Kurzantwort
Eine Erektionsstörung liegt vor, wenn über mindestens drei bis sechs Monate keine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion erreicht oder gehalten werden kann. Jeder zweite Mann zwischen 40 und 70 ist in irgendeinem Grad betroffen. Häufigste Ursache sind Gefäßveränderungen, oft Jahre vor einer Herzerkrankung. PDE-5-Hemmer helfen etwa drei von vier Männern; bei OpenClinic24 klären Ärztinnen und Ärzte Ursachen und Eignung diskret per Video.
Das Wichtigste in Kürze
52 Prozent der Männer zwischen 40 und 70 Jahren haben eine leichte bis vollständige Erektionsstörung; vollständige Störungen steigen von 5 Prozent mit 40 auf 15 Prozent mit 70 (Massachusetts Male Aging Study).
Eine Erektionsstörung kann einer Herz-Kreislauf-Erkrankung um drei bis fünf Jahre vorausgehen; Blutdruck, Blutzucker, Blutfette und Rauchen gehören deshalb zu jeder Abklärung.
Sildenafil verbesserte in der Zulassungsstudie die Erektion bei bis zu 84 Prozent der Männer gegenüber 25 Prozent unter Placebo (NEJM 1998); Tadalafil wirkt bis zu 36 Stunden.
PDE-5-Hemmer sind bei gleichzeitiger Einnahme von Nitraten verboten und bei instabiler Herzerkrankung nicht geeignet; deshalb steht die Herz-Kreislauf-Einschätzung vor jedem Rezept.
Lebensstil wirkt: Gewichtsabnahme, Bewegung und Rauchstopp verbesserten die Erektionsfunktion in randomisierten Studien deutlich, unabhängig von Medikamenten.
Was eine Erektionsstörung ist und wie häufig sie vorkommt
Von einer erektilen Dysfunktion spricht man, wenn über mindestens drei bis sechs Monate keine für einen befriedigenden Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion erreicht oder aufrechterhalten werden kann. Gelegentliches Versagen bei Müdigkeit, Alkohol oder Stress ist normal und keine Erkrankung.
Die Massachusetts Male Aging Study, die größte Bevölkerungsstudie zu diesem Thema, fand bei 52 Prozent der Männer zwischen 40 und 70 Jahren eine Erektionsstörung: 17 Prozent leicht, 25 Prozent mittel, 10 Prozent vollständig. Vollständige Störungen nahmen von 5 Prozent mit 40 auf 15 Prozent mit 70 Jahren zu. Auch jüngere Männer sind betroffen, bei ihnen überwiegen psychische Ursachen. Die Dunkelziffer ist hoch, weil viele Männer Jahre warten, bevor sie sprechen. Genau das ist der wichtigste Grund, eine diskrete Videosprechstunde anzubieten.
Wie eine Erektion entsteht und was sie stört
Eine Erektion ist ein Zusammenspiel aus Nerven, Gefäßen, Hormonen und Psyche. Bei sexueller Erregung setzen Nerven Stickstoffmonoxid frei, die Arterien des Schwellkörpers weiten sich, das Gewebe füllt sich mit Blut und drückt die Venen ab, so dass das Blut nicht abfließt. Der Botenstoff, der die Gefäßerweiterung aufrechterhält, wird durch das Enzym Phosphodiesterase-5 abgebaut; hier setzen die PDE-5-Hemmer an.
Nature Reviews Disease Primers fasst die Ursachen so zusammen:
- Gefäße. Arteriosklerose durch Bluthochdruck, Diabetes, erhöhte Blutfette, Rauchen und Übergewicht ist bei Männern über 40 die häufigste Ursache. Die Penisarterien sind dünner als die Herzkranzgefäße, deshalb zeigt sich eine Gefäßerkrankung dort früher, oft drei bis fünf Jahre vor Herzinfarkt oder Schlaganfall.
- Nerven. Diabetische Nervenschäden, Bandscheibenvorfälle, Multiple Sklerose, Operationen an Prostata oder Enddarm.
- Hormone. Testosteronmangel, Schilddrüsenerkrankungen, erhöhtes Prolaktin.
- Medikamente. Betablocker, Thiaziddiuretika, viele Antidepressiva, Antiandrogene, Opioide; außerdem Alkohol, Nikotin und Drogen.
- Psyche. Versagensangst, Leistungsdruck, Depression, Stress, Partnerschaftskonflikte. Sie verstärken jede körperliche Ursache und werden durch jedes Versagen selbst verstärkt.
Hinweise auf eine psychische Hauptursache sind plötzlicher Beginn, situationsabhängige Probleme und erhaltene morgendliche Erektionen. Ein schleichender Beginn und fehlende Morgenerektionen sprechen für eine körperliche Ursache.
Warum die Abklärung mehr ist als ein Rezept
Die europäische Leitlinie der Urologen empfiehlt bei jeder Erektionsstörung eine Anamnese mit validiertem Fragebogen, eine Einschätzung des Herz-Kreislauf-Risikos und, je nach Befund, Laborwerte: Nüchternblutzucker oder HbA1c, Blutfette und bei Symptomen eines Testosteronmangels das morgendliche Gesamttestosteron. Blutdruck und Bauchumfang gehören dazu. Der Grund ist einfach: Wer die Erektionsstörung als Frühwarnzeichen ernst nimmt, kann Herzinfarkt und Schlaganfall Jahre früher vorbeugen.
Genau diese Abklärung leistet die Videosprechstunde bei OpenClinic24: Die Ärztin oder der Arzt bespricht Beginn und Verlauf, Vorerkrankungen, Medikamente, Lebensstil und Belastbarkeit, klärt Gegenanzeigen und entscheidet über eine Verordnung. Blutdruck messen Sie zu Hause oder in der Apotheke; Laborwerte lassen sich über die Hausarztpraxis ergänzen. Bei Hinweisen auf eine Herzerkrankung, neurologische Ursachen oder Testosteronmangel erhalten Sie eine klare Empfehlung zur weiteren Untersuchung.
Diskrete Einschätzung per Video
Eine Ärztin oder ein Arzt klärt Ursachen, Herz-Kreislauf-Risiko und Gegenanzeigen und stellt bei Eignung ein Privatrezept aus. Ohne Wartezimmer, ohne Erklärungen am Empfang.
Erektionsstörung online behandelnBehandlung: Was die Evidenz sagt
Lebensstil zuerst, auch wenn es unspektakulär klingt
In der randomisierten Studie von Esposito und Kollegen im JAMA verloren übergewichtige Männer mit Erektionsstörung durch Ernährungsumstellung und Bewegung im Schnitt 15 Kilogramm; ein Drittel erreichte danach eine normale Erektionsfunktion, in der Kontrollgruppe kaum jemand. Eine systematische Übersicht in Sexual Medicine bestätigt: 40 Minuten moderates bis intensives Ausdauertraining an vier Tagen pro Woche verbessern die Erektion messbar, bei Männern mit Übergewicht, Bluthochdruck oder Gefäßerkrankung besonders deutlich. Rauchstopp, weniger Alkohol, mediterrane Ernährung, ausreichend Schlaf und Beckenbodentraining ergänzen das. Diese Maßnahmen wirken langsamer als eine Tablette, aber sie behandeln die Ursache.
PDE-5-Hemmer: erste Wahl der medikamentösen Therapie
Sildenafil war 1998 der erste Wirkstoff dieser Klasse. In der Zulassungsstudie von Goldstein und Kollegen im New England Journal of Medicine berichteten 56, 77 und 84 Prozent der Männer unter 25, 50 und 100 mg eine verbesserte Erektion, gegenüber 25 Prozent unter Placebo. Heute stehen vier Wirkstoffe zur Verfügung:
| Wirkstoff | Wirkeintritt | Wirkdauer | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Sildenafil | 30 bis 60 Minuten | 4 bis 5 Stunden | Fettreiche Mahlzeit verzögert die Wirkung |
| Tadalafil | 30 bis 120 Minuten | bis 36 Stunden | Auch als niedrige Tagesdosis, unabhängig von Mahlzeiten |
| Vardenafil | 30 bis 60 Minuten | 4 bis 5 Stunden | Auch als Schmelztablette |
| Avanafil | 15 bis 30 Minuten | etwa 6 Stunden | Schnellster Wirkeintritt |
Alle PDE-5-Hemmer verstärken die Erektion bei sexueller Erregung; ohne Stimulation passiert nichts. Häufige Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Gesichtsrötung, verstopfte Nase, Sodbrennen und bei Sildenafil vorübergehende Sehveränderungen. Verboten ist die Kombination mit Nitraten und dem NO-Donator Molsidomin, weil der Blutdruck lebensbedrohlich abfallen kann. Vorsicht gilt bei Alphablockern gegen Prostatabeschwerden, bei schwerer Leber- oder Nierenerkrankung und bei instabiler Herzerkrankung; wer keine zwei Stockwerke Treppen steigen kann, ohne Beschwerden zu bekommen, braucht zuerst eine kardiologische Abklärung.
Gesetzliche Krankenkassen erstatten Potenzmittel nicht (§ 34 SGB V). Die Wirkstoffe sind als Generika erhältlich und deutlich günstiger geworden. Kaufen Sie sie ausschließlich in Apotheken auf Rezept; ein großer Teil der im Internet ohne Rezept angebotenen Präparate ist gefälscht, falsch dosiert oder verunreinigt.
Wenn Tabletten nicht ausreichen
Etwa jeder vierte Mann spricht auf PDE-5-Hemmer nicht ausreichend an, häufig bei Diabetes oder nach Prostataoperation. Dann kommen in der urologischen Praxis Schwellkörperinjektionen mit Alprostadil, Harnröhrenzäpfchen, Vakuumpumpen und die niedrigenergetische Stoßwellentherapie infrage, deren Evidenz die Leitlinie als begrenzt einstuft. Die letzte Stufe ist ein Penisimplantat; die Zufriedenheit der Betroffenen und ihrer Partnerinnen und Partner liegt in Studien über 80 Prozent.
Psychische Anteile behandeln
Versagensangst hält viele Erektionsstörungen aufrecht, auch wenn sie körperlich begonnen haben. Eine Sexual- oder Paartherapie, oft kombiniert mit einer vorübergehenden Medikation, die Sicherheit zurückgibt, ist wirksam. Bei Depression oder ausgeprägten Ängsten wird die Grunderkrankung mitbehandelt; dabei lohnt der Blick auf Medikamente, die selbst Erektionsstörungen verursachen.
Testosteron und Erektion
Ein Testosteronmangel ist nur bei einem kleinen Teil der Männer die Ursache, spielt dann aber eine wichtige Rolle für Lust und Erektion. Bei verminderter Libido, fehlenden Morgenerektionen, Müdigkeit und Abnahme der Muskelmasse gehört eine morgendliche Bestimmung des Gesamttestosterons zur Abklärung, an zwei verschiedenen Tagen. Nur bei nachgewiesenem Mangel und passenden Symptomen ist eine Testosterontherapie sinnvoll; sie kann dann auch die Wirkung von PDE-5-Hemmern verbessern. Bei normalen Werten hat sie keinen Nutzen und Risiken. Mehr dazu im Artikel zum Testosteronmangel.
Erektionsstörung in jungen Jahren
Bei Männern unter 40 überwiegen psychische und situative Ursachen: Leistungsdruck, Unsicherheit in einer neuen Beziehung, Stress, Schlafmangel, Alkohol oder der Vergleich mit unrealistischen Bildern aus Pornografie. Typisch ist, dass die Erektion bei der Selbstbefriedigung und morgens normal ist und nur in der Situation mit der Partnerin oder dem Partner versagt. Hier hilft eine Tablette kurzfristig, weil sie Sicherheit zurückgibt; langfristig lösen Gespräche, weniger Druck und gegebenenfalls eine Sexualtherapie das Problem. Trotzdem lohnt auch bei jungen Männern ein Blick auf Blutdruck, Gewicht, Rauchen und Blutzucker, denn eine frühe Gefäßerkrankung ist selten, aber nicht ausgeschlossen, und auf Medikamente wie Antidepressiva oder Haarwuchsmittel, die Erektionsstörungen begünstigen können.
Medikamente als Ursache prüfen
Eine der ergiebigsten Fragen in der Sprechstunde lautet: Was hat sich verändert, bevor die Probleme begannen? Häufig ist es ein neues Medikament. Betablocker und Thiaziddiuretika gegen Bluthochdruck, viele Antidepressiva aus der Gruppe der SSRI, Antipsychotika, Antiandrogene bei Prostataerkrankungen, Finasterid gegen Haarausfall, Opioide und manche Magensäureblocker können die Erektion beeinträchtigen. Setzen Sie nichts eigenmächtig ab; oft gibt es eine gleichwertige Alternative ohne diese Nebenwirkung, etwa einen ACE-Hemmer oder Sartan statt des Betablockers. Die Ärztin oder der Arzt kann das mit der verordnenden Praxis abstimmen. Auch Alkohol, Cannabis und Nikotin gehören auf diese Liste: Nikotin verengt die Gefäße unmittelbar, und schon zwei Wochen Rauchstopp verbessern bei vielen Männern die Erektion messbar.
Sprechen hilft, auch mit der Partnerin oder dem Partner
Erektionsstörungen belasten Beziehungen vor allem durch Schweigen. Partnerinnen und Partner deuten den Rückzug oft als mangelndes Interesse. Ein offenes Gespräch nimmt Druck, und Druck ist der größte Feind der Erektion. Wer den Weg in eine Praxis scheut, kann mit der Videosprechstunde beginnen: Sie ist vertraulich, dauert wenige Minuten und liefert eine ärztliche Einschätzung, die weiterführt.
Wann Sie sofort Hilfe brauchen
- Erektion, die länger als vier Stunden anhält (Priapismus): sofort in die Notaufnahme, sonst droht dauerhafter Schaden
- Brustschmerz, Atemnot oder Ohnmacht beim Sex oder nach Einnahme eines Potenzmittels
- Plötzlicher Seh- oder Hörverlust nach Einnahme eines PDE-5-Hemmers
- Plötzliche Erektionsstörung mit Taubheit im Genitalbereich oder Problemen beim Wasserlassen
Bei diesen Warnzeichen wählen Sie den Notruf 112. Außerhalb der Sprechzeiten erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117. Eine Videosprechstunde ersetzt in diesen Fällen keine Untersuchung vor Ort.
Quellen
- Erectile dysfunction. Nature Reviews Disease Primers, 2016. DOI: 10.1038/nrdp.2016.3 Übersichtsarbeit
- Impotence and Its Medical and Psychosocial Correlates: Results of the Massachusetts Male Aging Study. Journal of Urology, 1994. DOI: 10.1016/S0022-5347(17)34871-1 Studie
- Oral Sildenafil in the Treatment of Erectile Dysfunction. New England Journal of Medicine, 1998. DOI: 10.1056/NEJM199805143382001 Studie
- European Association of Urology Guidelines on Sexual and Reproductive Health: 2021 Update: Male Sexual Dysfunction. European Urology, 2021. DOI: 10.1016/j.eururo.2021.06.007 Leitlinie
- Effect of Lifestyle Changes on Erectile Dysfunction in Obese Men: A Randomized Controlled Trial. JAMA, 2004. DOI: 10.1001/jama.291.24.2978 Studie
- Physical Activity to Improve Erectile Function: A Systematic Review of Intervention Studies. Sexual Medicine, 2018. DOI: 10.1016/j.esxm.2018.02.001 Übersichtsarbeit
- § 34 Fünftes Buch Sozialgesetzbuch: Ausgeschlossene Arzneimittel. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de, 2026. Gesetz
Alle Quellen wurden bei der ärztlichen Prüfung abgerufen. Studien sind mit DOI verlinkt, Leitlinien und Gesetze in der aktuellen Fassung.
Häufig gestellte Fragen
Was sind die häufigsten Ursachen einer Erektionsstörung?
Bei Männern über 40 sind es meist Gefäßveränderungen durch Bluthochdruck, Diabetes, erhöhte Blutfette, Rauchen und Übergewicht. Weitere Ursachen sind Nervenschäden, Testosteronmangel, Medikamente wie Betablocker, Antidepressiva oder Antiandrogene, Operationen im Becken, Alkohol und Drogen. Psychische Faktoren wie Versagensangst, Stress oder Partnerschaftskonflikte spielen fast immer mit, bei jüngeren Männern oft als Hauptursache.
Woran erkenne ich, ob meine Erektionsstörung körperlich oder psychisch ist?
Ein plötzlicher Beginn, situationsabhängige Probleme, erhaltene nächtliche und morgendliche Erektionen und normale Erektionen bei der Selbstbefriedigung sprechen für eine überwiegend psychische Ursache. Ein schleichender Beginn über Monate, fehlende Morgenerektionen und Probleme in jeder Situation deuten auf eine körperliche Ursache. Meist mischen sich beide Anteile; die Abklärung beginnt deshalb immer mit einem ausführlichen Gespräch.
Welche Medikamente helfen bei Erektionsstörung?
Erste Wahl sind PDE-5-Hemmer: Sildenafil, Tadalafil, Vardenafil und Avanafil. Sie verstärken die natürliche Erektion bei sexueller Erregung, lösen aber keine aus. Sildenafil wirkt nach 30 bis 60 Minuten für vier bis fünf Stunden, Tadalafil bis zu 36 Stunden oder als niedrige Tagesdosis. Etwa drei von vier Männern sprechen an. Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Gesichtsrötung, verstopfte Nase und Sodbrennen.
Kann ich Potenzmittel online verschreiben lassen?
Ja, nach einer Videosprechstunde, in der die Ärztin oder der Arzt Herz-Kreislauf-Risiken, Medikamente und Gegenanzeigen prüft. Nitrate, etwa Nitrospray oder Molsidomin, schließen PDE-5-Hemmer aus, weil der Blutdruck gefährlich abfallen kann. Bei OpenClinic24 erhalten Sie nach der Prüfung ein Privatrezept; die Kosten des Medikaments tragen Sie selbst, gesetzliche Kassen erstatten Potenzmittel nicht. Kaufen Sie nie ohne Rezept im Internet, Fälschungen sind häufig.
Ist eine Erektionsstörung ein Warnzeichen für einen Herzinfarkt?
Sie kann eines sein. Die Arterien des Penis sind dünner als die Herzkranzgefäße, deshalb macht sich eine Gefäßverkalkung dort früher bemerkbar, oft drei bis fünf Jahre vor einem Herzereignis. Die europäische Leitlinie empfiehlt bei jeder Erektionsstörung eine Einschätzung des Herz-Kreislauf-Risikos mit Blutdruck, Blutzucker, Blutfetten und Gewicht. Wer diese Faktoren behandelt, schützt Herz und Erektion gleichzeitig.
Was kann ich selbst gegen Erektionsprobleme tun?
Regelmäßige Bewegung, vor allem Ausdauertraining, Gewichtsabnahme bei Übergewicht, Rauchstopp, weniger Alkohol und eine mediterrane Ernährung verbesserten die Erektionsfunktion in randomisierten Studien messbar; in einer Studie erlangte jeder dritte übergewichtige Mann allein durch Lebensstiländerung eine normale Funktion zurück. Dazu kommen Schlaf, Stressabbau und offene Gespräche mit der Partnerin oder dem Partner. Beckenbodentraining hilft zusätzlich.
Hilft Testosteron bei Erektionsstörung?
Nur, wenn ein nachgewiesener Testosteronmangel vorliegt. Bei normalen Werten bringt eine Testosterongabe nichts und birgt Risiken. Bei niedrigen Werten kann sie Libido und Erektion verbessern und die Wirkung von PDE-5-Hemmern verstärken. Deshalb gehört bei entsprechenden Symptomen eine morgendliche Testosteronbestimmung zur Abklärung, wie im Artikel zum Testosteronmangel beschrieben.
Was tun, wenn PDE-5-Hemmer nicht wirken?
Zuerst die Anwendung prüfen: ausreichend sexuelle Stimulation, nüchterner Magen bei Sildenafil, mehrere Versuche mit passender Dosis. Wirken sie dann nicht, gibt es Schwellkörperinjektionen, Vakuumpumpen, Stoßwellentherapie mit begrenzter Evidenz und als letzte Stufe ein Penisimplantat mit hoher Zufriedenheit. Diese Schritte gehören in die urologische Praxis; die Videosprechstunde ist der Einstieg.
Hinweis: Dieser Artikel informiert allgemein und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden wenden Sie sich an eine Ärztin oder einen Arzt, in Notfällen an den Notruf 112.