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Migräne: Was bei einer akuten Attacke hilft und wann Vorbeugung sinnvoll ist

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Ölkreide-Zeichnung: Frau sitzt mit der Hand an der Schläfe im abgedunkelten Wohnzimmer auf dem Sofa, Wellenlinien um den Kopf, ein Glas Wasser auf dem Beistelltisch (KI-generiert)
Symbolbild, mit KI erstellt. Zeigt keine reale Person.

Kurzantwort

Bei einer akuten Migräneattacke hilft am besten, früh zu handeln: Rückzug in einen ruhigen, dunklen Raum, ein Schmerzmittel wie Ibuprofen 400 bis 600 mg oder Acetylsalicylsäure 1000 mg, bei Übelkeit zusätzlich ein Mittel gegen Erbrechen, bei starken Attacken ein Triptan. Wer mehr als drei Attacken im Monat hat, sollte eine Vorbeugung besprechen. Bei OpenClinic24 beraten Ärztinnen und Ärzte per Video und verordnen bei Bedarf Triptane.

Das Wichtigste in Kürze

  • Migräne betrifft rund 15 Prozent der Menschen, Frauen dreimal häufiger als Männer, und ist weltweit die zweithäufigste Ursache für Jahre mit Behinderung (Lancet 2021).
  • Eine Attacke dauert unbehandelt 4 bis 72 Stunden; typisch sind einseitige, pulsierende Schmerzen mit Übelkeit sowie Licht- und Lärmempfindlichkeit (ICHD-3).
  • Sumatriptan 100 mg macht in Studien 32 Prozent der Betroffenen innerhalb von zwei Stunden schmerzfrei, Placebo 11 Prozent; die Kombination mit Naproxen wirkt zusätzlich (Cochrane 2012).
  • Akutmedikamente an höchstens 10 Tagen im Monat, sonst droht ein Kopfschmerz durch Medikamentenübergebrauch.
  • Vorbeugung ab drei Attacken oder vier Migränetagen pro Monat: Betablocker, Amitriptylin, Topiramat, Flunarizin, Ausdauersport und Entspannungsverfahren; bei Versagen CGRP-Antikörper über die Neurologie.

Was bei einer Migräne im Kopf passiert

Migräne ist keine Gefäßkrankheit und kein Zeichen von Stress, sondern eine neurologische Erkrankung mit starker erblicher Komponente. Nature Reviews Disease Primers beschreibt sie als Störung der Reizverarbeitung: Das Gehirn von Menschen mit Migräne reagiert empfindlicher auf Veränderungen von Schlaf, Mahlzeiten, Hormonen und Sinnesreizen. In der Attacke werden Nervenfasern aktiviert, die die Hirnhäute versorgen; sie setzen den Botenstoff CGRP frei, der die Gefäße weitet und die Schmerzleitung verstärkt. Genau an diesem Botenstoff setzen die neuesten Medikamente an.

Nach den Zahlen im Lancet betrifft Migräne rund 15 Prozent der Bevölkerung, Frauen dreimal häufiger als Männer, mit dem Häufigkeitsgipfel zwischen 25 und 45 Jahren, also in den produktivsten Lebensjahren. Sie ist weltweit die zweithäufigste Ursache für mit Behinderung gelebte Jahre und die häufigste bei jungen Frauen. Trotzdem wird sie oft als „Kopfschmerz“ abgetan und zu spät richtig behandelt.

Migräne erkennen: die Kriterien

Die Internationale Kopfschmerzklassifikation definiert die Migräne ohne Aura über wiederholte Attacken von 4 bis 72 Stunden mit mindestens zwei von vier Schmerzmerkmalen, nämlich einseitig, pulsierend, mittelstark bis stark, Verschlechterung bei körperlicher Aktivität, und mindestens einem Begleitsymptom: Übelkeit oder Erbrechen beziehungsweise Licht- und Lärmempfindlichkeit. Etwa ein Drittel der Betroffenen erlebt vor dem Schmerz eine Aura: meist Sehstörungen wie Flimmern, Zickzacklinien oder Gesichtsfeldausfälle, seltener Kribbeln, das über Arm und Gesicht wandert, oder Wortfindungsstörungen, jeweils 5 bis 60 Minuten lang und vollständig rückbildend.

Viele Attacken kündigen sich Stunden vorher an: Gähnen, Heißhunger, Nackensteife, Reizbarkeit oder ungewöhnliche Klarheit. Wer diese Vorboten kennt, kann früher handeln. Ein Kopfschmerztagebuch über vier Wochen, mit Datum, Dauer, Stärke, Begleitsymptomen, eingenommenen Medikamenten und Zyklus, ist das wichtigste diagnostische Werkzeug und die Grundlage jeder Beratung.

MerkmalMigräneSpannungskopfschmerz
Seitemeist einseitig, kann wechselnbeidseitig
Charakterpulsierend, pochenddrückend, ziehend
Stärkemittel bis starkleicht bis mittel
Bewegungverschlechtertohne Einfluss
Übelkeithäufigkeine
Licht und Lärmstören starkallenfalls eines davon
Dauer4 bis 72 Stunden30 Minuten bis Tage

Die akute Attacke behandeln

Die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie und der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft sowie die zehn Schritte von Eigenbrodt und Kollegen in Nature Reviews Neurology beschreiben ein Stufenschema, das sich nach der Schwere der Attacke richtet.

Sofortmaßnahmen. Rückzug in einen ruhigen, abgedunkelten Raum, kühle Auflage auf Stirn oder Nacken, Schlaf, wenn er möglich ist. Viele Attacken enden mit dem Schlaf.

Leichte bis mittelschwere Attacken. Ein ausreichend dosiertes Schmerzmittel, früh eingenommen: Ibuprofen 400 bis 600 mg, Acetylsalicylsäure 1000 mg, Naproxen 500 mg, Diclofenac 50 mg oder Paracetamol 1000 mg. Zu niedrige Dosen sind der häufigste Grund für „hilft nicht“. Bei Übelkeit zehn bis fünfzehn Minuten vorher Metoclopramid oder Domperidon; sie bessern nicht nur die Übelkeit, sondern auch die Aufnahme des Schmerzmittels aus dem trägen Magen.

Mittelschwere bis schwere Attacken. Triptane sind die wirksamsten spezifischen Akutmedikamente. Die Cochrane-Analyse von Derry und Kollegen zu oralem Sumatriptan zeigt: Mit 100 mg sind 32 Prozent der Betroffenen nach zwei Stunden schmerzfrei, mit 50 mg 28 Prozent, unter Placebo 11 Prozent; eine deutliche Linderung erreichen rund 60 Prozent. Sieben Triptane stehen zur Verfügung, vom schnell wirkenden Sumatriptan und Rizatriptan bis zu den länger wirkenden Naratriptan und Frovatriptan; als Nasenspray oder Spritze wirken sie auch bei Erbrechen. Die Kombination von Sumatriptan mit Naproxen wirkt besser als jeder Wirkstoff allein und senkt das Wiederkehren des Schmerzes. Triptane werden früh in der Schmerzphase eingenommen, nicht in der Aura, und dürfen bei Wiederkehr des Schmerzes nach zwei Stunden wiederholt werden. Nicht geeignet sind sie bei koronarer Herzkrankheit, nach Schlaganfall, bei unkontrolliertem Bluthochdruck, in der Schwangerschaft und bei Migräne mit Hirnstamm- oder Lähmungsaura.

Neue Wirkstoffe. Gepante wie Rimegepant blockieren den CGRP-Rezeptor, verengen die Gefäße nicht und kommen für Menschen infrage, die Triptane nicht vertragen oder nicht nehmen dürfen. Lasmiditan wirkt über Serotoninrezeptoren ohne Gefäßwirkung, macht aber müde und schließt für acht Stunden das Autofahren aus.

Die 10-Tage-Regel. Akutmedikamente, gleich welcher Art, an höchstens 10 Tagen im Monat, einfache Schmerzmittel an höchstens 15. Wer mehr braucht, braucht eine Vorbeugung, keine stärkeren Tabletten. Sonst entsteht ein Kopfschmerz durch Medikamentenübergebrauch, der die Migräne chronifiziert.

Ärztliche Beratung per Video

Eine Ärztin oder ein Arzt ordnet Ihre Kopfschmerzen ein, bespricht Akutbehandlung und Vorbeugung und verordnet bei Eignung Triptane auf Privatrezept. Bei Warnzeichen erhalten Sie eine klare Empfehlung.

Migräne online behandeln

Vorbeugung: ab wann und womit

Eine Prophylaxe wird empfohlen ab drei Attacken oder vier Migränetagen pro Monat, bei Attacken, die länger als 72 Stunden dauern, bei unzureichender Wirkung oder Unverträglichkeit der Akutmedikamente, bei Medikamentenübergebrauch und bei besonderen Formen wie der Migräne mit verlängerter Aura. Ziel ist, Häufigkeit und Schwere der Attacken um mindestens die Hälfte zu senken; der Erfolg wird nach zwei bis drei Monaten mit dem Tagebuch beurteilt.

Bewährte Wirkstoffe sind Betablocker wie Metoprolol und Propranolol, der Kalziumantagonist Flunarizin, das Antiepileptikum Topiramat, das Antidepressivum Amitriptylin und der Blutdrucksenker Candesartan. Die Wahl richtet sich nach Begleiterkrankungen: Betablocker bei Bluthochdruck, Amitriptylin bei Schlafstörungen oder Spannungskopfschmerz, Topiramat bei Übergewicht, nicht aber bei Kinderwunsch. Valproat ist bei Frauen im gebärfähigen Alter wegen der Fehlbildungsgefahr ausgeschlossen.

Reicht das nicht oder wird es nicht vertragen, kommen seit einigen Jahren monoklonale Antikörper gegen CGRP oder seinen Rezeptor infrage: Erenumab, Fremanezumab, Galcanezumab und Eptinezumab. Sie werden monatlich oder vierteljährlich gespritzt, wirken bei etwa jedem zweiten Betroffenen deutlich und sind gut verträglich. Ihre Verordnung ist an die Neurologie oder an Kopfschmerzzentren gebunden. Bei chronischer Migräne mit mehr als 15 Kopfschmerztagen im Monat ist auch Botulinumtoxin in ein festes Injektionsschema zugelassen.

Nicht-medikamentöse Vorbeugung ist gleichwertig wichtig und in Studien wirksam: Ausdauersport dreimal pro Woche über 30 bis 45 Minuten, progressive Muskelentspannung nach Jacobson, Biofeedback, kognitive Verhaltenstherapie zur Stressbewältigung, regelmäßiger Schlaf und regelmäßige Mahlzeiten, ausreichend Flüssigkeit und ein gleichmäßiger Koffeinkonsum. Auslöser wie Rotwein, Wetterumschwünge oder der Zyklus lassen sich erkennen, aber selten vollständig vermeiden; wichtiger ist die Regelmäßigkeit.

Migräne bei Frauen: Zyklus, Verhütung, Schwangerschaft

Bei vielen Frauen treten Attacken rund um die Menstruation auf, ausgelöst durch den Östrogenabfall; sie sind oft länger und schwerer. Hier helfen eine Kurzzeitprophylaxe mit Naproxen oder einem lang wirkenden Triptan an den kritischen Tagen oder eine Verhütung im Langzyklus. Migräne mit Aura erhöht das Schlaganfallrisiko; kombinierte Pillen mit Östrogen sind dann nicht geeignet, östrogenfreie Methoden schon. In der Schwangerschaft bessert sich Migräne ohne Aura bei den meisten Frauen; erlaubt sind Paracetamol, im mittleren Drittel auch Ibuprofen, Triptane nach ärztlicher Abwägung. Jede neue oder veränderte Kopfschmerzform in der Schwangerschaft gehört umgehend in ärztliche Abklärung.

Wann die Videosprechstunde passt

Migräne ist eine Diagnose, die aus der Krankengeschichte gestellt wird; eine Bildgebung ist bei typischem Bild und unauffälliger neurologischer Untersuchung nicht nötig. Deshalb lässt sich vieles per Video klären: Einordnung der Kopfschmerzform anhand des Tagebuchs, Optimierung der Akutbehandlung, Verordnung von Triptanen auf Privatrezept nach Ausschluss von Gegenanzeigen, Beginn einer Prophylaxe mit Betablocker oder Amitriptylin, Beratung zu Verhütung und zur 10-Tage-Regel, Krankschreibung während einer Attacke.

Eine Untersuchung vor Ort ist nötig bei erstmaligen oder veränderten Kopfschmerzen, bei Aura, die untypisch ist oder länger als eine Stunde anhält, bei Kopfschmerz mit Fieber, nach Verletzungen, bei neuen neurologischen Ausfällen, bei Beginn nach dem 50. Lebensjahr und wenn eine Antikörpertherapie oder Botulinumtoxin infrage kommt. In diesen Fällen verweist die Ärztin oder der Arzt Sie an die Neurologie oder, bei Warnzeichen, an den Notruf.

Wann Sie sofort Hilfe brauchen

  • Vernichtungskopfschmerz, der innerhalb von Sekunden bis einer Minute sein Maximum erreicht
  • Kopfschmerz mit Fieber, Nackensteife, Hautausschlag oder Bewusstseinsstörung
  • Lähmungen, Sprachstörungen, Sehverlust oder Taubheit, die nicht Ihrer bekannten Aura entsprechen oder länger als eine Stunde anhalten
  • Kopfschmerz nach Sturz oder Schlag auf den Kopf, besonders unter Blutverdünnern
  • Erstmaliger starker Kopfschmerz nach dem 50. Lebensjahr, in der Schwangerschaft oder im Wochenbett

Bei diesen Warnzeichen wählen Sie den Notruf 112. Außerhalb der Sprechzeiten erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117. Eine Videosprechstunde ersetzt in diesen Fällen keine Untersuchung vor Ort.

Quellen

  1. Ferrari MD, Goadsby PJ, Burstein R, et al.. Migraine. Nature Reviews Disease Primers, 2022. DOI: 10.1038/s41572-021-00328-4 Übersichtsarbeit
  2. Eigenbrodt AK, Ashina H, Khan S, et al.. Diagnosis and management of migraine in ten steps. Nature Reviews Neurology, 2021. DOI: 10.1038/s41582-021-00509-5 Übersichtsarbeit
  3. Ashina M, Katsarava Z, Do TP, et al.. Migraine: epidemiology and systems of care. The Lancet, 2021. DOI: 10.1016/S0140-6736(20)32160-7 Übersichtsarbeit
  4. Ashina M, Buse DC, Ashina H, et al.. Migraine: integrated approaches to clinical management and emerging treatments. The Lancet, 2021. DOI: 10.1016/S0140-6736(20)32342-4 Übersichtsarbeit
  5. Headache Classification Committee of the International Headache Society. The International Classification of Headache Disorders, 3rd edition (ICHD-3). Cephalalgia, 2018. DOI: 10.1177/0333102417738202 Leitlinie
  6. Derry CJ, Derry S, Moore RA. Sumatriptan (oral route of administration) for acute migraine attacks in adults. Cochrane Database of Systematic Reviews, 2012. DOI: 10.1002/14651858.CD008615.pub2 Übersichtsarbeit
  7. S1-Leitlinie Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne. Deutsche Gesellschaft für Neurologie, Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft, 2022. Leitlinie
  8. Migräne: Gesundheitsinformation des IQWiG. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), 2024. Behörde

Alle Quellen wurden bei der ärztlichen Prüfung abgerufen. Studien sind mit DOI verlinkt, Leitlinien und Gesetze in der aktuellen Fassung.

Häufig gestellte Fragen

Was hilft schnell bei einer Migräneattacke?

Früh handeln, sobald der Kopfschmerz beginnt: ein ausreichend dosiertes Schmerzmittel wie Ibuprofen 400 bis 600 mg, Acetylsalicylsäure 1000 mg oder Naproxen 500 mg, bei Übelkeit zehn Minuten vorher Metoclopramid oder Domperidon, dann Rückzug in einen ruhigen, dunklen Raum, kühle Auflage auf Stirn oder Nacken, Schlaf, wenn möglich. Bei mittelschweren bis schweren Attacken oder wenn Schmerzmittel nicht reichen, ist ein Triptan die wirksamste Option.

Wann sollte ich ein Triptan nehmen?

Wenn Attacken regelmäßig so stark sind, dass einfache Schmerzmittel nicht ausreichen, oder wenn Sie Übelkeit und Erbrechen haben. Triptane wirken am besten, wenn sie früh in der Kopfschmerzphase eingenommen werden, nicht während der Aura. Bei Wiederkehr des Schmerzes darf nach zwei Stunden eine zweite Dosis folgen. Sie sind nicht geeignet bei koronarer Herzkrankheit, Schlaganfall, unkontrolliertem Bluthochdruck, Schwangerschaft und bei Migräne mit Hirnstamm- oder Lähmungsaura.

Kann ich mir Triptane online verschreiben lassen?

Ja, wenn die Diagnose Migräne feststeht oder das Beschwerdebild eindeutig ist und keine Gegenanzeigen vorliegen. Die Ärztin oder der Arzt bei OpenClinic24 fragt per Video nach Verlauf, Häufigkeit, Begleitsymptomen, Warnzeichen, Blutdruck und Herz-Kreislauf-Risiken und stellt bei Eignung ein Privatrezept aus. Naratriptan und Almotriptan sind in kleinen Packungen auch rezeptfrei erhältlich. Bei neu aufgetretenen oder untypischen Kopfschmerzen ist eine Untersuchung nötig.

Wie unterscheide ich Migräne von Spannungskopfschmerz?

Migräne ist meist einseitig, pulsierend, mittelstark bis stark, verschlechtert sich bei Bewegung und geht mit Übelkeit oder Licht- und Lärmempfindlichkeit einher; viele ziehen sich zurück. Spannungskopfschmerz ist beidseitig, drückend, leicht bis mittelstark, ohne Übelkeit und stört Alltag und Bewegung wenig. Ein Kopfschmerztagebuch über vier Wochen macht das Muster sichtbar und ist die Grundlage jeder Beratung.

Wie oft darf ich Schmerzmittel oder Triptane nehmen?

Akutmedikamente an höchstens 10 Tagen im Monat, einfache Schmerzmittel an höchstens 15. Wer diese Grenze regelmäßig überschreitet, entwickelt häufig einen Kopfschmerz durch Medikamentenübergebrauch: Der Kopf schmerzt an mehr als 15 Tagen im Monat, und die Mittel wirken immer schlechter. Der Ausweg ist eine Medikamentenpause mit ärztlicher Begleitung und eine wirksame Vorbeugung.

Ab wann ist eine Migräneprophylaxe sinnvoll und was gibt es?

Ab drei Attacken oder vier Migränetagen pro Monat, bei sehr langen oder schweren Attacken oder wenn Akutmedikamente nicht vertragen werden. Bewährt sind Betablocker wie Metoprolol und Propranolol, Amitriptylin, Topiramat, Flunarizin und Candesartan, dazu regelmäßiger Ausdauersport, Entspannungsverfahren und Verhaltenstherapie. Wirken diese nicht oder werden sie nicht vertragen, kommen Antikörper gegen CGRP oder seinen Rezeptor infrage, die monatlich gespritzt werden.

Was hilft gegen Migräne ohne Medikamente?

Regelmäßigkeit ist das wirksamste Prinzip: gleiche Schlaf- und Essenszeiten, ausreichend trinken, Koffein gleichmäßig statt schwankend, Ausdauersport dreimal pro Woche, progressive Muskelentspannung, Biofeedback, Stressbewältigung. Bei einer Attacke helfen Dunkelheit, Ruhe, Kühlung und Schlaf. Pfefferminzöl auf den Schläfen lindert Spannungskopfschmerz besser als Migräne. Auslöser wie Wein, Wetterwechsel oder Zyklus lassen sich mit einem Tagebuch erkennen, aber selten vollständig vermeiden.

Wann ist ein Kopfschmerz ein Notfall?

Bei einem Vernichtungskopfschmerz, der innerhalb von Sekunden bis einer Minute maximal wird, bei Kopfschmerz mit Fieber und Nackensteife, mit Lähmungen, Sprach- oder Sehstörungen, die nicht Ihrer bekannten Aura entsprechen, mit Verwirrtheit oder Krampfanfall, nach einem Sturz oder Schlag auf den Kopf, bei erstmaligem starkem Kopfschmerz nach dem 50. Lebensjahr sowie in Schwangerschaft und Wochenbett. Dann sofort 112 wählen, nicht die Videosprechstunde.

Über den Autor

Adi Zoabi MD

Arzt. Approbation als Arzt.

Adi Zoabi MD ist approbierter Arzt und behandelt bei OpenClinic24 per Videosprechstunde.

  • Videosprechstunde

Medizinisch geprüft von Adi Zoabi MD, Approbation als Arzt, am 23. September 2026.

Hinweis: Dieser Artikel informiert allgemein und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden wenden Sie sich an eine Ärztin oder einen Arzt, in Notfällen an den Notruf 112.

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