Eisenmangel ist weltweit der häufigste Nährstoffmangel. Besonders betroffen sind Frauen zwischen 20 und 45 Jahren, vor allem durch den regelmäßigen Blutverlust während der Menstruation. Eisen wird für die Bildung des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin benötigt; sind die Speicher erschöpft, kann sich eine Eisenmangelanämie entwickeln. Häufige Anzeichen sind anhaltende Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Blässe, Haarausfall und brüchige Nägel. Der wichtigste Laborwert zur Beurteilung der Eisenspeicher ist das Ferritin; ergänzend werden meist Hämoglobin und Transferrinsättigung betrachtet. In der Video-Sprechstunde können Sie vorliegende Laborbefunde ärztlich einordnen lassen und Ihre Beschwerden besprechen. Nach ärztlicher Einschätzung kann ein Privatrezept für ein orales Eisenpräparat ausgestellt und ein Plan für Verlaufskontrollen vereinbart werden. Die Abrechnung erfolgt als Privatleistung nach GOÄ und richtet sich damit an Privatversicherte und Selbstzahler. Eine Blutabnahme selbst ist telemedizinisch nicht möglich; sie erfolgt in einer Praxis oder einem Labor vor Ort.
Häufige Ursachen
Bei Frauen im gebärfähigen Alter ist die häufigste Ursache ein erhöhter Eisenverlust durch die Regelblutung, insbesondere bei starker oder verlängerter Menstruation. Auch Schwangerschaft und Stillzeit erhöhen den Eisenbedarf deutlich. Eine vegetarische oder vegane Ernährung kann zu einer geringeren Eisenzufuhr beitragen, da pflanzliches Eisen schlechter aufgenommen wird als Eisen aus Fleisch. Weitere mögliche Ursachen sind chronische Blutverluste im Magen-Darm-Trakt, etwa durch Schleimhautentzündungen oder Geschwüre, sowie Aufnahmestörungen bei Zöliakie oder chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Auch bestimmte Arzneimittel, zum Beispiel Säureblocker, können die Eisenaufnahme verringern. Intensiver Ausdauersport, häufiges Blutspenden und einseitige Diäten sind zusätzliche Faktoren. Weil hinter einem Eisenmangel auch behandlungsbedürftige Erkrankungen stehen können, gehört zur Behandlung immer die Frage nach der Ursache – nicht nur der Ausgleich des Mangels.
Wann zum Arzt?
Lassen Sie anhaltende Müdigkeit, Leistungsknick, auffallende Blässe, vermehrten Haarausfall oder brüchige Nägel ärztlich abklären – vor allem, wenn die Beschwerden über mehrere Wochen bestehen. Auch ein bereits gemessener niedriger Ferritin-Wert ist ein guter Anlass für eine ärztliche Besprechung, damit Ursache und mögliche Substitution geklärt werden. Bestimmte Warnzeichen erfordern eine zeitnahe Untersuchung vor Ort: Blut im Stuhl oder schwarz gefärbter Stuhl, ungewollter Gewichtsverlust, Blut im Urin, sehr starke oder verlängerte Regelblutungen sowie Eisenmangel bei Männern oder nach den Wechseljahren, da hier häufiger eine abklärungsbedürftige Blutungsquelle vorliegt. Bei starker Atemnot in Ruhe, Brustschmerzen, Herzrasen mit Schwindel oder drohendem Kreislaufkollaps wählen Sie sofort den Notruf 112. Nehmen Sie Eisenpräparate nicht dauerhaft ohne ärztliche Kontrolle ein, da eine Überversorgung ebenfalls schaden kann.