Verstopfung (Obstipation)

Verstopfung (Obstipation) bezeichnet einen zu seltenen, erschwerten oder unvollständigen Stuhlgang. Sie ist meist harmlos und gut behandelbar, kann die Lebensqualität aber erheblich beeinträchtigen. In der Videosprechstunde klären unsere Ärztinnen und Ärzte diskret mögliche Ursachen und können nach ärztlicher Einschätzung ein Privatrezept über geeignete Laxanzien ausstellen.

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Überblick

Verstopfung (Obstipation) gehört zu den häufigsten Verdauungsbeschwerden und betrifft Menschen jeden Alters, Frauen und ältere Personen etwas häufiger. Von einer chronischen Verstopfung spricht man in der Regel, wenn über mindestens drei Monate weniger als drei Stuhlentleerungen pro Woche stattfinden oder Beschwerden wie starkes Pressen, harter Stuhl und das Gefühl der unvollständigen Entleerung bestehen. Viele Betroffene empfinden das Thema als unangenehm und zögern den Arztbesuch hinaus. Eine telemedizinische Videosprechstunde bietet hier einen diskreten Zugang: Auf Grundlage einer strukturierten Anamnese kann die Ärztin oder der Arzt die wahrscheinliche Ursache eingrenzen, Ernährungs- und Verhaltensmaßnahmen empfehlen und nach ärztlicher Einschätzung ein Privatrezept über geeignete Laxanzien ausstellen. Ebenso wird geprüft, ob Warnzeichen vorliegen, die eine körperliche Untersuchung oder weiterführende Diagnostik vor Ort erforderlich machen. Die Abrechnung erfolgt als Privatleistung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ); Privatversicherte können die Rechnung in der Regel bei ihrer Versicherung einreichen.

Häufige Ursachen

In den meisten Fällen liegt eine sogenannte funktionelle Verstopfung vor, ohne dass eine organische Erkrankung nachweisbar ist. Begünstigende Faktoren sind ballaststoffarme Ernährung, geringe Trinkmenge, Bewegungsmangel, das wiederholte Unterdrücken des Stuhldrangs sowie Veränderungen des Tagesablaufs, etwa auf Reisen. Auch zahlreiche Medikamente können eine Verstopfung auslösen oder verstärken, darunter Opioid-Schmerzmittel, bestimmte Antidepressiva, eisenhaltige Präparate und einige Blutdruckmedikamente. Hormonelle Umstellungen, zum Beispiel in der Schwangerschaft, sowie Erkrankungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion, Diabetes mellitus oder das Reizdarmsyndrom kommen ebenfalls als Ursachen infrage. Seltener liegen Engstellen im Darm oder Störungen der Beckenbodenfunktion zugrunde. Ein wesentlicher Teil der ärztlichen Beratung besteht deshalb darin, diese Ursachen systematisch einzugrenzen und die aktuelle Medikation gezielt auf verstopfungsfördernde Wirkstoffe zu überprüfen.

Wann zum Arzt?

Eine ärztliche Abklärung ist ratsam, wenn eine Verstopfung länger als einige Wochen besteht, sich trotz Ernährungs- und Bewegungsmaßnahmen nicht bessert oder immer wieder Abführmittel erforderlich sind. Bestimmte Warnzeichen sollten zeitnah vor Ort untersucht werden: Blut im oder auf dem Stuhl, schwarz gefärbter Stuhl, ungewollter Gewichtsverlust, Fieber, nächtliche Beschwerden, eine bekannte Blutarmut sowie eine neu aufgetretene, anhaltende Änderung der Stuhlgewohnheiten, insbesondere ab dem 50. Lebensjahr. In diesen Fällen kann eine Darmspiegelung notwendig sein, die nur vor Ort erfolgen kann. Treten stärkste Bauchschmerzen, ein aufgetriebener, harter Bauch, wiederholtes Erbrechen oder ein vollständiger Verhalt von Stuhl und Winden auf, besteht der Verdacht auf einen Darmverschluss: Wählen Sie in diesem Fall unverzüglich den Notruf 112.

Symptome & Indikationen

Seltener Stuhlgang (weniger als drei Entleerungen pro Woche) Harter, klumpiger Stuhl Starkes Pressen beim Stuhlgang Gefühl der unvollständigen Entleerung Völlegefühl und aufgeblähter Bauch Bauchschmerzen oder Krämpfe Appetitminderung Gefühl einer Blockade im Enddarm

Behandlungsmöglichkeiten

  • Ballaststoffreiche Ernährung (Vollkornprodukte, Obst, Gemüse)
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr über den Tag verteilt
  • Regelmäßige körperliche Bewegung
  • Quell- und Füllstoffe (zum Beispiel Flohsamenschalen)
  • Osmotisch wirksame Laxanzien nach ärztlicher Einschätzung
  • Stimulierende Laxanzien zur kurzfristigen Anwendung nach ärztlicher Einschätzung
  • Überprüfung der aktuellen Medikation auf verstopfungsfördernde Wirkstoffe

Wichtige Hinweise

  • Eine Videosprechstunde ersetzt keine körperliche Untersuchung. Bei anhaltenden oder wiederkehrenden Beschwerden kann eine Vorstellung in einer Praxis vor Ort erforderlich sein.
  • Warnzeichen wie Blut im Stuhl, schwarzer Stuhl, ungewollter Gewichtsverlust oder eine neu aufgetretene, anhaltende Änderung der Stuhlgewohnheiten – insbesondere ab dem 50. Lebensjahr – müssen vor Ort abgeklärt werden, gegebenenfalls durch eine Darmspiegelung.
  • Bei stärksten Bauchschmerzen, aufgetriebenem hartem Bauch, wiederholtem Erbrechen oder vollständigem Verhalt von Stuhl und Winden besteht der Verdacht auf einen Darmverschluss: Wählen Sie unverzüglich den Notruf 112.
  • Ein Anspruch auf ein Rezept besteht nicht. Ob ein Laxans geeignet ist, entscheidet immer die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt nach individueller Einschätzung.
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Medizinischer Hinweis: Kein Ersatz für eine ärztliche Untersuchung vor Ort. Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Orientierung. Bei Notfällen rufen Sie bitte 112 an.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich per Videosprechstunde ein Abführmittel verschrieben bekommen?

Nach einer strukturierten Anamnese in der Videosprechstunde beurteilt die Ärztin oder der Arzt, ob ein Laxans für Sie geeignet ist. Ist dies der Fall, kann nach ärztlicher Einschätzung ein Privatrezept ausgestellt werden, das Sie in jeder Apotheke einlösen können. Ein Anspruch auf ein Rezept besteht nicht; die Entscheidung trifft immer die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt.

Was kostet die Behandlung und übernimmt meine Versicherung die Kosten?

Die Abrechnung erfolgt als Privatleistung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Privatversicherte können die Rechnung in der Regel bei ihrer privaten Krankenversicherung einreichen; die Erstattung richtet sich nach dem individuellen Tarif. Selbstzahler und gesetzlich Versicherte tragen die Kosten selbst. Die Höhe des Rechnungsbetrags hängt vom Umfang der ärztlichen Leistung ab und wird transparent ausgewiesen.

Wann reicht eine telemedizinische Beratung nicht aus?

Eine Videosprechstunde ersetzt keine körperliche Untersuchung. Bei Warnzeichen wie Blut im Stuhl, ungewolltem Gewichtsverlust, starken Schmerzen oder einer neu aufgetretenen, anhaltenden Änderung der Stuhlgewohnheiten ist eine Untersuchung vor Ort erforderlich, gegebenenfalls einschließlich einer Darmspiegelung. Unsere Ärztinnen und Ärzte weisen Sie in diesem Fall ausdrücklich auf die notwendige Vorstellung in einer Praxis oder Klinik hin.

Machen Abführmittel abhängig oder schaden sie dem Darm?

Moderne Laxanzien wie Quellstoffe oder osmotisch wirksame Präparate gelten bei sachgerechter Anwendung als gut verträglich. Eine Abhängigkeit ist bei diesen Wirkstoffklassen nach heutigem Kenntnisstand nicht zu erwarten. Wichtig ist dennoch, dass Auswahl, Dauer und Anwendung ärztlich begleitet werden und die Ursache der Verstopfung geklärt wird, statt Beschwerden dauerhaft nur zu überdecken.

Wie diskret ist die Behandlung?

Die Videosprechstunde findet in einem geschützten, Ende-zu-Ende-verschlüsselten Videogespräch statt. Ihre Angaben unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht und werden nach den Vorgaben der DSGVO in Deutschland beziehungsweise der EU verarbeitet. Sie führen das Gespräch von einem Ort Ihrer Wahl, ohne Wartezimmer und ohne persönlichen Kontakt vor Ort.